Modelabels D – H

Veröffentlicht am 27. November 2009

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Drosófila Ellus Eduardo Suppes Erica Ikezili
Fábia Bercsek Fause Haten Forum
Gisele Nasser Gloria Coelho Graça Ottoni Huis Clos
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Drosófila
Gründungsjahr: 1989
Unternehmen in Belo Horizonte, Bundestaat Minas Gerais

Diese feminine Marke wurde im Jahr 1989 von der Stilistin Dayse Soares gegründet. Sie sucht nach Einflüssen in der Musik und der plastischen Kunst, besonders in der Pop–Art aus den 60er Jahren. Das Unternehmen ist zum fünften Mal auf der “Fashion Rio“ vertreten und gab sein Debüt in der “Semana da Moda“ in Minas Gerais.

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Ellus
www.ellus.com.br/
Gründungsjahr: 1972
Unternehmen in Rio de Janeiro, Bundesstaat Rio de Janeiro

Das Unternehmen hat sich seine Identität seit den Jahren seiner Gründungszeit unverändert bewahrt und steht treu zu den Schnitten und Modellen seiner Jeans–Wear. Alles fing an im Jahr 1972, als eine Gruppe von Hippies aus Rio in der “Rua 25 de Marco“ – der traditionellen und volkstümlichen Geschäftsstrasse von São Paulo – in einen VW–Bus stieg. Sie durchforschten die gesamte Region und kehrten dann nach Rio zurück, mit einem vor gesammelten Kleidungsstücken überquellenden Kofferraum – die später auf “Custom“ getrimmt wurden. Die bemalten und bestickten T–Shirts wurden dann ein grosser Erfolg, sie säten den Erfolg der späteren Ellus – geschaffen und bis heute gehalten von einem der Gründer der Truppe, Nelson Alvarenga.

Im Lauf der Zeit wurde die Marke mit der Luxus–Jeans–Wear asoziiert, die bis heute das Aushängeschild des Unternehmens geblieben ist. Ellus hat in Brasilien die “stonewashed Jeans“ eingeführt und Kleidung im Military Look – übersät mit Taschen und Täschchen, versatil und praktisch, die heutzutage den Markt überschwemmen.

Ende der 70er Jahre erschien Ellus mit einem TV–Spot, in dem sich ein Paar zu der Musik von Rita Lee “Mania de Você“ auszog – für die damalige Zeit eine Provokation. Die Polemik um diesen Spot brachte Ellus sogar eine Diskussion im sonntäglichen Programm “Fantástico“ der TV–Globo ein.

Die Werbung war stets einer der treibenden Pole bei Ellus. 1989 führte sogar Cindy Crawford eine ihrer Kampagnen an, als sich das Top–Model auf dem Höhepunkt seiner Karriere befand. Milla Jojovich, Kate Moss und Alek Wek haben Ellus bei Werbespots in den 90er Jahren ebenfalls getragen. Und man muss noch das Sponsorat einiger Ausgaben des Wettbewerbs “Look of the Year“ erwähnen, in dem neue Gesichter für die brasilianische Mode entdeckt wurden.

Neben seinen Innovationen ist eine der Charakteristika des Unternehmens seine fruchtbare Kreativität. 50 Personen, unter ihnen Designer, Modellisten und Stilisten, bestücken die firmeneigenen Geschäfte wöchentlich mit neuen Modellen. Ellus nimmt an der Fashion Week teil seit ihrer Gründung – im Jahr 1996 noch unter dem Namen “Morumbi Fashion“ – und bringt jährlich zwei Kollektionen für diesen Event heraus. 2002 erschien das Unternehmen mit einem innovativen Projekt: der “Ellus 2nd Floor“ – die Räume des zweiten Stocks des Mutterhauses im Stadtteil der “Jardims, in São Paulo, wurde für permanente Ausstellungen von Kollektionen junger Designer und Stilisten, sowie entsprechender Fotos, zur Verfügung gestellt. Das Projekt gewann die Sympathien der Modewelt, und man taufte es “Das neue Fashion–Heer des Underground“. Inzwischen hat es jährlich mehr als 40 Aussteller!

