Eduardo Lyra verleiht den Jugendlichen der Favelas Flügel

Veröffentlicht am 12. September 2015 unter Aufsteller der Woche

Eduardo LyraEr gilt als einer der 30 einflußreichsten jungen Menschen der Welt, zählt gerade einmal 27 Jahre und hat Visionen. Eduardo Lyra inspiriert die Jugendlichen der Favelas Brasiliens zum Lernen und dazu, ihre Träume zu verwirklichen. Mit Kultur, Sport und jeder Menge Engagement zeigt er, dass es egal ist, von wo jemand kommt.

Eduardo Lyra tritt mit Bestimmtheit und mit Sympathie auf. Dass er in einer Favela im Großraum São Paulos im Schußwechsel zwischen Polizei und Drogenhändlern aufgewachsen ist, sieht ihm keiner an. Seit drei Jahren inspiriert er mit Vorträgen und Gesprächen Jugendliche aus den Randgebieten und Favelas, ihr Schicksal selbst in die Hände zu nehmen, zu träumen und die Träume in die Realität umzusetzen.

Lyra hat Journalismus studiert und das Buch ”Jovens Falcões” (Junge Falken) geschrieben und zunächst auf eigene Kosten herausgegeben. Darin erzählt er 14 Geschichten von weniger begünstigten Favela-Bewohnern, die dennoch den Sprung geschafft haben und heute als erfolgreich gelten. Er selbst will den Erfolg nicht nur für sich alleine.

In São Paulo hat er das Projekt ”Gerando Falcões” (Falken erzeugen) gegründet. Mit ihm will er das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen stärken. Das geschieht mit Hallenfußball, Skate, Schwimmen, Musik, Theater und Literatur. Erziehung, Kunst und Sport sind für ihn unzertrennlich.

Irgendwann hat er als Jugendlicher eine Inspiration gehabt, wie er sagt. Doch wie kann jemand in einem Wohnumfeld mit unfertigen Häusern, ohne Kino, Theater, Musik oder einem Schwimmbad eine Inspiration haben und kreativ sein? Er beantwortet die Frage nicht, sondern reagiert mit seinem Projekt, um den Kindern Flügeln zu verleihen, damit sie wie ein Falke fliegen können.

Lyra weiß, von was er spricht. Er hat seinen Vater Drogen nehmen und im Gefängnis gesehen. Sein bester Freund und Cousin wurde von Drogendealern ermordet. Statt aufzugeben, hat er den Kampf angetreten, einen Kampf für eine bessere Welt. Geprägt hat ihn der Spruch seiner Mutter: ”Es ist egal, woher du kommst. Wichtig ist, wohin du gehst“. Er selbst ist der Beweis, dass dies zutrifft.

Auf seinem Weg hat der Sozialaktivist schon 300.000 Jugendliche beflügelt. Damit begnügt er sich keineswegs. Sein nächstes Ziel ist, sein Projekt auch in anderen Städten zu etablieren, in Rio de Janeiro und ebenso in Brasília.

Vom Forbes-Magazin wurde Eduardo Lyra 2014 zu einen der 30 jungen Persönlichkeiten gekürt, die sich in Brasilien besonders hervorheben. Darüber hinaus zählt er laut Weltwirtschaftsforum zu den 15 jungen Brasilianern, welche die Welt verändern können.