Murici

Veröffentlicht am 9. März 2014

Der Volksmund nennt sie auch: Muruci
Wissenschaftlicher Name: Byrsonima crassifolia (L.) Rich
Botanische Familie: Malpighiaceae
Herkunft: Norden und Nordosten Brasiliens

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Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Baum von bis zu 5 Metern Höhe mit einem zylindrischen Stamm, dunkler, rauher Rinde, und schmaler Krone. Blätter grün und steif. Blüten orangefarben, erscheinen zwischen Januar und März.

Die Frucht
Abgerundete Form, orangefarben. Fruchtfleisch transparent und Samenkerne cremefarben. Reift von April bis Juni.

Der Anbau
Die Samen keimen in lehmigem Substrat und brauchen einen schattigen Platz. Die Entwicklung ist langsam. Die Spezies findet auch ornamental Verwendung.

MuriciDie Muricis Brasiliens sind sehr verschieden, in ihrer Mehrheit sind es Pflanzen aus der botanischen Familie der Malpiguaceae, zu der auch die bekannte “Acerola“ gehört. Sie stammen aus Brasilien, und man findet sie auf dem ganzen Kontinent verbreitet – der volkstümliche Name “Murici“ wird in allen Regionen benutzt.

Innerhalb ihrer verschiedenen Varianten unterscheiden sich die “Muricis“ durch ihre Farben und Standorte. Entsprechend werden sie als “Murici-amarelo (Gelber Murici), Murici-branco (Weisser), Murici-vermelho (Roter), Murici-de-flor-branca (mit weisser Blüte), Murici-de-flor-vermelha (mit roter Blüte), Murici-da-chapada (Tafelland-Murici), Murici-da-mata (Wald-Murici), Murici-da-serra (Gebirgs-Murici), Murici-das- capoeiras (Gehölz-Murici), Murici-do-campo (Feld-Murici), Murici-do-brejo (Sumpf-Murici), Murici-da-praia“ (Strand-Murici), bezeichnet, unter anderen.

Die Mehrheit der Muricis, oder ein grosser Teil, wächst spontan in praktisch ganz Amazonien, wo man häufig auch Buschformationen von ihnen findet. Zur Reifezeit erscheint der Wald gelb getupft durch die Früchte.

Die Muricis sind jedoch keine Exklusivität des Regenwaldes, einige von ihnen sind auch in den südöstlichen Gebirgsregionen verbreitet, in den Cerrados von Mato Grosso und Goiás, sowie an der Küste des Nordens und Nordostens des Landes.

Unter den regionalen Früchten, die man an den Verkaufsständen der ambulanten Händler anzutreffen pflegt – besonders in den Städten des Nordostens – nimmt die Murici-Frucht ganz bestimmt eine Sonderstellung ein und, je nach der Jahreszeit, nimmt sie ebenso viel Platz ein, wie die anderen bekannteren Früchte der “Graviola, Jambo, Caju“ und die “Pitomba“. Hier werden zwei Arten Muricis bevorzugt, die eine mit der weitesten Verbreitung ist die Byrsonima crassifolia. In dem Fall handelt es sich um einen kleinen Baum von maximal 5 Metern Höhe, dessen kleine, gelbe Frucht ungeheuer wohlschmeckend ist und einen angenehmen Geruch ausströmt.

Kenner erwähnen die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der Murici-Frucht, die der regionale Bewohner von seinen Ahnen übernommen hat, viele davon stammen aus uralter Zeit. Wie berichtet wird, ist eine dieser typischen Verwendungen im Küstengebiet des Nordostens “die Zubereitung eines sehr nahrhaften Breis, den man unter der Bezeichnung “Cambica de Murici“ kennt. Wenn man die Frucht“, “in Wasser zerdrückt, löst sich ihr Fruchtfleisch leicht von Schale und Kern, dann mischt man sie mit Maniokmehl – gesüsst oder nicht – so bildet sie eine bedeutende Nahrungsvariante für die armen Leute der Küstenregion“. Ausserdem kann man die zerdrückte Masse durch Wasserzusatz auch in ein erfrischendes Getränk verwandeln oder zur Herstellung von Eis und anderen Süssspeisen verwenden.

Alles deutet darauf hin, dass es genau diese Art von Murici gewesen ist, welche vom reisenden Pater Gabriel Soares de Sousa in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Bahia entdeckt wurde. In seiner Beschreibung berichtet er, dass es sich um einen kleineren, sehr trockenen Baum handelte, der auf schwachem Boden wuchs, gelbe, weiche Früchte hervorbrachte, kleiner als Kirschen, essbar und von Geschmack und Geruch her “dem Alentejo-Käse ähnlich“.

Die als “Murici-do-campo“ (Byrsonima basiloba) bekannte Spezies unterscheidet sich von der ersten, grundsätzlich durch ihre Wuchshöhe. In diesem Fall ist es ein Baum mittlerer Grösse, mit verwundenen Ästen, typisch für die Region des “Cerrado“ – er erreicht zirka 10 Meter Höhe. Seine Blätter sind auch grösser als die des kleineren Baumes, und bedeckt mit feinen Haaren, die ihnen eine samtige Oberfläche geben. Seine Früchte und ihre Verwendung jedoch sind dieselben.