Die Kollektionen der Ellus findet man in eigenen Geschäften, verteilt über ganz Brasilien, in 30 Franchise–Shops inklusive 4 in Chile, und in Dutzenden von Markenartikel–Läden. Die Marke wird ausserdem nach Europa, USA und Japan exportiert.

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Eduardo Suppes
Gründungsjahr: 1974
Unternehmen in Barbacena, Bundesstaat Minas Gerais

Er ist 30 Jahre alt und einer der exponiertesten Stilisten der jungen Generation aus Minas Gerais. Er fing mit 17 Jahren in dem inzwischen geschlossenen Laden “Dee Jay’s“ an, einem alternativen Geschäft von Belo Horizonte, das in den 80er Jahren seine Höhepunkte hatte.

Nachdem er mit verschiedenen Marken zutun hatte – als Designer und Berater – kreierte Suppes 1998 sein eigenes Label und entwickelte eine Mode, die zwischen basisch und sophisticated, zwischen glamourös und modern balanciert. Man kennt ihn wegen seiner Abendgarderoben – aber auch Trikots und Jeans–Wear – sowohl maskulin wie feminin – sind in seiner Kollektion zu finden. Die 80er Jahre sind eine seiner beliebten Referenzen.

Der Stilist glänzte auf der Fashion Week in São Paulo, im Januar 2003, mit einer Winter–Kollektion, deren Inspiration aus dem Universum der Harley Davidson Motorräder stammte und Elemente Punk und Neo–Punk präsentierte. Ende Januar 2004 eröffnete Naomi Campbell höchst persönlich die Show, als deren Thema eine offensichtlich exzessive Sorge um die Gesundheit und physische Körperbeschaffenheit der Modeträger gewählt worden war. Das Supermodel bekam einen schlappen Applaus mit einem Jäckchen, welches mit silbernen Kristallen umrandet war und besonders die unübersehbaren Kurven ihres Wonnekörpers betonten.

Dieselbe Kollektion wurde vom Juwelier Aruák begleitet, der die Accessoires konfektioniert hat und eine Art Anhänger schuf, in dem man Tabletten unterbringen kann – er wurde als Geschenk ans Publikum verteilt. Die Partnerschaft des Stilisten mit dem Juwelier brachte noch ein paar weitere Stücke hervor, wie zum Beispiel Ketten und Armreifen mit Gold überzogen.

Die Kleider von Eduardo Suppes kann man in fünf Showrooms in São Paulo und Belo Horizonte finden, sowie in zirka 200 Markenartikel–Geschäften in ganz Brasilien.

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Erica Ikezili
Gründungsjahr: 1976
Unternehmen in Cornélio Procópio, Bundestaat Paraná

Roboter, die sich verwandeln, Origamis, Futurismus. Erica Ikezili, anfangs 30, bringt das japanische Universum auf den Laufsteg. Als “Sansei“ wuchs die junge Stilistin in einer Familie auf, die ihre orientalischen Sitten und Gebräuche bereits abgelegt hatte. Als sie einen ebenfalls “Sansei“ heiratete, einen aktiven Integranten der japanischen Kolonie, begann sie ihr persönliches Verhältnis mit der Kultur ihrer Vorfahren. Und nach einer Japanreise entdeckte sie die Quelle ihrer Inspiration – einen Weg, der sie in die Welt der Mode führte.

Erica machte eine Ausbildung in Mode–Design an der Fakultät Santa Marcelina in São Paulo, im Jahr 1999 beendete sie ihr Studium. Zu jener Zeit arbeitete sie bereits als Assistentin von Alexandre Herchcovitch, in der Produktion.

Im Jahr 2000 glänzte die Stilistin auf den Laufstegen verschiedener Events. Ihre erste Erfahrung war das “Prjeto Lab – Semana da Moda“ – zur selben Zeit verkaufte sie ihre ersten Kreationen auf dem “Mercado Mundo Mix“. Dann schloss sie sich dem “Amni Hot Spot“ an, einem Zirkel, der von der “Rhodia Polamida“ gesponsert wurde. Und sie präsentierte sich ebenfalls auf der “Semana da Moda – Casa de Criadores“. Im Januar 2005 tritt sie in eine neue Phase ein und erscheint zum ersten Mal auf dem offiziellen Programm der São Paulo Fashion Week.

