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Deutsche, Belgier und Brasilianer wollen ausgestorbene Spix-Ara wieder ansiedeln

Veröffentlicht am 16. August 2018 unter Aufsteller der Woche

Mit dem Hollywood-Animationsfilm “Rio“ hat der blaue Spix-Ara weltweite Berühmtheit erlangt. In der Natur gilt der seltenste Papagei der Welt indes als ausgestorben. Einrichtungen in Deutschland, Belgien und Brasilien arbeiten jedoch an seiner Wiederansiedlung in seinem ursprünglichen Gebiet.

Seit dem Jahr 2000 gilt der blaue Papagei in freier Wildbahn als ausgestorben. Auch die Zahl der in Volieren oder in menschlicher Obhut lebenden Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) beschränkt sich auf wenige Dutzende.

Cyanopsitta spixii – Foto: ICMBio

Schon vor Jahren wurde das Programm “Reintrodução da Ararinha-Azul” aufgelegt. An dem sind unter anderem die bei Berlin ansässige Association for the conservation of threatened parrots (ACTP) und der belgische Zoo Pairi Daiza beteiligt.

Die Anstrengungen sind enorm. Erst unlängst sind 120 im arabischen Katar gezüchtete Spix-Aras zum Papagei-Schutzzentrum ACTP in Berlin gebracht worden. Der belgische Zoo hat vier der Papageien erhalten. Beide Einrichtungen widmen sich der Zucht der Spix-Aras. In Brasilien selbst leben lediglich elf der Ararinhas-Azul in der Obhut von Biologen eines Schutzzentrums.

In dem südamerikanischen Land wird währenddessen an der Aufklärung der Bevölkerung gearbeitet. Dass der 55 bis 60 Zentimeter große Papagei in der Natur ausgestorben ist, wird auf seine Bejagung für den Tierhandel und die Zerstörung seines Lebensraumes durch Abholzung und Überweidung mit Ziegen und Schafen zurückgeführt.

Ursprünglich nachgewiesen wurde der Spix-Ara lediglich in einem eng begrenzten Gebiet im brasilianischen Bahia, im Munizip Curaçá. Genau dort soll er wieder angesiedelt werden.

Am Weltumwelttag hat Brasiliens Präsident Michel Temer bereits ein Dekret zur Ausweisung von zwei Schutzgebieten unterschrieben. Gegründet wurde das Refúgio de Vida Silvestre (RVS) und die Área de Proteção Ambiental (APA) Ararinha-Azul.

Das Refugium mit 29.200 Hektar genießt einen stärkeren Schutzstatus. Die APA, die in etwa einem Landschaftsschutzgebiet entspricht, dient mit ihren 90.600 Hektar als Pufferzone für das Refugium.

Geht alles nach Plan, sollen 2019 die ersten 50 Spix-Aras nach Brasilien gebracht werden. In einem von den beiden europäischen Organisationen finanzierten Wiedereingliederungszentrum sollen sie sich erst einmal an die neue Umgebung und das halbwüstenähnliche Klima der Caatinga, ihrem natürlichen Lebensraum, gewöhnen.

Sie werden lernen, selbständig Früchte und Nüsse für ihre Ernährung zu suchen und sich gegen Bedrohungen und Feinde zu verteidigen.

Erst dann kann mit dem zweiten Teil des Planes begonnen werden, der Entlassung in die freie Wildbahn. Die ist ab 2021 vorgesehen, mit jährlich jeweils etwa zehn Tieren.

Bis dahin wird in Berlin und Belgien weiter gezüchtet, um eine entsprechende Population für das ehrgeizige Vorhaben zu erzielen. Die Mitarbeiter des Papagei-Schutzzentrums ACTP sind zuversichtlich. Dieses Jahr sind bereits sechs Jungtiere in ihrer Obhut geschlüpft, wie sie auf ihrer Homepage verkünden.

“Wenn wir gemeinsam so weiter machen, wird es nicht mehr lange dauern, bis wir verkünden können, dass es wieder wilde Spixaras in der Caatinga gibt…“, heißt es dort weiter. Damit die Stars aus der Filmanimation “Rio“ dann auch in Ruhe in der Natur leben können, will die brasilianische Regierung die Bevölkerung der Region einbinden.

Geschehen soll dies mit diversen Projekten, bei Studien, der Einrichtung des Museums Ararinha und einem Informationszentrum über die Caatinga. Ein weiteres Projekt ist die Anlage einer Baumschule, in der Bäume und Sträucher zur Renaturierung zerstörter Flächen herangezogen werden.