Mirtilo – Strauch-Heidelbeere

Veröffentlicht am 6. April 2012

Der Volksmund nennt die Pflanze auch: Uva-do-monte
Wissenschaftlicher Name: Vaccinium virgatum (ashei Reade)
Deutscher Name: Strauch-Heidelbeere
Aus der botanischen Familie der: Caesalpiniaceae R.Br.
Herkunft: Nordamerika

Vaccinium virgatum V. ashei  (seed)  ラビットアイ・ブルーベリー(実)
Vaccinium virgatum syn. V. ashei
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Diese für Brasilianer “exotische Frucht“ aus gemässigten Klimazonen stellt eine potenzielle Herausforderung für die Produktion in Brasilien dar. Ihr hoher Gehalt an Antioxidantien und vorbeugenden Substanzen gegen degenerative Krankheiten, ihr einmaliger Geschmack und ihre unverwechselbare Farbe, sind Faktoren, die den auch den brasilianischen Konsumenten direkt ansprechen.

Pflanze
Die “Mirtilo“ Brasiliens ist eine Strauch-Pflanze, die ihre Blätter während der kühleren Jahreszeit abwirft, mit einer Wuchshöhe zwischen 1,5 und 3 Metern, sie braucht ein gemässigtes Klima mit Kälteeinbrüchen, also ist ihre Verbreitung in Südbrasilien gegeben. Sie produziert ihre Früchte in Gruppen, die direkt an den Zweigen unregelmässig reifen und deshalb verschiedene Ernten benötigen, um jeweils nur die vollreifen Früchte zu entfernen.

Frucht
many blueberriesDie Frucht, uns Europäern gut bekannt, ist eine Beere, wenn sie reif ist, von intensiv dunkelblauer Farbe, bedeckt von einer dünnen Wachsschicht, im Durchmesser zwischen 1,5 bis 2,5 cm und 1,5 bis 4 g Gewicht. Jede dieser Früchte enthält viele winzige Samen, und das Fruchtfleisch ist von säuerlich-süssem Geschmack.

Kultivierung
Diese aus dem Südwesten der USA stammende Heidelbeere vom Typ “Ashei” wurde im Jahr 1983 in Brasilien eingeführt. In Nordamerika ist sie auch unter dem Trivialnamen “Rabbiteye“ (Kaninchenauge) bekannt, wegen der roten Färbung ihrer unreifen Früchte. Es ist eine Variante der Vaccinium corymbosum, die sich einem wärmeren Klima angepasst hat.

Es gibt sehr viele Heidelbeer-Arten, von denen drei Gruppen auch kommerziell interessant sind – man beurteilt sie nach ihrem Genotyp, ihrem Wuchs-Habitus, der Art ihrer Frucht und anderen Charakteristika. Diese Gruppen sind:

Die “Highbush“ (eine grosse Heidelbeere): Sie stammt von der Westküste Nordamerikas. Ihre Produktion, im Vergleich zu den anderen Gruppen, ist von allerbester Qualität, sowohl an Grösse wie im Geschmack ihrer Früchte. Die bedeutendste Spezies dieser Gruppe ist Vaccinium corymbosum L. . Die Spezies Vaccinium australe und Vaccinium darrowi werden zur genetischen Verbesserung benutzt.

Die “Rabbiteye“: Sie stammt aus dem Süden von Nordamerika – ihr bekanntester Repräsentant ist die Spezies Vaccinium ashei Reade. Im Vergleich zur ersten Gruppe produziert sie kleinere Früchte von minderer Qualität. Aber sie produziert auch grössere Mengen pro Pflanze, und ihre Früchte lassen sich länger lagern nach der Ernte. Sie ist von grösserer kommerzieller Bedeutung in Regionen mit weniger kaltem Klima, wegen ihrer Toleranz gegenüber höheren Temperaturen und geringerer Luftfeuchtigkeit.

Die “Lowbush“: Sie ist eine Kriechpflanze und produziert Beeren von geringer Grösse, die in der Regel in der Nährmittelindustrie verarbeitet werden.

Nutzung
Die Früchte können “natur“ verzehrt werden – direkt vom Strauch – oder als Gelees, Säfte, in Yoghurt, tiefgefroren oder als Likör.

Die Popularität der Heidelbeeren haben sie ihrem besonderen Geschmack und ihren Eigenschaften als “Frucht des langen Lebens“ zu verdanken. Ihr hoher Gehalt an Antioxidantien und vorbeugenden Substanzen gegen degenerative Krankheiten sind inzwischen von der Wissenschaft hinreichend bewiesen worden.

Das geringe Produktionsvolumen in Brasilien begrenzt die Vermarktung allerdings auf die frischen Beeren – inklusive dem Export. Dagegen ist das industrielle Potenzial bisher noch nicht ausgeschöpft worden. Einige bedeutende Faktoren erschweren die Kultivierung in Brasilien. In erster Linie ist da die Unkenntnis von Technikern und Produzenten hinsichtlich der Kultivierung dieser Pflanze zu nennen, um mit ihr eine wirtschaftliche Produktion zu erreichen – und die in Brasilien existierenden technologischen Grenzen, aus Gründen geringer Forschung und fehlender Informationen, verschlechtern die Situation.