Ausser den evidenten japanischen Einflüssen, die den okzidentalen Körperformen angepasst wurden, präsentieren Ericas Kollektionen Elemente der “Moulage“, einer Modelliertechnik am lebenden Modell. Accessoires in Form von Käfern und Drucke von Schmetterlingen bestimmen die Kollektion, die in der Regel unter einem bestimmten Thema daherkommen. Die Kreationen der Stilistin findet man in einem Geschäft der Galerie “Ouro Fino“ in São Paulo. Eine neue Betreuung der Kunden wird von ihr angeboten: Sie besucht ihre treuesten Kunden, die über wenig Zeit verfügen, in ihrem Heim – dort können sie in aller Ruhe die Kleider anprobieren und auswählen.

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Fábia Bercsek
www.fabiabercsek.com.br/
Gründungsjahr: 1978
Unternehmen in São Paulo, Bundesstaat São Paulo

Die aus São Paulo stammende Fábia, ist eine der herausragenden Talente der neuesten Generation brasilianischer Stilisten. Als hervorragende Illustratorin, entschied sie sich für die Kreation von Kleidern, als ihr Zeichenstil eine modische Note angenommen hatte. Nachdem sie die technische Hochschule für kommunikatives Design abgeschlossen hatte, hatte sie keine Zweifel mehr, den Kursus für Mode an der Fakultät Santa Marcelina zu belegen, aus der sie 1999 mit ihrem Diplom in der Hand und schon sehr viel Erfahrung hervorging. Denn, noch bevor sie ihren Abschluss machte, stürzte sie sich entschlossen in den Kampf um einen Platz an der Sonne in einem äusserst hart umworbenen Markt. Schon im zweiten Jahr ihres Studiums assistierte sie nebenbei in der Produktion der Zeitschrift “Elle“ und lernte das Universum der Stilisten und des Laufstegs aus der Nähe kennen. Jedoch mit Alexandre Herchcovitch tauchte sie endgültig in ihren Beruf ein.

Bercsek lernte den bekannten Stilisten auf einem gemeinsamen Workshop kennen und profitierte von einem Lob des Meisters, indem sie ihn um eine Lehrzeit bei ihm bat, die sie auch bekam. Nachdem sie einmal pro Woche sein Atelier frequentiert hatte, ging sie dazu über, jeden Tag dort zu erscheinen, und als sie drei Jahre später sein Atelier verliess, hatte sie sich bereits einen kreativen Platz für seine Kollektionen erobert.

Und sie studierte immer noch, als sie bereits in den Zirkeln um den Laufsteg Furore machte. 1998 machte sie bei einer Gruppe von Studenten der Santa Marcelina mit, die einige ihrer Modelle auf der FENIT – der internationalen Ausstellung der Textilindustrie – präsentierten, innerhalb eines dafür reservierten Programmteils, der “Neue Talente“ hiess.

Die Kreationen der Bercsek erregten die Aufmerksamkeit von André Hidalgo, von der “Semana da Moda – Casa de Criadores“, der sie daraufhin einlud, eine kleine Modenschau zu arrangieren. Zwei Jahre später kam sie mit ihrer eigenen Marke heraus, im offiziellen Programm desselben Events, zu dem sie ein Konzept femininer Kleidung für junge Frauen mit starker Persönlichkeit entwickelt hatte, welche dem Gebrauch von Stoffdrucken Vorrang gab. Innerhalb dieser Art von Garderobe hatten sowohl einfache Shirts ihren Platz, wie auch aufwendige und teure Kleider.

Ohne eigene kommerzielle Struktur zirkulierte Bercsek durch die Bazare, bis es ihr gelang, einen ersten eigenen Laden innerhalb des Stadtteils der “Jardims“, in São Paulo, zu eröffnen – im Juni 2004. Sie trat auch dem Zirkel “Amni Hot Spot“ bei und nahm teil am Projekt “Ellus Second Floor“. Im Januar 2005 war sie eines der jungen Talente, die an der São Paulo Fashion Week erstmals auftraten.

