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Betinho bleibt bei mir, weil er noch zu klein ist und seine Mutter braucht – sagte Carmen. Aber das Kindermädchen kümmert sich doch um ihn, und das Kindermädchen nehme ich mit – sagte Eduardo. Wieso nimmst du sie mit? Ich brauche das Kindermädchen, damit sie sich um Oswaldo kümmert. Aber Oswaldo ist schon 17 Jahre alt! Er und sein Kindermädchen hängen doch so aneinander. Es wäre eine Schandtat, die beiden zu trennen. Also dann kann Oswaldo auch bei mir bleiben. Oswaldo, Betinho, CarmenMaria, Denise und das Kindermädchen. Du vergisst nur eine Sache. Was? Denise ist nicht deine Tochter! Als ich mich von Joana getrennt habe, um dich zu heiraten, habe ich die Denise schon mitgebracht! Nun denn, der Oswaldo ist auch nicht mein Kind. Was sagst du da? Er ist von meinem zweiten Mann, der ihn nicht haben wollte. Der Oswaldo ist nicht dein Sohn? Nein, er war vom Miro. Wenn ich richtig drüber nachdenke, war er auch nicht vom Miro, sondern von der Teresa. Als die beiden sich trennten, hat der Miro den Oswaldo behalten – ich glaube es war ein Versehen. Aber als ich dich geheiratet habe, glaubte ich, Oswaldo sei dein Sohn. Was macht das für einen Unterschied? Was für einen Unterschied? Du vergisst, dass ich mit Teresa drei Jahre lang verheiratet war! Und was? Der Oswaldo könnte also mein eigener Sohn sein. Komisch, als ich mich von Teresa trennte, war ich sicher, dass ich alle meine Kinder mit mir genommen hatte. Ich liess meine beste Pfeife bei ihr zurück, aber die Kinder habe ich alle mitgebracht. Du hast mit Teresa den Rui und den Raúl bekommen. Der Oswaldo ist der Sohn von Antonio und Teresa. Raúl? Was für einen Raúl? Wieso, was für einen Raúl? Deinen Sohn Raúl! Meinen? Nun hör aber mal: als wir heirateten, hattest du den Raúl, den Oswaldo und die Carmen Maria. Ich hatte die Denise und den Daniel. Gemeinsam bekamen wir den Betinho. Auf gar keinen Fall! du hattest den Raúl, die Denise und den Daniel, ich hatte den Oswaldo, der eigentlich dem Miro gehört – oder der Teresa, aber beim Miro gelandet ist – und die Carmen Maria. Aber woher kommt dann der Raúl? Ich dachte von dir? Wir haben all die Jahre einen Mitesser aufgezogen! Das habe ich die ganze Zeit vermutet. Er gibt am meisten aus. Aber wo ist dann der Rui geblieben? Was für ein Rui? Dein Sohn mit Teresa. Du hast gesagt, dass du alle Kinder aus deiner Ehe mit ihr mitgenommen hast! Ja, hab ich. Teresa wollte sie nicht, weil sie im Begriff war, diesen Antonio zu heiraten, und der hatte schon sieben. Also ist Rui bei dir geblieben? Muss wohl . . . Und was ist aus ihm geworden? Lass mich mal nachdenken. Nach der Teresa hab ich die Joana geheiratet. Also ist Rui bei Joana geblieben? Nein. Warte mal . . . Was? Entsinnst du dich an unseren Ausflug nach Disneyland? Ja. Und da haben wir alle Kinder mitgenommen. Auch den Rui . . . Dann haben wir ihn dort vergessen! Na gut. Sicher ist er dort besser aufgehoben. Und Raúl? Bleibt bei dir. Weiss nicht warum eigentlich? Ich habe den Raúl, den Oswaldo, die Carmen Maria und den Betinho am Hals, und du nur die Denise und den Daniel, die am wenigsten Geld ausgeben? Na, sehr schön finde ich das! Aber du hast doch das Kindermädchen. Nimm wenigstens noch den Raúl dazu. Raúl braucht niemanden mehr, er ist bereits 21 Jahre alt – er kann arbeiten. Wie gut. Ich kann nämlich nicht noch zwei weitere Kinder in meine neue Ehe bringen. Warum denn das? Weil ich vorhabe, Marilu zu heiraten, und die hat schon fünf. Und ich und mein neuer Ehemann? Der Antonio hat schon sieben. Noch vier dazu macht doch kaum einen Unterschied. Nach einer Erzählung von Luis Fernando Verissimo Deutsche Übersetzung Klaus D. Günther für BrasilienPortal |
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