Was ist Astrologie?

Veröffentlicht am 29. November 2009

Astrologie – immer noch eine sehr umstrittene Wissenschaft
“Die Astrologie, so wie sie gegenwärtig praktiziert wird (sei es in ihrer traditionellen oder in ihrer psychologischen Form), besitzt keinerlei Relevanz hinsichtlich des Verständnisses unserer selbst oder unseres Platzes im Kosmos. Ihre modernen Verteidiger sind weder in der Lage, ein Fundament der astrologischen Assoziationen mit den irdischen Problemen zu erklären, noch haben sie irgend eine plausible Erklärung für ihre Behauptungen, und haben auch nicht mit irgendwelchem Wissen von Wert zu irgend einem Sektor der Wissenschaften beigetragen. Darüber hinaus verfügt die Astrologie weder über theoretische noch konzeptionelle Mittel, um ihre eigenen internen Probleme oder externen Anomalien auf adequate Art und Weise zu lösen, oder sich zwischen Behauptungen und sich widersprechenden astrologischen Systemen zu entscheiden.”
I.W. Kelly, Modern Astrology: A critique, p. 931.

“Die Tatsache unglaubwürdig zu sein, sollte kein Motiv sein,  die Möglichkeit zu verwerfen, dass eine entsprechend lange und konzentrierte Suche vielleicht ein goldenes Körnchen der Wahrheit im astrologischen Aberglauben entdecke.”
Johannes Kepler

Die Astrologie, in ihrer traditionellen Form, basiert auf der Theorie, nach der die Positionen und Bewegungen der Himmelskörper (Sterne, Planeten, Sonnen und Mond), im Moment der Geburt, das Leben einer Person profund beeinflussen. In ihrer psychologischen Form stellt die Astrologie eine Art Therapie der Neuen Ära dar, die man für das Selbstverständnis und die Analyse der Persönlichkeit nutzt.

astrologieDie traditionellste dieser Formen ist die Astrologie der Sonnenzeichen – man findet sie in zahlreichen Tageszeitungen unter dem Titel “Horoskop”, mit dem man eine astrologische Prognose bezeichnet. Dieser Terminus wird ebenfalls zur Erstellung einer Astralkarte, im Moment der Geburt einer Person, verwendet. Danach unterscheiden die Astrologen zwölf Himmelszonen (auch “Zodiac” genannt) – jede Zone erhält den Namen einer bestimmten Sternenkonstellation, welche ursprünglich einmal der jeweiligen Zone entsprach (Stier, Löwe, etc.). Alle Umlaufbahnen der Sonne, des Mondes und der bedeutendsten Planeten sind im “Zodiac” platziert. Allerdings haben sich ihre Umlaufbahnen im Lauf der letzten 2.000 Jahre um zirka 30 Grad nach Westen verschoben, deshalb entsprechen die Namen der antiken astralen Konstellationen heute nicht mehr den im Zodiac repräsentierten Segmenten – mit anderen Worten: Wenn jemand in derselben Stunde desselben Tages vor 2.000 Jahren geboren wäre, hätte seine Geburt unter einem anderen Sternzeichen stattgefunden.  

Eins der üblichen Argumente zur Verteidigung der Astrologie besteht aus dem Hinweis auf ihre Popularität und Tradition: Milliarden von Menschen unseres Planeten glauben an die Astrologie, und sie hat Milliarden von Jahre überlebt. Solche Aussagen sind wahr, aber andererseits durchaus irrelevant als Beweis einer “Wahrheit” der Astrologie. Schon die antiken Chaldäer und Assyrer beschäftigten sich mit der astrologischen Interpretation, vor zirka 3.000 Jahren. Um 450 vor Christus hatten die Babylonier bereits den Zodiac der 12 Sternzeichen entwickelt, aber es waren die Griechen – aus der Zeit eines Alexander des Grossen bis zur Eroberung durch die Römer – die den grössten Teil der Grundelemente moderner Astrologie einbrachten.  

