90 bisher unbekannte Tierarten in Amazonien neu entdeckt

Veröffentlicht am 30. August 2010 unter Brasilien News

Der Bundesstaat Pará stellt 90 neue Tierarten aus, welche seit dem Jahr 2001 in Amazonien neu entdeckt worden sind. Diese Ausstellung war innerhalb eines wissenschaftlichen Events, der „Terceira Feira Estadual de Ciência e Tecnologia do Pará“, bis am Freitag, den 20. August 2010 in der Hauptstadt Belém zu sehen. Zum Beispiel war eine bestimmte Affen-Spezies bis vor kurzem deshalb unbekannt, weil sie endemisch in einem Gebiet vorkommt, das äusserst schwierig zu erreichen ist.

Fotos und Videos von zirka 90 Arten, welche in Amazonien seit 2001 entdeckt oder identifiziert worden sind, werden einem breiten Publikum zum ersten Mal vorgestellt. Diese Entdeckungen, welche bereits in wissenschaftlichen Publikationen verbreitet wurden, sind am Stand des Museu Paraense Emílio Goeldi ausgestellt, das wissenschaftliche Institut mit dem grössten Prestige hinsichtlich Amazonas-Forschung.

macaco-foto_divulgacao_goeldiDer Stand vereint die Forschungsergebnisse verschiedener Institutionen, wie zum Beispiel der Staatlichen Universität von Pará, dem Nationalen Wissenschaftlichen Institut Amazoniens und des Goeldi-Museums selbst.

Nach Aussage des Forschers Horácio Higuchi, der an der Organisation der Ausstellung beteiligt war, hat eine erst kürzlich gemachte Entdeckung das besondere Interesse der Zoologen geweckt. Es handelt sich um den „Sauim-Affen“, dem man den wissenschaftlichen Namen „Mico rondoni“ gegeben hat. Die Spezies wurde in der Nähe des Rio Jamari entdeckt, im Bundesstaat Rondônia, und war bis jetzt unbekannt, da sie in einem Gebiet lebt, welches schwierig zu erreichen ist.

Währernd die „Aranha caranguejeira“ (Megaphobema teceae) dagegen – eine in Belém präsentierte Spinnenart – auch in urbanen Zentren existiert, bisher aber wegen fehlender Untersuchungen noch nicht identifiziert worden ist. Diese Art besitzt eine rote Behaarung und wurde in Juriti gefunden, fast an der Grenze Parás mit dem Bundesstaat Amazonas.

Mit seinem transparenten, rötlichen Körper – wegen der Blutzirkulation – hat der Fisch Phreatobius cisternarum ebenfalls einen Platz unter den neu präsentierten Spezies. Das Tier wurde zum ersten Mal im Jahr 1905 beobachtet – vom Forscher Emílio Goeldi selbst, der heute dem Museum seinen Namen verliehen hat – entsprechende Untersuchungen wurden später jedoch völlig vernachlässigt. Eine kürzlich wieder aufgenommene Forschung ergab, dass der kleine Fisch ein Fleischfresser ist, darüber hinaus blind und ein Verwandter der grösseren „Bagres“ (Liposarcus multiradiatus).


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