Schärfere Sicherheitsbestimmungen für Motorradfahrer geplant

Veröffentlicht am 5. Juni 2014 unter Brasilien News

moto-brasilIn Brasilien wächst der Verkehr seit Jahren beständig und mit der Zunahme an Verkehrsteilnehmern auch die Zahl der Unfälle. Besonders häufig trifft es dabei die Motorradfahrer, die nicht nur selbst gerne die „Lücke“ suchen sondern von Autos und LKW oft nicht gesehen oder gar respektiert werden. Auch wenn der Schutzhelm schon lange Pflicht ist und die Verordnung auch fast überall eingehalten wird, ist die Zahl der tödlichen Unfälle erschreckend hoch. Gerade in ländlichen Gebieten werden auch gerne einmal gleich mehrere Personen und Kinder mitgenommen, da es keinen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr gibt.

Ein auf den ersten Blick radikal anmutender Gesetzesvorschlag soll nun vor allen in den verstopften Ballungszentren für mehr Sicherheit sorgen. Die Vorlage, welche nun von der Justiz- und Verfassungskommission in Brasília verabschiedet wurde, sieht neue Regelungen für Motorräder, Roller und Mopeds vor. Die 1997 verabschiedete brasilianische Straßenverkehrsverordnung soll dahingehend abgeändert werden, dass zukünftig die Verwendung von Schutzausrüstungen wie Knieschützer, Ellenbogenschützer, Stiefel und Westen für Motorradfahrer Pflicht sind.

Der Text sieht auch die zwingende Verwendung von Handschuhen und langen Hosen vor. Auf Straßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h oder mehr muss der Fahrer zudem eine sogenannte Airbag-Jacke tragen, welche sich bei einem Sturz automatisch aufbläst. Diese soll zudem zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes auch für Kurierfahrten im Stadtbereich verpflichtend werden. Dabei müssen die Arbeitgeber oder der Dienstleister das Equipment stellen.

Nicht verändert werden allerdings die Sicherheitsbestimmungen für die Motorräder selbst. Regelmäßige Untersuchungen wie beispielsweise eine vernünftige Bereifung, funktionierende Licht- und Bremssysteme und akkurate Emmissionswerte werden auch weiterhin nur bei einem Verkauf des Zweirads notwendig. So dürften auch in Zukunft viele Motorräder, Roller und Mopeds über die nicht immer komfortablen brasilianischen Straßen fahren, der Verkehrstauglichkeit durchaus in Frage gestellt werden darf.

Der Gesetzentwurf, der bereits seit April 2011 vorliegt, hat jedoch noch einen langen Weg vor sich. Zunächst muss er nun vom Senat analysiert und durchgewunken werden. Danach hat der brasilianische Nationalkongress die Möglichkeit, die Vorlage zu verabschieden oder abzuändern. Und zum Schluss muss das Staatsoberhaupt das Gesetz ebenfalls akzeptieren und unterschreiben. Und nach der Veröffentlichung im Amtsblatt wird es dann endlich rechtskräftig.