Nachzuchtprogramm seltener Greifvogelart zeigt 5 Harpyien in gemeinsamer Voliere

Veröffentlicht am 19. Dezember 2015 unter Aufsteller der Woche

close up male adult harpy eagle, panama, central america

Harpyie – Foto: Claudia Otte / Fotolia.com

In der Natur ist die seltene Greifvogelart Harpyie kaum mehr zu sehen. Im Refúgio Biológico Bela Vista (RBV) im südbrasilianischen Itaipu ist für einige von ihnen nun eine Voliere eingerichtet worden. Sie ist Teil eines erfolgreichen Nachzuchtprogrammes, dem größten der Welt, und soll nun auch die Besucher zum Nachdenken über den Umweltschutz anregen.

Seit Jahren werden in Itaipu erfolgreich die vom Aussterben bedrohten Greifvögel nachgezüchtet und in die Natur entlassen. Derzeit zählt das Refúgio Biológico Bela Vista (RBV) zehn Männchen, zehn Weibchen und drei Jungvögel, deren Geschlecht noch nicht identifiziert wurde. Seit 2007 sind über das Nachzuchtprogramm 25 Harpyien zur Welt gekommen, was weltweit als Rekord gilt.

An einem der Öko-Lehrpfade des Refúgios ist unlängst zudem eine einzigartige Harpyie-Voliere mit 534 Quadratmetern und einer Höhe von zehn Metern eingerichtet worden. Es wird statt von nur einem Paar gleich von fünf Jungvögeln „bewohnt“, die gemeinsam aufgewachsen sind und noch kein ausgeprägtes Revierverhalten aufweisen.

Bisher wurde davon ausgegangen, dass die Greifvogelgiganten mit einer Flügelspannweite von 2,5 Metern als Einzeltiere oder in Paaren leben. Dass sie für ihr Wachstum aber in ihren ersten Lebensjahren den Kontakt mit Ihresgleichen benötigen, ist aus Beobachtungen der Forscher des Refúgios hervorgegangen.

Sie haben festgestellt, dass die flüggen Jungvögel immer wieder zu ihrem Geburtsort zurückkehren und Kontakt mit Ihresgleichen suchen. Dieser wird als Referenz benötigt, sagen die Forscher des RBV. Mit der Voliere wird deshalb der visuelle und auditive Kontakt mit älteren Vögeln gewährleistet.

Im Inneren der bisher weltweit einzigartigen Harpyie-Voliere ist deren natürliches Umfeld nachgebildet. Sie soll nicht nur den Vögeln ein vorübergehendes Heim bieten, sondern ebenso die Besucher über die für das Überleben der Greifvögel notwendigen Bedingungen zu informieren und somit zum Natur- und Regenwaldschutz anzuregen.