Projekt will 500 Hundehütten für auf Straße lebende Tiere verteilen

Veröffentlicht am 11. Juni 2016 unter Aufsteller der Woche

Hundehuetten-Idee Bruna Uncini_Foto FacebookAuch wenn in Brasilien auf das Aussetzen von Haustieren eine Strafe steht, gibt es doch etliche Vierbeiner, die auf der Straße leben. Weil sie nicht immer ein neues Heim finden, werden jetzt Öko-Hundehütten für die Hunde aufgestellt. Die Initiative dazu ergriffen hat Bruna Uncini, die damit eine Welle unter den Tierfreunden ausgelöst hat.

Zunächst hat die Unternehmerin einige der Hunde mit Futter versorgt, bis sie mehr für die Tiere tun wollte, um deren Leid ein wenig zu lindern. Etwa 30.000 ausgesetzte Hunde sollen nach Angaben von Tierschützern auf den Straßen der Stadt Lages leben. Weil sie die nicht alle mit nach Hause nehmen kann, entstand die Idee mit den Hundehütten aus Recyclingmaterial.

Seit Ende Mai haben sie und ihre Freunde von Tierschutzvereinen bereits 80 der igloartigen Hütten aufgestellt. Ziel ist es vorerst, 500 dieser Unterkünfte für die Hunde anzubieten. Gesponsert werden sie teilweise von Firmen, deren Namen auf Schildern an den Hütten stehen.

Weil im Süden Brasiliens wegen des bevorstehenden Winters die Temperaturen empindlich abgesunken sind, überlegen die ehrenamtlichen Helfer, die Iglos ebenso mit Deckchen auszustatten. Sie wollen darüber hinaus ebenso ein Hundekadaster erstellen, die Vierbeiner impfen und auch kastrieren lassen. Auch die Aufstellung von Futterstellen steht auf dem Plan. Von den Stadtvätern wurde der Aktionsplan abgesegnet.

Die Eigeninitiative hat längst auch außerhalb von Lages Wellen geschlagen. Wie Uncini erzählt, erhält sie immer wieder Anrufe von Tierschützern anderer Städte. In São Bernado do Campo ist zudem bereits ein ähnliches Projekt ins Leben gerufen worden.

Das Aussetzen von Katzen und Hunden ist in Brasilien leider nach wie vor eine gängige Praxis. Wird der Hund zu groß, geht es in den Urlaub oder wird umgezogen scheint dies für Viele die einfachste Lösung zu sein.

Sich selbst überlassen werden ebenso Welpen, weil die Herrchen ihre Vierbeiner aus Mangel an Geld oder auch aus Ignoranz nicht kastrieren lassen. In beinahe allen Städten gibt es Auffangstationen und ehrenamtlich tätige Tierschützer. Die Tierheime sind in der Regel jedoch mehr als überfüllt.