Projekt schützt mit Geschichtenerzählen Goldenes Löwenäffchen

Veröffentlicht am 12. März 2016 unter Aufsteller der Woche

Gro§es LšwenŠffchen auf einem Urwaldbaum im Amazonaswald

Goldenes Löwenäffchen – Foto: Omika Fotolia.com

Mit der Erzählung von Geschichten setzt sich ein Projekt im brasilianischen Niterói zum Schutz des Löwenäffchens ein. Jetzt hat es dafür eine internationale Auszeichnung erhalten. Gewonnen hat das “Instituto Pri-Matas“ den “PEN’s Storytelling Contest“ vom Primate Education Network.

Dass die Bewohner der Umgebung des Parque Estadual da Serra da Tiririca und des Parque Municipal Darcy Ribeiro in Niterói einen der putzigen Löwenäffchen zu Gesicht bekommen, ist keine Seltenheit. Allerdings gibt es in den Parkanlagen zwei Arten von Löwenäffchen, die um den gleichen Lebensraum konkurrieren, das Goldene und das Goldgesichtige Löwenäffchen.

Während das Goldene Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) im Bundesstaat Rio de Janeiro heimisch ist, stammt sein Verwandter, das Goldgesichtige Löwenäffchen (Leontopithecus chrysomelas), eigentlich aus dem Atlantischen Regenwald des Bundesstaates Bahia.

Vermutet wird, dass er durch Tierschmuggel nach Rio de Janeiro und das benachbarte Niterói gelangt ist. Dort haben die Anlieger der beiden Parks die Tierchen gefüttert und für deren Verbreitung gesorgt.

Beide gelten als vom Aussterben bedroht. In den Parks konkurrieren sie allerdings um die gleiche Nahrungsquellen und Raum, was ein zusätzliches Risiko für ihre Bestände bedeutet. 2011 hat das Institut Pri-Matas deshalb ein Projekt initiiert, um die eingewanderten Primaten wieder in ihre Heimat in Bahia zurückzuführen.

Notwendig waren dazu Aufklärungsmaßnahmen, mit denen die Bevölkerung zur Akzeptanz und Mitarbeit animiert werden sollte. Erreicht haben die Institutsmitarbeiterinnen Aline Oliveira Santos, Susie Rodrigues Pinto und Maria Ceccilia Kierluff mit einer Geschichte über das Projekt und die Tiere.

Für die jüngeren Kinder wurde die Geschichte in Theateraufführungen umgesetzt. Erzählt wurde sie ebenso den Altersgruppen entsprechend angepasst in den Schulen. Mit Diskussionen wurden auch die Erwachsenen in das Projekt eingebunden. Mit Hilfe der ungewöhnlichen Erzählaktion ist es letztlich gelungen, 760 der etwa 780 “Einwanderer“ wieder in ihr angestammtes Gebiet zurückzuführen.