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Fause Haten
www.espacofh.com.br/
Gründungsjahr: 1987
Unternehmen in São Paulo, Bundesstaat São Paulo

In diesem Fall war es keine Berufung zur Mode sondern nur kommerzielles Geschick, welches den Eintritt von Fause Haten in die Fashion–Welt bestimmte. Als Sohn eines libanesischen Händlers aus der “25 de Março“, der traditionellen Geschäftsstrasse aus dem Zentrum São Paulos, suchte er bereits in seiner Jugendzeit nach einer Unterhaltsform, die ihm erlauben würde, zu reisen. Geschickt mit seinen Händen und der Schere, schneiderte er ein paar Kleider, setzte dann sein unverschämtestes Gesicht auf und präsentierte seine “Modelle“ im Geschäft “Les Lis Blancs“. Er machte sich seine gemeinsame arabische Abstammung mit den Besitzerinnen, Traudi Guida und Rahyja Calixto, zunutze, wurde herzlich empfangen und durfte seine Kleider zum Weiterverkauf dalassen.

Fause kniete sich rein und hörte nicht mehr auf. Machte ein paar Kurse auf Fakultäten mit – inklusive einen technischen Modekurs auf der Uni Anhembi–Morumbi – brachte es aber nirgends zu einem Abschluss. Alles, was er weiss, hat er in der Praxis gelernt.

1987 brachte er seine eigene Marke heraus, die “Der Haten“ – die dann in “Fause Haten“ geändert wurde, unter seinem eigenen Namen. In den 90er Jahren eroberte er sich einen Platz im Universum der Modenschauen und präsentierte seine Kollektionen auf der “Phytoervas Fashion“ und der “Morumbi Fashion“. 1999, als die “Morumbi Fashion“ bereits in “São Paulo Fashion Week“ umbenannt worden war, erregte seine Präsentation die Aufmerksamkeit eines amerikanischen Direktors der Parfümmarke “Georgio Beverly Hills“, der einen unbekannten Stilisten suchte, um ihn in den USA zusammen mit einem neuen Parfüm bekannt zu machen. Der Brasilianer wurde unter 15 Kandidaten ausgewählt – und das war sein Eintritt in den internationalen Markt. Ein Jahr später gab er sein Debüt zur Woche der Mode “7th on Sixth“ in New York. Und später wurde er in den offiziellen Kalender der Woche der Mode, in Milano, aufgenommen.

Fause macht maskuline und feminine Mode, die man als chick und extravagant bezeichnen kann – ihr Stil liegt zwischen “Haute Couture“ und “Prêt–à–porter“. 2001, als er den Preis der “Abit Fashion Brasil“ als “bester Stilist des Jahres“ gewann, senkte er die Preise seiner luxuriösen Kreationen. In einer Partnerschaft mit der Ladenkette Riachuelo, die populäre Mode vertreibt, lancierte er die Marke “Haten F.“ einer jungen Streetwear.

Eine andere Facette der Arbeit des Stilisten ist das Kunsthandwerk in Gold, das er in einer Partnerschaft mit dem Juwelier Guilherme Duque entwickelt hat. Es besteht aus Muscheln in Weiss– und Gelbgold – mit oder ohne Diamanten – in Reigen oder als Einzelstücke. Diese Schöpfungen werden in 30 Juwelierläden Brasiliens verkauft. Schmuck, Kleidung und Accessoires findet man in seinem Geschäft in São Paulo und bei Multimarkenartiklern im ganzen Land.

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forum

Forum
www.forum.com.br/
Gründungsjahr: 1981
Unternehmen in São Paulo, Bundesstaat São Paulo

Forum ist das landeszweite und berühmteste Label von Tufi Duek, 46 Jahre alt, Carioca, die in São Paulo aufwuchs. Sie begann sich schon im Alter von 17 Jahren mit Mode zu beschäftigen. 1975, als sie gerade mal 21 war, brachte sie die Marke “Triton“ heraus – Trikotagen für die Jugend.

Aber erst das “Forum“, gegründet 1981 in Partnerschaft mit ihrem Bruder Isaac Duek, machte die Stilistin wirklich bekannt – und berühmt: sie wird heute als eine der bedeutendsten Schöpferinnen brasilianischer Mode bezeichnet.

