ThyssenKrupp: Probleme in Brasilien

Der deutsche Industriekonzern ThyssenKrupp kämpft mit erheblichen technischen Problemen. Der Zeitpunkt ist mehr als gelegen, denn die Verhandlungen um den Verkauf der brasilianischen Stahlwerke sind mitten in der heißen Phase. Seit rund einem Monat könne einer der beiden Hochöfen nicht produzieren, hieß es nach dpa-Angaben aus Unternehmenskreisen am Donnerstag. Ein Sprecher bestätigte der deutschen Nachrichtenagentur lediglich, dass es „Prozessinstabilitäten“ gebe. Das Unternehmen tue alles, damit der Hochofen wieder voll laufen könne.

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Nicht nur die hohen Verluste in Brasilien auch die immer wiederkehrenden technischen Probleme bereiten dem deutschen Unternehmen erhebliche Sorgen. So war es bereits beim Anfahren der Hochöfen zu Luftverschmutzungen gekommen. ThyssenKrupp musste damals hohe Strafen zahlen. Schon beim Bau hatten technische Schwierigkeiten die Kosten in die Höhe schnellen lassen.

Die neuen Probleme dürften die Verhandlungen über den Verkauf der Anlage für ThyssenKrupp erschweren. Gerüchte, dass die neuerlichen Reparaturen 500 Millionen US-Dollar kosten könnten, wurden in Konzernkreisen aber zurückgewiesen. ThyssenKrupp-Aktien verloren zum Handelsauftakt am Donnerstag dennoch fast vier Prozent.

Ein großer Favorit für den Kauf ist der brasilianische Stahlhersteller CSN. Zuletzt wurde darüber spekuliert, dass ThyssenKrupp mit einem Verkaufserlös von insgesamt 3,8 Milliarden Euro für das Werk in Brasilien und das Weiterverarbeitungswerk in den USA rechnen könne. ThyssenKrupp hatte beide Anlagen vor gut einem Jahr zum Verkauf gestellt.

Die mit einem Gesamtaufwand von rund zwölf Milliarden Euro errichteten Anlagen stehen nach massiven Abschreibungen nur noch mit 3,4 Milliarden Euro in den Büchern.

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AutorIn: Fabian Biastoch · Bildquelle: ThyssenKrupp Brazil

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