Mit ausgeliehenen Beinen Freude schenken

Veröffentlicht am 3. Juli 2016 unter Aufsteller der Woche

Handout Video

Mit ausgeliehenen Beinen Freude schenken – Handout Video

Auf dem Rollstuhl angewiesene Menschen mit einem Lächeln im Gesicht und inmitten einer laufenden Menschenmasse sind das Kennzeichen des Projektes “Pernas pra que te quero“.

Bei diesem laufen die Teilnehmer nicht nur dem Ziel entgegen, sondern schieben abwechselnd einen Rollstuhl mit sich mit, um auch bewegungseingeschränkten Menschen die Freude am Laufen zu vermitteln und sie zu integrieren.

Frei übersetzt bedeutet der Projektname soviel wie “Die Beine in die Hand nehmen“. In die Hand genommen werden jedoch Rollstühle und das bei einem Stadtlauf oder Marathon. Dahinter steckt die Idee der Integration behinderter Menschen, die von dieser Art des Sportes in der Regel ausgeschlossen sind.

An einem Rennen teilzunehmen mag für viele Menschen nichts Besonderes sein. Für die behinderten Teilnehmer ist es jedoch eine einzigartige Erfahrung. Die vor Freude strahlenden Gesichter der Jungen und Mädchen sowie der Erwachsenen, die in ihren Rollstühlen “mitlaufen“ sprechen Bände.

In der südbrasilianischen Stadt Curitiba ist das Pilotprojekt vor einem Jahr gestartet. Seitdem haben mehrere Rennen stattgefunden, auch in anderen Städten. Den Rennen gehen zwei Trainingseinheiten voraus, bei denen die Läufer in ihre Aufgabe eingeführt werden.

Die Rollstühle werden zudem für mehr Stabilität mit einem dritten Rad und mit einer zusätzlichen Lenkstange ausgestattet. Unterstützt wird die Aktion mittlerweile von einer Schar von ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren.

Zurück geht die Idee auf die Geschichte der im brasilianischen Uberlândia lebenden Karolina Cordeiro und ihren Sohn Pedro, der wegen einer seltenen Krankheit bewegungslos und auf den Rollstul angewiesen ist.

Weil die junge Mutter ihrem Sohn vermitteln wollte, dass trotz aller Einschränkungen das Leben Spaß machen kann, hat sie ihn kurzerhand zu ihren Läufen mitgenommen, wie sie in Medienberichten erzählt. “Mein Sohn kann nicht gehen, aber mit mir läuft er“, sagt sie.