Die Verbreitung astrologischer Praktiken wurde durch das aufkommende Christentum behindert, welches die göttliche Intervention und Auferstehung der Seele predigte. Nach ihrer Wiedergeburt gewann die Astrologie erneut an Popularität, zum Teil durch das allgemeine Interesse an der Wissenschaft und an der Astronomie (Sternenkunde). Christliche Theologen jedoch bekämpften die Astrologie, und im Jahr 1585 wurde sie von Papst Sisto V. offiziell mit einem Bann belegt. Zur gleichen Zeit schwächten die Arbeiten von Johannes Kepler und anderen Wissenschaftlern die Prinzipien der Astrologie.

Janice Drummond Reynoldsnach oben

“Einer Ablehnung sollte grundsätzlich der Versuch zu verstehen vorausgehen“!
Alles, was in einem bestimmten Moment geschieht, besitzt die Qualität, Charakteristik und Chemie dieses bestimmten Moments – auf dieser Basis von C. Jung funktioniert die moderne Astrologie. Die Zeit ist nicht nur ein Teil der Essenz des Lebens – sondern sie ist die Lebensessenz selbst! Die Natur entfaltet sich mittels sich wiederholender Zyklen, und der Mensch ist ein Produkt von Momenten innerhalb dieser Zyklen. Wir sind eine Mischung aus dem, was wir erben, und dieses Erbgut wird gefiltert und sondiert im Licht der Energien des Moments, in dem wir auf die Welt kommen. Mit anderen Worten : die Geschichte prägt die Art und Weise des Denkens einer jeden Person, und ein jeder hat die Fähigkeiten, an die er glaubt, zusammen mit seinem Erbgut – wobei man vom Prinzip ausgehen muss, dass dieses Erbe nicht nur physischer, sondern auch emotionaler und mentaler Natur ist. Die Planeten neigen sich – sie zwingen niemanden, und sie beeinflussen auch keine Personen oder deren Leben. Sie sind vielmehr Symbole der Kraft und der Energie, welche sowohl ausser- als auch innerhalb einer jeden Kreatur existieren. Verteilt in unterschiedlicher Art und Weise, setzen sie die Akzente der Individualität – aber auch dessen, was allen Menschen gemeinsam ist.

Die Astrologie erforschastrologie1t  die Bildung und Verteilung jener Energien in der Natur und in den Menschen. Obwohl jedes Lebewesen einzigartige Eigenschaften besitzt, teilt es bestimmte Verhaltensweisen mit anderen der gleichen Epoche. Und es existieren Charakteristika bestimmter Äras, die sogar die gesamte Menschheit durchdrungen haben – zum Beispiel: Die “Ära der Fische“ mit ihrem christlichen Konzept – sie hat alle in den letzten 2.000 Jahren Geborenen beeinflusst, selbst die, welche keine Christen sind. Auf dem Konzept jener Ära bauen nun die Konzepte der neuen “Ära Aquarius“ (Wassermann) auf, gestützt und begünstigt von der vorhergehenden. Obwohl sie sich alle an gewisse Konzepte halten, die man der Ära entsprechend “piscianische Konzepte“ (aus der Ära der Fische) nennt, besitzen doch auch alle in einem gemeinsamen Jahrhundert geborene Personen entsprechende gemeinsame Charakteristika “ihres“ Jahrhunderts. Trotz dieser gemeinsamen Verhaltensweisen desselben Jahrhunderts unterscheiden sich diese Personen allerdings wieder voneinander durch unterschiedliche Generationskonzepte, welche jedoch bei den jeweils in derselben Dekade (Jahrzehnt) Geborenen gemeinsame Charakteristika erkennen lassen. Und so fort – trotz übereinstimmender Eigenschaften und Verhaltensweisen ihrer Ära, ihres Jahrhunderts und ihrer Dekade, sind die in unterschiedlichen Jahren, Monaten, Wochen, Tagen und sogar unterschiedlichen Tagesabschnitten und Stunden Geborenen auch verschieden hinsichtlich ihrer persönlichen Eigenschaften. Einer, der vor dem Morgengrauen geboren wird, ist anders als der, welcher das Licht der Welt bei Sonnenaufgang erblickt. Und der, bei dessen Geburt die Sonne gerade untergeht, ist anders als jener, der unter der Sichel des Mondes auf diese Welt kam – obgleich sie beide immer noch die Charakteristika desselben Tages, desselben Monats, derselben Jahreszeit etc. besitzen. Personen, die im Frühling geboren werden, sind anders als die im Winter zur Welt gekommenen – doch in den Charakteristika desselben Jahres, der Dekade, des Jahrhunderts, gleichen sie sich. Mit der Erforschung dieser Charakteristika gelangt der Astrologe zu einem Verständnis der Zusammenhänge.

