Brasilien registriert die geringste Anzahl Wald- und Flurbrände seit dem Jahr 2000

Veröffentlicht am 10. Februar 2014 unter Brasilien News

feuer in brasilia2013 registrierten Satelliten 115.000 Wald- und Flurbrände in ganz Brasilien. Die Zahl dürfte sich jedoch im Jahr 2014 wieder erhöhen wegen der anhaltenden Trockenheit.

Die Daten stammen vom ”Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (INPE)”. Im Verlauf des Jahres 2013 entdeckten die Satelliten 115000 Hitzefelder. Diese Zahl liegt um 40% unter der von 2012, mit 194.000.

Für den Forscher der bei der INPE für die Aufzeichnungen der Brände in Brasilien verantwortlich ist, gibt es drei Faktoren, welche dieses Ergebnis erklären können: die grosse Niederschlagsmenge in diesem Jahr, die schlechte wirtschaftliche Situation und eine bessere Kontrolle.

“Das Jahr 2013 war wesentlich regenreicher als andere Jahre. Gibt es mehr Niederschläge, verschlechtern sich die Bedingungen für die Benutzung des Feuers zur Landrodung und seiner Ausbreitung“, sagt er. ”Ausserdem haben wir beobachtet, dass in den Jahren einer positiven wirtschaftlichen Situation – wenn Wachstum zu erwarten ist, beim Sojaexport zum Beispiel oder einem anderen Produkt – schnellt die Tendenz zur Landrodung mittels Feuer in die Höhe, denn die Menschen versuchen, ihre Produktion zu erhöhen. Das war jedoch im vergangenen Jahr nicht der Fall – die Tendenz ging dahin, sich zurückzuhalten“.

Ausserdem führt der Forscher an, dass eine genauere Kontrolle der Behörden ebenfalls nicht ohne Wirkung geblieben sei. ”Es ist offensichtlich, wenn die Umweltbehörden der Landes- und Staatsregierungen plötzlich ihre Kontrollen verschärfen, dass dann der Gebrauch von Feuer zurückgeht, denn er ist verboten, gegen das Gesetz. Und es gab auch mehr Erziehungs-Kampagnen zum Wohl der Umwelt“, bestätigt er.

Der Bundesstaat Pará war der Champion hinsichtlich der Brandherde – 20.542. Gleich hinter ihm der Bundesstaat Mato Grosso, mit 17.823. Der Bundesstaat Maranhão, der im Jahr 2012 die Liste anführte, verringerte diese Eintragungen um fast die Hälfte – von 31.594 auf 16.191 im vergangenen Jahr.

2014

Die in diesem Jahr registrierten hohen Temperaturen dürften diese Brandstatistik erneut ansteigen lassen. Im Januar wurden bereits 2.643 Brandherde registriert, eine Zunahme von fast 30% gegenüber demselben Monat des Vorjahres (2.049). Teile dieser Brände verteilen sich auf Mato Grosso (315), auf Pará (251) und auf Maranhão (195). Der Januar ist jedoch nicht der Monat mit den meisten Brandvorkommen. Historisch gesehen, liegen die in den Monaten August, September und Oktober.

Nach dem Forscher dürften die Wald- und Flurbrände 2014 im so genannten ”Zyklus des Feuers“ zunehmen. ”Wenn es während eines Jahres viele Brandherde gibt, schwindet die organische Materie der Bodenoberfläche. Und ihre Wideraufstockung geht nur langsam voran. 2013 war dieser Schwund relativ gering, aber 2014 werden wir eine umgekehrte Situation antreffen – in diesem Jahr gibt es mehr Brennmaterial, und nicht zu vergessen, das Jahr wird trockener und heisser ausfallen“, hebt er hervor.

Risiko

Eines aus fünf brasilianischen Munizipien (insgesamt sind es 1.034) besitzt gegenwärtig einen Streifen in seinem Territorium, der brandgefährdet ist. ”Das bedeutet, wenn dort ein Feuer entsteht, könnte es ausser Kontrolle geraten, denn die Vegetation ist besonders trocken und die relative Luftfeuchtigkeit äusserst niedrig“, bemerkt der Spezialist.

Die Satelliten der INPE können alle Brandherde erkennen, die wenigstens 30 Meter Länge und 1 Meter Breite haben.

Fast alle Brände heutzutage werden von Menschen verursacht – sei es aus Fahrlässigkeit oder aus Absicht. Die Gründe sind unterschiedlich: Zum Beispiel eine Säuberung der Felder, die Vorbereitung einer Pflanzung, Waldrodung und die Aberntung von Zuckerrohrfeldern, denen ein Ausbrennender Blätter vorausgeht – aber auch die zum Fest ”São João“ immer noch üblichen (obwohl verbotenen) Ballons aus Pappmaché mit einer brennenden Kerze im Zentrum, die irgendwo landen und ein Grossfeuer verursachen können, Konflikte um Territorien und soziale Proteste.

Diese Brandherde zerstören die native Fauna und Flora, verursachen eine Verarmung des Bodens und reduzieren seine Wasserdurchlässigkeit – ausserdem tragen sie zur Verschmutzung der Atmosphäre bei, behindern den Flugverkehr und gefährden die Gesundheit von Tausenden Personen. Denunzierungen von kriminellen Brandstiftungen können an die Feuerwehr, die Präfekturen, die staatlichen Sekretariate für Umwelt und die IBAMA (Instituto Brasileiro do Meio Ambiente e dos Recursos Naturais Renováveis) gerichtet werden.

Anzahl der Wald- und Flurbrände 2013 (pro Bundesstaat)

  • Pará – 20.542
  • Mato Grosso – 17.823
  • Maranhão – 16.191
  • Tocantins – 9.786
  • Bahia – 7.313
  • Piauí – 6.561
  • Minas Gerais – 5.382
  • Amazonas – 5.118
  • Rondônia – 3.662
  • Mato Grosso do Sul – 3.565
  • Acre – 3.242
  • Goiás – 3.002
  • Ceará – 2.898
  • São Paulo – 2.055
  • Paraná – 1.905
  • Santa Catarina – 1.046
  • Roraima – 994
  • Amapá – 975
  • Rio Grande do Sul – 944
  • Pernambuco – 729
  • Rio de Janeiro – 405
  • Paraíba – 322
  • Rio Grande do Norte – 268
  • Espírito Santo – 261
  • Alagoas – 208
  • Sergipe – 185
  • Regierungsdistrikt Brasília – 102