„Das Meer des Pilgers Antonio“ ein Film von Mendel Hardeman

Veröffentlicht am 16. Mai 2014 unter Brasilien News

pilger antonioDas Meer des Pilgers Antonio erzählt die Geschichte des Pilgers Antonio und dem von ihm gegründeten Freistaat Canudos. Mitten im brasilianischen Sertão – einer abgelegenen, von langwierigen Dürren heimgesuchten Gegend – lebten Tausende heimatlose Indianer und arme Landarbeiter in einer utopischen, auf Solidarität beruhenden Gemeinschaft beisammen. Doch ihre Stadt wurde durch die Armee dem Erdboden gleichgemacht. Zurück blieb die Prophezeiung des Pilgers Antonio: die dürre Wildnis ihrer Heimat würde zu Meer werden. Jahre später bekommen diese Worte plötzlich unerwartet Bedeutung…

Das Meer des Pilgers Antonio ist eine Reise durch Dürre und Wasser, durch Hoffnung und Heimweh – auf der Suche nach den Menschen und Träumen von Canudos. Und nach der Essenz von tief durchlebtem Vertrauen, das sich auf der Musik und dem trägen Rhythmus des Lebens im gnadenlosen Sertão zu wiegen scheint.

Mendel Hardeman: Filmemacher und Komponist, 1977 geboren, aufgewachsen als Kind niederländischer Emigranten im brasilianischen Landesinneren. Seine Kurzfilme Caress und Kyrie Eleison (2006) wurden weltweit auf vielen Filmfestivals gezeigt; Caress erhielt beim Girona Film Festival 2006 den Preis für “Bestes Video”; im selben Jahr Premiere des Films EXODUS beim Int. Film Festival in Cork, Irland.

Das Reisende Kino

Sieben Jahre lang arbeiteten Mendel Hardeman und Susanne Dick an ihrem neuesten Film. Am Ende der Dreharbeiten brachten sie Ausschnitte des Films als reisendes Kino zurück in die Gegend, wo die Geschichte sich abspielte. In kleinen abgelegenen Dörfern ohne Wasser und Strom versammelten sich nach Sonnenuntergang Menschen vor einer weißen Hausmauer, um sich den ersten Film ihres Lebens anzuschauen.

Während dieser sehr berührenden Abende entstand die Idee, den Film – wo immer Menschen ihn sehen wollen – auch in Europa auf diese Weise zu zeigen. Gastgeber einer Vorführung werden kann jeder, der möchte. Wie in Brasilien benötigt man dafür nur zwei Dinge: eine weiße Wand und Menschen, die den Film sehen möchten.

Ende 2014 bringt das Reisende Kino den Film auf einer langen Tournee ins trockene Landesinnere zurück nach Brasilien.