Geschichte Dezember 2009

Veröffentlicht am 29. November 2009
Als die Maus vorsichtig durch das winzige Loch in der Wand schielte, sah sie den Bauern und seine Frau vor sich, wie sie ein Paket öffneten. Immer hungrig, war sie gespannt, was für Leckereien da wohl zum Vorschein kommen würden – und dann der Schock: das Paket enthielt eine Mausefalle!

Der Horror schüttelte die kleine Maus – mit gesträubten Haaren flitzte sie von einer Stalltür zur anderen, um alle Tiere zu warnen: “Im Haus ist eine Mausefalle!! Sie haben eine Mausefalle im Haus”!!

Der Hahn meinte stellvertretend für alle seine Hühner:”Entschuldigen Sie, Herr Maus, ich verstehe, dass dies ein grosses Problem für Sie darstellt, aber für uns ist es keins – uns stört die Mausefalle nicht”!

Die Maus alarmierte das Schwein und schrie: ”Im Haus haben sie eine Mausefalle – eine Mausefalle”! “Entschuldigen Sie, Herr Maus”, sagte das Schwein, “da kann ich garnichts weiter tun als für Sie zu beten – beruhigen Sie sich, ich werde Sie in meine Gebete einschliessen”!

Schliesslich wandte sich die Maus an die Kuh – und die erwiderte:”Wie, was? Eine Mausefalle? Und die soll gefährlich für mich sein? Nun, nicht für mich“!

Niedergeschlagen kehrte die Maus ins Haus zurück, um sich mit der Mausefalle abzufinden. Schon in dieser Nacht hörte man das schreckliche “Klack” des zuschnappenden Bügels – die Mausefalle hatte ihr erstes Opfer erwischt. Schlaftrunken, aber neugierig, schlurfte die Bauersfrau in die Küche, um sich anzusehen, was sich in der Falle gefangen hatte – und, noch bevor ihre Hand den Lichtschalter ertasten konnte, spürte sie einen heftigen Schmerz in ihrem Fuss : die Mausefalle hatte den Schwanz einer Giftschlange eingeklemmt und die hatte die Frau gebissen . . . Ihr Mann fuhr sie sofort ins Krankenhaus, und von dort kehrte sie mit Fieber nach Hause zurück.

Nun, jedermann weiss, dass man Fieberkranke am besten mit einer kräftigenden Hühnersuppe ernährt – also nahm der Bauer sein Beil und begab sich in den Hühnerstall, um die Einlage für die Suppe zu organisieren. Und weil die Kranke keine Fortschritte zu machen schien, kamen Freunde und Nachbarn, um sie zu besuchen – ihr Gastgeber tötete das Schwein, um ihnen ein würdiges Gastmahl zu bieten. Seine Frau aber wurde immer schwächer und starb schliesslich. Viele Leute kamen zur Beerdigung. Da opferte der Bauer seine Kuh, um sie alle zu verköstigen.

Und die Moral von der Geschichte:
Wenn Ihnen wieder einmal jemand begegnet, um Ihnen von seinem Problem zu berichten, und Sie meinen, dass es Sie nicht betrifft, dann denken Sie daran: dass mit einer Mausefalle im Haus der gesamte Bauernhof in Gefahr ist! Das Problem eines Einzelnen ist das Problem aller!

Ihre Janice Drummond Reynolds