In den ersten Jahren des “Forum“ widmete Tufi sich dem Segment Jeans–Wear – und dieses Segment wird auch von Kennern als Auslöser ihrer Anerkennung in der Fashion World zitiert. Die Mode des „Forum“ bringt Referenzen an die brasilianische Kultur – aber sie ist sehr städtisch und kosmopolitisch ausgelegt, praktisch und versatil. Der neue brasilianische Film, die Traditionen des Nordostens und das Universum der Cariocas waren bereits Themen ihrer Kollektionen.

1998 versuchte Tufi sich auf dem internationalen Markt und eröffnete einen Showroom in New York, mit exklusiven Produkten, die mit den Etiketten “Tufi Duek“ ausgezeichnet waren. Heute befinden sich einige dieser Stücke in den Schränken von berühmten Leuten, wie den Schauspielerinnen Meg Ryan und Jennifer Lopes und der Sängerinnen Mariah Carey und Britney Spears.

Forum nimmt an der São Paulo Fashion Week seit ihrer ersten Ausgabe teil, 1996, als der Event noch “Morumbi Fashion“ hiess. Tufi bringt dafür zwei Kollektionen pro Jahr heraus. Neben den Kollektionen findet man das Forum–Label auch auf verschiedenen anderen Produkten, welche die Marke Forum in Lizens führen dürfen. Damit schliesst sich das Unternehmen einer unter den brasilianischen Pret–à–porter–Stilisten üblichen Tendenz an. So entstand auch die Fragrance “Forum Tufi Duek“ und die Sonnenbrillen–Serie “Forum Eyewear“.

Die Kollektionen der Marke werden von der Equipe des stilistischen Koordinators Eduardo Pombal kreiert, zusammen mit den Stilisten Andréa Müller, Bia Askar, Luciana Campos, Giuliana Cricca und Alex Cassimiro. Forum hat schon zwei Bücher heraus gebracht: das erste “Ruas“ (Strassen) besteht aus Fotografien in Schwarz/Weiss, unterschrieben von Miro, die als Outdoors in ganz Brasilien reproduziert wurden. Das zweite Buch heisst “Photojeanic – The Cult Jeans“ und ist eine Sammlung von nationalen und internationalen Fotografen, die historische Jeans–Modelle abgelichtet haben, die sie von Sammlern zur Verfügung gestellt bekamen.

Eine Show, die Geschichte machte, fand Anfang 2004 statt: der Fernsehkanal GLOBO drehte ein Kapitel seiner Telenovela “Celebridades“ (Berühmtheiten) ab, in dem die Heldin der Fiktion, Maria Clara Diniz (dargestellt von Malu Mader) und der böse Renato Mendes (dargestellt von Fábio Assumpção) sich innerhalb eines enormen Menschenauflaufs gegenüberstanden, der von Leuten der Presse, dem Publikum und echten Berühmtheiten gebildet wurde.

Die Kollektionen des Forum werden in eigenen Geschäften in São Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte vertrieben, in über 40 Franchise–Läden und 650 Multi–Markenartiklern, verteilt über ganz Brasilien. Eine erst vor kurzem durchgeführte Untersuchung der Zeitschriften “Capital“ und “InterScience“ bezeichnete die Marke Forum als das zweite, meist bewunderte Unternehmen des Segments Mode in Brasilien.

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Giselle Nasser
www.gisellenasser.com.br
Geburtsdatum: 1977
Unternehmen in São Paulo, Bundesstaat São Paulo

Die Paulistanerin Gisele Nasser beschäftigte sich mit Nadel und Faden schon in ihrer Kindheit. Verbrachte die Ferien in Paraná, im Haus der Grossmutter, die ein Atelier der Haute Couture führte. Als Teenager, unentschlossen zwischen Theater und Mode schwankend, verbrachte sie wieder eine längere Zeit mit ihrer Grossmutter – sie blieb zwei Jahre. Dann kehrte sie entschlossen zurück und trat in die Mode–Fakultät Santa Marcelina ein, Geburtsstätte einer ganzen Reihe von jungen Talenten, die in den 90er Jahren ihre Karriere begannen. Im dritten Jahr ihres Studiums arbeitete sie nebenher bei Icarius, und als der Stilist zu ELLUS überwechselte, nahm er Gisele als seine Assistentin mit. In den zweieinhalb Jahren in diesem Unternehmen arbeitete sie mit an verschiedenen Kollektionen für ELLUS.

