Napalmbomben gegen Widerstandskämpfer?

Veröffentlicht am 11. Mai 2013 unter Brasilien News

Fire BallIn den 1970er Jahren soll die brasilianische Militärdiktatur Napalmbomben gegen Widerstandskämpfer eingesetzt haben. Dies zeigen Geheimberichte, die die Wahrheitkommission nun veröffentlicht hat. Dort ist die Rede von einer Guerilla-“Säuberungsaktion“.

Napalm verursacht extrem schlechte verheilende Brandwunden und grosse Schmerzen und wird deshalb nach neuerer Interpretation zu den geächteten Waffen gezählt. Auch die USA setzte es im Vietnamkrieg ein und soll bis zu 400.000 Tonnen Napalm verwendet haben.

Nach einem Geheimbericht eines brasilianischen Oberstleutnants, datiert aus dem Jahre 1972, sollen in drei Fällen im Amazonas-Bundesstaat Pará solche Brandbomben gegen Guerilla-Einheiten zum Einsatz gekommen sein. Das sagte Cláudio Fonteles, Mitglied der Wahrheitskommission.

Das brasilianische Militär war 1972 verschärft gegen die von der Kommunistischen Partei gegründeten “Guerrilha do Araguaia“ vorgegangen. Laut Fonteles waren in diesem Jahr 2453 Soldaten gegen rund 60 schlecht bewaffnete Guerilleros im Einsatz. Ziel der Operation war es, “Terroristen zu eliminieren“, wie es in anderen von der Kommission veröffentlichten Berichten hiess.

Die Armee beschrieb den Einsatz als “militärische Übung“ und “Säuberungsaktion“. Zahlreiche Widerstandskämpfer wurden getötet. Es gab detaillierte Anweisungen zur Beseitigung der Leichen, die in der “Wildnis“ beerdigt werden sollten. Die Wahrheitskommission untersucht Menschenrechtsverbrechen, insbesondere während der Diktatur (1964-1985). Im kommenden Jahr will sie ihren endgültigen Bericht vorlegen.