Kinofilm über ganz normale Menschen: die Athleten der Paralympics

Veröffentlicht am 4. September 2016 unter Aufsteller der Woche

Foto: Handout Video

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Menschen mit Behinderung sind zu bedauern oder sind Superhelden?. Keins von beiden trifft zu, wie ein Kinofilm über paralympische Sportler Brasiliens verdeutlicht. “Paratodos“ ist über vier Jahre hinweg gedreht worden und wird in Kinos und Schulen gezeigt. Begleitet ist er von einer Broschüre, in der Beispiele zur Integration von Menschen mit und ohne Behinderung im Sportunterricht vorgeschlagen werden.

Hinter dem Dokumentarfilm steht der Filmdirektor Marcelo Mesquita. Der hat 2012 zum ersten Mal die Übertragung der paralympischen Spiele im Fersehen gesehen und war erstaunt über das große Publikum, die Sportler und darüber, wie wenig er selbst über Athleten mit Behinderung, deren Leben und die Paralympics wusste.

Marcelo Mesquita und Drehbuchautor Peppe Siffredi haben sich daraufhin intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Acht Sportler mit den verschiedensten Behinderungen haben sie teilweise über 24-Stunden hinweg gefilmt. Alan Fonteles, Daniel Dias, Fernando Fernandes, Terezinha Guilhermina, Susana Schnarndorf, Yohansson do Nascimento, Fernando “Cowboy“ Rufino und Ricardinho sind die Hauptdarsteller.

Sie haben von Geburt an, durch einen Unfall, eine Krankheit oder Erbkrankheit Fehlbildungen, sind blind, gelähmt oder haben andere körperliche Behinderungen, und sie sind allesamt Spitzenathleten.

Während vier Jahre hat das Team die Sportler begleitet, recherchiert und gefilmt. Die Szenen zeigen die Para-Sportler beim Trainieren, bei der Teilnahme an Wettkämpfen, nach Siegen und auch nach Niederlagen. Sie offenbaren Träume, Ängste, Sorgen, Wünsche und Talente, die so oder ähnlich jeder hat.

“Wenn man in den Vordergrund stellt, was ein Mensch machen kann, anstatt, was er nicht kann, verändert sich die Perpesktive und verliert sich die Ansicht als armer Mensch“, so Andrew Parsons, Präsident des Paralympischen Komitees Brasiliens.

“Um dia paratodos“ kann mit “Ein Tag für Alle“ übersetzt werden. “Para“ steht aber auch für die Para-Sportler. Ziel des Films ist es nicht nur zu zeigen, dass Menschen mit Behinderungen sich nicht von anderen unterscheiden. Vielmehr will er auch zur Diskussion über die Integration anregen. Ein Weg dazu kann der Sport sein.