Im Jahr 2000 wählte sie das “Projeto Lab“, um ihre erste eigene Kollektion vorzustellen, und leitete damit einen Pilgerzug durch die Modezirkel von São Paulo ein. Fünf Präsentationen zur “Semana da Moda – Casa de Criadores“ und drei im “Amni Hot Spot“. Die letzte, im vergangenen Juli, wurde von der Kritik als eine der inhaltsreichsten des gesamten Events gelobt. Ihre Arbeit wird in der Fashion–Welt als feminin, romantisch und energisch bezeichnet.

Gisele gibt auch anderen Marken Hilfestellung. Anfang 2004 war sie mit der Reformulierung der Marke “Acqua e Sapone“ beschäftigt, angesichts der Kreation für die Winterkollektion, die unter neuem Namen herauskommen sollte, einer Kürzung des antiken “Sapone“.

Im Oktober 2004 eröffnete die Stilistin ihr eigenes Geschäft im Stadtteil der “Jardims“, in São Paulo, in einer Art Laden–Atelier–Konzept, das den Kunden erlaubt, die Produktionsprozesse kennenzulernen. In dem Geschäft auch eine Neuheit: die “Galerie–Linie“ – Kleider mit begrenzter, nummerierter Auflage. Das Geschäft wurde von den Architekten Vinicius Gomes und Paulo Castelotti projektiert, Integranten der “Kombi–Kooperative“ – eine Bewegung von alternativen Künstlern.

Im Januar 2005 gab die Stilistin ihr Debüt auf der São Paulo Fashion Week. Die Kreationen von Gisele Nasser findet man in ihrem Geschäft und bei “Daslu“, in São Paulo.

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Gloria Coelho
www.gloriacoelho.com.br/
Gründungsjahr: 1995
Unternehmen in Pedra Azul, Bundesstaat Minas Gerais

Innerhalb von 30 Jahren an der Front des brasilianischen Prêt–à–Porter, hat sich Gloria Coelho einen erfolgreichen Namen gemacht. Aus Minas Gerais stammend, hat sie sich in São Paulo niedergelassen und ist verheiratet mit Reinaldo Lourenço, ihrem Ex–Assistenten, dessen Name heute ebenfalls Gewicht in der Mode hat. Der Sohn der beiden, Pedro Lourenço, ist erst 14 Jahre alt und hat sich ebenfalls der Mode als Stilist verschrieben.

Glorias siegreiche Geschichte begann in den 70er Jahren. Seit ihrer Kindheit war sie mit der Kunst verbunden – stets hat sie Bilder gemalt, Gedichte geschrieben oder Kleider für Freunde angefertigt. Dann studierte sie in einem Institut für Kunst und Dekoration – ging schliesslich nach Frankreich.

In Paris nahm sie an einem Kursus des Studios Bercot teil – und 1974 zurück in Brasilien brachte sie ihre erste Kollektion unter der Marke „G“ heraus – ihrem antiken Label. Schon zu Anfang, beeinflusst von ihrem Hang zur Kunst und Geschichte, folgte sie ihrem Konzept, welches sie ihre gesamte Karriere hindurch beibehielt. Ihre Kleider waren stets für “sophisticated women“ konzipiert, die eine Antenne für die Aktualitäten der Welt hatten.

In den 90er Jahren, schon mit eigenem, gefestigtem Namen, brachte sie eine zweite Marke heraus, die sich einem jungen femininen Publikum widmete. Das Label “Carlota Joaquina“ wurde 1995 geboren – später aus numerologischer Sicht umbenannt in “Carlota Joakina“. Zur Gründung lud Gloria ihre antike Assistentin Carla Fincato zur Mitarbeit ein – Schülerin des Paares Coelho/Lourenço während zehn gemeinsamer Jahre.

Die Marke “Gloria Coelho“ besitzt zahlreiche Geschäfte in Brasilien und einen Showroom in Paris, wo Gloria eigene Kreationen ausstellt.Sie exportiert in diverse europäische Länder, die USA, Kanada, China, Libanon und Kuwait. Die “Carlota“ hat ebenfalls eigene Geschäfte und verkauft in mehr als 100 Multimarkenartiklern in Brasilien. Ein Showroom in London betreibt die Exporte der jungen Marke.