In der Natur gibt es eine Zeit der Geburt und eine Zeit des Sterbens – eine Zeit, in der die Äpfel wachsen und reifen, sowie einen spezifischen Ort für ihr Gedeihen. Aber Zeit und Ort der Äpfel sind nicht dieselben wie für Orangen, zum Beispiel. Wenn es jemandem einfallen sollte, zur Zeit und am Ort der Äpfel Orangen zu pflanzen, wird er keine Früchte ernten. Und so verhält es sich auch mit den Menschen. Es gibt kein warmblütiges Geschöpf, das in der Kälte geboren wird, so wie es kein Gemüse gibt, das aus dem Wüstenboden spriesst. Der Mensch wird genau in der Zeit und an dem Ort geboren, die seiner Art von Energie entspricht, aus der er besteht – eine perfekte “Verzahnung“.

Die von vielen Autoren kritisierte Idee, dass “hier unten alles genauso ist wie dort oben“, wird von diversen Wissenschaftlern als Wiederholung des Makrokosmos innerhalb eines Mikrokosmos verteidigt – und wenn Sie sich nur einen Moment konzentrieren, werden Sie alles begreifen können, was in diesem Moment enthalten ist. Jedoch, um einen Massstab zu haben, eine Vergleichsmöglichkeit, müssen wir uns in einen bestimmten Sichtwinkel begeben, in eine bestimmten Perspektive des Betrachtens: Ich möchte behaupten, dass eine Küchenschabe mit einer Person, die im selben Moment wie sie gezeugt oder geboren wurde, viele gemeinsame Eigenschaften besitzen. Und würde jemand diese Küchenschabe analysieren, würde er die Charakteristika entdecken, die mit denen des entsprechenden Menschen übereinstimmen – allerdings müsste er dann etwas von Entomologie verstehen. Bemerken Sie bitte, dass ich sagte “gezeugt oder geboren“, denn die Verzahnung ist so perfekt, dass die Energien des Zeugungstages stets denen des Geburtstages ähneln, wenn auch nicht vollkommen gleich sind.

Studienobjekt des Astrologen ist das Sonnensystem – genauer, der aus zwölf Planeten bestehende Gürtel dort oben über unseren Köpfen. Ihre Konstellationen greifen nicht in unser Leben ein, sind aber symbolische Kräfte, welche der Astrologe mittels des Studiums der Mythologie verstehen lernt. So ist zum Beispiel Mars der Gott des Krieges, er repräsentiert für den Astrologen die Kapazität der Strategie, den Impuls zur Bewegung, zu physischem Training, des Kampfgeistes – alles in allem die Essenz der Aktivität und Aggressivität einer Person. Oder betrachten wir Venus, die Göttin der Schönheit – in ihr begreift der Astrologe die künstlerischen Fähigkeiten, das Gefühl für Esthetik und den Grad der Bedeutung, welche diese Eigenschaften im Leben eines Menschen einnehmen. Der Astrologe bedient sich solcher Informationen sowohl zum Verständnis des spezifischen Verhaltens einer Person, als auch zum Erkennen von wahrscheinlichen Tendenzen von Epochen, Perioden etc. – was aber überhaupt nichts mit Rätselraten oder Aberglaube zutun hat.

Kleine Geschichte für jeden Monatnach oben

Ab Januar 2009 hat sich unsere Astrologin aus Brasilien etwas Neues überlegt, wie sie ihren Mitmenschen ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg durch das noch unbekannte vor ihnen liegende Jahr geben kann:

Eine kleine, aber durchaus ernst zu nehmende Geschichte für jeden Monat, in denen uns allen bekannte menschliche Schwächen und Unzulänglichkeiten zur Sprache kommen und stärkende Antworten erfahren werden.