Erschreckende Studie: Frauen sind an Vergewaltigungen selbst Schuld

Veröffentlicht am 31. März 2014 unter Brasilien News

ipea5Gewalt gegen Frauen ist weltweit ein Thema. In Brasilien befinden allerdings fast 60 Prozent, dass Frauen selbst schuld sind, wenn sie vergewaltigt werden. Das geht aus einer Umfrage des Forschungsinstitutes Ipea hervor. Erschreckend an der Studie ist ebenso, dass nicht nur viele Männer vom „Machismus“ verfallen sind, sondern auch das weibliche Geschlecht. Denn 66,5 Prozent der Befragten waren Frauen.

„Wüssten die Frauen sich zu benehmen, gäbe es weniger Vergewaltigungen“, dem Satz stimmten laut Umfrage 58,5 Prozent der Befragten zu. Noch schlimmer fällt das Ergebnis in Sachen Bekleidung aus. 65,1 Prozent befanden, dass Frauen in knapper Bekleidung eine „Attacke“ verdienen würden und sprachen den Männern somit ab, ihre niederen Instinkte im Griff zu haben.

Aus einer anderen Studie des Ipea-Institutes, die auf Daten aus dem Jahr 2011 beruht, geht hervor, dass 70 Prozent der Vergewaltigungsopfer Kinder und Jugendliche sind. Mehr als die Hälfte der Mädchen war dabei unter 13 Jahre alt. Während ihre Peiniger zu 56,3 Prozent aus dem Freundes- und Familienkreis stammten, erlitten Erwachsene zu 60 Prozent einen Übergriff von Unbekannten. Die Forscher gehen davon aus, dass jährlich über eine halbe Millionen Menschen in Brasilien vergewaltigt werden, wobei lediglich zehn Prozent der Fälle zur Anzeige kommen.

Erstaunlich ist an den Umfrageergebnissen auch, die Tatsache, dass die große Mehrheit der 3.810 befragten Männer und Frauen häusliche Gewalt streng verurteilt, während Vergewaltigungen wesentlich milder beurteilt werden. Über 91 Prozent stimmten ganz oder teilweise mit der Meinung überein, dass ein Mann, der seine Frau schlägt hinter Gittern gehört. 89,3 Prozent befanden, dass ein Mann seine Ehepartnerin nicht beschimpfen und anschreien darf. Außerhalb der Ehe scheint dies weniger zu gelten. Mit ihrer spontanen Kampagne gegen sexuelle Gewaltübergriffe, erntete eine Journalistin nicht nur Zustimmung. Sie wurde auf ihrer Facebook-Seite ebenso beschimpft und erhielt Drohungen. Die junge Frau reagierte mit einer polizeilichen Anzeige.