Opernfestival inmitten des Amazonas-Regenwaldes verbindet Magie und Klassik

Veröffentlicht am 7. November 2015 unter Aufsteller der Woche

Eine Oper im Freien ist bereits ein besonders Erlebnis. Für ein einzigartiges Erlebnis hat aber das “Banquete Ópera Festival“ gesorgt. Bei dem sind Mozart, Pergolesi und Verdi mitten im Amazonas-Regenwald zwischen Bäumen und Altwasserarmen zum Besten gegeben worden. Mangrovenwald, Strand, Flußarme und Regenwald sind zur Bühne von Tenor, Sopran, Mezzosopran und Kammerorchester geworden und zufällig vorbeikommende Menschen zum Publikum.

Opernfestival Amazonas_Handout Video

Taschenkrebs-Sammler trauten ihren Ohren nicht, als sie statt der Tiere des Waldes mitten im Mangrovenhain plötzlich ungewohnte Laute vernommen haben. Zum ersten Mal in ihrem Leben sind sie und auch andere Bewohner der Ilha de Marajó dank des “Banquete Ópera Festivals“ in den Genuß einer Oper gekommen. Das hat die Magie des größten Regenwaldes der Erde und seiner Gewässer mit der klassischen Musik und der Gastronomie vereint und für Staunen und Begeisterung gesorgt.

An drei Tagen sind an verschiedenen Stellen für ein Publikum von 160 Personen Arien aus dem Papageno (Mozart), Otello (Verdi) und Nessum Dorma (Puccini) und “La Serva Padrona“ von Pergolesi gesungen worden. Am ersten Opernabend im Floresta dos Guarás (Wald der Ibisse) gab es zudem Auszüge aus der Oper “Il Guarany“ von Carlos Gomes, „Floresta Amazônica” von Villa-Lobos und indigene Gedichte.

Zu Fuß auf Pfaden und mit dem Kanu ging es zu den Öko-Bühnen am Strand, im Mangrovenhain und im Regenwald. An den drei Festivaltagen haben zudem zwei bedeutende Chefs Brasiliens mitgewirkt und Gerichte aufgetischt, die sich an der Küche Amazoniens und den Indiovölkern inspiriert haben. Zur Musik von Carlos Gomes, Villa Lobos, Verdi, Mozart und Pergolesi wurden Fische aus dem Amazonas-Regenwald, Büffelkäse und Maniok kredenzt.

Die Ilha do Marajó ist mit 49.000 Quadratkilometern die größte Flußinsel der Welt und liegt an der Mündung des Amazonasflusses. Ein Wahrzeichen der Insel ist der Büffel, der von Polizisten als Transportmittel benutzt und ebenso wirtschaftlich genutzt wird. Der Büffelbestand der Insel wird auf etwa 600.000 Tiere geschätzt.