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Senhora? Ich muss mit dir sprechen. Was ist los? War das Essen nicht nach ihrem Geschmack? Das Essen war gut. Das ist es nicht. Wir müssen uns mal unterhalten. Hier in der Küche? Ja, hier in der Küche. Dein Patron soll es nicht hören. Jawohl, Senhora. Du . . . War's das Glas, das ich zerbrochen habe? Wirst du wohl jetzt mal die Luft anhalten und mir zuhören? Ja, Senhora. Hat nichts mit dem Glas zu tun. Du wirst doch mit deiner Sambaschule paradieren, nicht wahr? Ja, Senhora. Aber wenn sie wollen, dass ich am Dienstag komme. . . Mein Gott! Darum geht's doch nicht, Geneci! Entschuldigung. Es ist so, ich . . . Geneci, ich möchte mitmachen bei deiner Sambaschule. Aber . . . Habt Ihr denn keine, sagen wir mal, eine Abteilung für Chefinnen? Irgend so was? Wenn die Senhora mir das früher gesagt hätte . . . Ich weiss. Jetzt ist es zu spät für das Kostüm und alles andere. Aber ich kann eine Bahianerin improvisieren, oder eine griechische Göttin – brauch dazu lediglich ein Betttuch. Nun, ich weiss nicht . . . Oder ich mach bei der Kapelle mit. Oder schiebe die Festwagen. Sehen sie mal, es ist nicht leicht . . . Weiss ich. Aber ich möchte mitmachen. Samba tanzen kann ich recht gut. Hast du mich nie Samba tanzen gesehen? In den Clubs, auf den Bällen. Wenn irgendwo eine Samba ertönt, schon bin ich dabei. Ich glaube fast, dass an mir eine Angestellte verloren gegangen ist. Ich meine – Entschuldigung. Schon gut. Ich gehöre auch zum Volk, Geneci! Wenn ich eine Sambaschule vorbeiziehen sehe, kriege ich immer eine Gänsehaut. Aber Senhora, sie können doch zuschauen. Aber ich möchte mitmachen, verstehst du das nicht? Mitten in der Masse. Spüren, was das Volk empfindet. Vibrieren, singen, hüpfen und schwitzen. Sehen Sie mal . . Warum dürft nur Ihr Volk sein? Ich habe auch ein Recht. Nun, ich weiss nicht . . . Wenn es nötig ist zu bezahlen – ich zahle. Das ist es nicht. Es ist so . . . Also gut. Nun sieh mal. Ich muss nicht mal bei der Parade dabei sein. Ich könnte nähen. Helfen, die Leute zu organisieren. Helfen beim Transport. Mein Alfa Romeo steht euch zur Verfügung. Und wenn der Patron es nicht merkt, sogar der BMW. Es ist die Emotion, die mich beflügelt, verstehst du? Sagen zu können "meine Sambaschule . . ." Dann hätte ich Gesprächsstoff bis zum Jahresende. Meine Freundinnen würden verrückt vor Neid. Ein paar würden natürlich auch die Nase rümpfen. Aber ich bin eben nicht so eine. Ich bin O.K. Bin ich nicht immer gut zu dir, Geneci? Ich habe dich doch immer wie unsresgleichen behandelt, oder nicht? Doch, das haben sie, Senhora. Mein Gott – die Amme meiner Mutter war eine Schwarze! Ja, Senhora. Geneci, das ist eine Bitte, die du mir da erfüllst. Im Namen unserer alten Freundschaft. Ich mache alles für unsere Sambaschule, Geneci. Nun gut, wenn die Senhora mich wirklich so drängt . . . Irgendetwas, Geneci. Nun, Rudinei und Fátima Araci wissen noch nicht, wo sie bleiben sollen. Wer? Meine Kinder. Ah. Wenn also die Senhora auf sie aufpassen würde, während ich paradiere… Gut. Werde drüber nachdenken. Dann sehn wir weiter. Ich werde sie herbringen und . . . Hab schon gesagt, dass ich drüber nachdenken werde, Geneci. Und nun serviere den Kaffee im Salon! Nach einer Erzählung von Luis Fernando Verissimo Deutsche Übersetzung Klaus D. Günther |
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