Marajá

Veröffentlicht am 31. März 2014

Der Volksmund nennt sie auch: palmeira-marajá
Wissenschaftlicher Name: Pyrenoglyphis maruja (Mart.) Burr.
Botanische Familie: Palmae
Herkunft: Brasilien – Amazonas-Region

Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Palme mit geradlinigem, schlankem Stamm, sie kann bis zu 8 Meter Höhe erreichen. Blätter sind stachelbewehrt in ihrem Basisteil nahe am Stamm. Blüten gelblich, gruppiert in grossen Rispen.

Die Frucht
Kugel- oder ellipsenförmig, mit glatter Schale und schwarz-violetter Färbung. Fruchtfleisch klebrig und von gelblicher Färbung, umhüllt einen dunklen, harten Kern. Reift zwischen März und Juni.

Der Anbau
Eine wild wachsende Spezies, die auf brach liegenden Terrains häufig zu finden ist, ausserdem an Fluss- und Bachufern.

Wenn man in Amazonien in den Regenwald eindringt – zum Beispiel in kleinen Kanus auf den durch Überschwemmung gebildeten Kanälen (den “Igarapés“) – wird man überall auf wild wachsende Palmen stossen, wie die “Marajás“, die “Açaís“ und die “Bacabas“.

Traditionell bezeichnet man in Brasilien als “Marajás“ bestimmte Palmen, die aus Amazonien stammen und sehr häufig sind auf sumpfigen Terrains – an Flussufern, Seen und Überschwemmungsebenen der Region – dort findet man sie in grösseren, gemischten Gruppen.

Sowohl die Palme mit dem Namen “Marajá“, als auch eine andere, sehr ähnliche, die “Marajá-açu“ genannt wird, sie sind beide sehr häufig auf der Insel “Ilha de Marajó“, auf Böden, die einen Teil des Jahres unter Wasser stehen. Dort sieht man die Marajá-Palmen manchmal bis zur Hälfte im Hochwasser stehend. Sie sind sehr häufig, spontan wachsend und befinden sich an den besten Plätzen der Wälder, wo es Schatten und frisches Wasser gibt.

MarajáDie Früchte der “Marajás“ besitzen im Allgemeinen eine harte Schale und sind schwarz-violett gefärbt, sie umgibt ein Fruchtfleisch, das man roh verzehren kann, gering saftig, von weisser, gelblicher oder rötlicher Farbe, wohlschmeckend säuerlich, je nach Spezies. Aus dem Fruchtfleisch kann man einen Wein oder auch Essig unterschiedlicher Qualit6at herstellen.

Die Marajá ist eine Pflanze von scheinbar empfindlicher Erscheinung, denn sie präsentiert einen schmalen, schlanken Stamm, von dem man meinen könnte, dass er im Wind zerbricht. In Wirklichkeit ist ihr Holz extrem widerstandsfähig und hart, es wird zur Herstellung verschiedener Objekte benutzt, wie zum Beispiel Spazierstöcke, Krücken und Holzstützen. Die Indios aus Amazonien nutzen diese Eigenschaften der Palme, um aus ihrem Holz Waffen anzufertigen, wie Pfeilspitzen, Lanzen und Harpunen. Wegen seiner grossen Resistenz gegen Feuchtigkeit, wird das Holz auch für Fischzäune benutzt, die zum Teil unter Wasser stehen.