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Graça Ottoni
www.gracaottoni.com.br/
Gründungsjahr: 1980
Unternehmen in Minas Gerais

Die aus Minas stammende Unternehmerin ist von ihrer Ausbildung her eine Betriebswirtschaftlerin, die 1980 sich entschloss, von den Kreationen im Hippie–Stil zu leben, die sie konfektionierte. Diesen Stil hat sie nie abgelegt und zählt heute noch auf die Frauen, welche daran festhalten, dass Kleidung im “Hippie–Chic“ niemals ausser Mode kommen.

Ihre Kreationen sind aus feinen Stoffen gemacht, haben lebendige Farben und das Patchwork, die Applikationen und Stickereien sind vom Feinsten.

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Huis Clos
www.huisclos.com.br/
Gründungsjahr: 1979
Unternehmen in São Paulo, Bundesstaat São Paulo

Eine Marke der Stilistin Clô Orozco, gegründet 1979, als sie ihr natürliches Talent für die Mode entdeckte. Damals war die zukünftige Stilistin noch Studentin der Soziologie und Schülerin eines Theater–Kurses, wo sie als Kollegin von Sônia Braga agierte und mit ihr Szenen probte. Clô war politisch engagiert, und fertigte in ihrer Freizeit Batiquen an – eine manuelle Technik des Stoffbedruckens, die aus Indonesien stammt und von der Hippie–Generation populär gemacht wurde.

Es vergingen Jahre der Reifung, und es war keineswegs offenkundig, dass aus jenen unter Freunden verkauften Batiken dermaleinst eine professionelle Zukunft entstehen könnte. Aber die Berufung war stark. Plötzlich begann Clô mit dem Kreieren und Nähen von Kleidern im Atelier einer Tante in der Rua Augusta. Diese Stücke fanden Gefallen bei verschiedenen Markenfirmen – unter ihnen die SNOOPY, von Traudi Guida, der Seniorpartnerin des Geschäfts “Le Lis Blanc“. Die Erscheinung von Huis Clos war dann eine natürliche Folge dieses meteorenhaften Aufstiegs. Der Name ist ein idiomatischer französischer Ausdruck und ebenfalls der Titel eines Stücks des Philosophen Jean Paul Sartre, welcher die Jugend der 70er Jahre stark beeinflusste. Ausserdem, ist klar, dass das Wort “Clos“ sich wie der Name des Stilistin anhört.

In den über 30 Jahren ihrer Aktivitäten hat die Huis Clos ein feminines Modekonzept geschaffen, welches auf einer klassischen Linie basiert, sich aber stets durch exklusive zeitgenössische Stücke auszeichnet, unabhängig von Modetrends. Die Frauen, welche diese Kreationen tragen, sind zwischen 25 und 60 Jahre alt.

Neben der Huis Clos gibt es noch eine andere, spezielle, die auf dem Etikett den Namen Clô Orozco trägt. Dies sind Schöpfungen, welche nur in den eigenen Läden verkauft werden und aus europäischen Stoffen bestehen, die man auf der Textilmesse “Première Vision“ einkauft, die in Paris stattfindet.

Die Stilistin hat eine weitere Marke entwickelt, die sich “Maria Garcia“ nennt. Die Huis Clos kann auf zahlreiche Mitarbeiter zählen, an deren kreativer Spitze allerdings stets Clô selbst gestanden hat. Bei den Stoffdrucken zeichnet die Künstlerin Vera Costa verantwortlich für die Designs. Walter Rodrigues und Paula Marques arbeiteten am Anfang ihrer Karrieren in diesem Atelier mit. Nach drei Teilnahmen an der Morumbi Fashion, und einer an der São Paulo Fashion Week Ende der 90er Jahre, hat die Marke sich definitiv im grössten Event der brasilianischen Mode etabliert. 2004 lieferte sie anlässlich der 450 Jahrfeiern São Paulos eine Modenschau in den Räumen des Unternehmens im Stadtteil Barra Funda.

Das Unternehmen Huis Clos besitzt Verkaufsstellen in São Paulo, verkauft in weiteren 50 Multimarkenläden der bedeutendsten brasilianischen Städte und in Boutiquen der USA, Europa und Asien.

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