Maçã – Apfel

Veröffentlicht am 18. Januar 2014

Der Volksmund nennt sie auch: macieira
Wissenschaftlicher Name: Malus sp.
Deutscher Name: Apfel
Botanische Familie: Rosaceae
Herkunft: Europa und Asien

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“Der Apfelbaum wächst spontan in vielen Regionen Vorderasiens. Man findet ihn wild wachsend in den Gehölzen und Wäldern beinahe ganz Europas. Seine Kultur ist uralt. Die Bewohner der Seeufer in der Schweiz verkonsumierten Äpfel in grossen Mengen. In früherer Zeit produzierten sie Apfelwein. Aus Europa brachten sie den Apfel nach Brasilien und akklimatisierten ihn in den kühleren Regionen unseres Landes“ (Aus einem brasilianischen Schulbuch).

Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Ein Baum, der bis zu 10 Meter hoch wird. Stamm mit dunkler, glatter Rinde und abgerundeter Krone.

Die Frucht
Frucht kugelförmig, mit einer tiefen Einbuchtung rund um den Stiel, mit dem die Frucht an den Zweigen befestigt ist. Von rötlicher oder grüner Färbung, kann kleinere grünliche oder gelbliche Flecken aufweisen. Reift zwischen Februar und April (in Brasilien).

Der Anbau
Der Baum braucht ein kühles Klima, um sich zu entwickeln, und einen gemischten (Sand und Lehm) tiefen Boden. Die meist angebauten Apfelsorten sind: Gala, Golden Delicious und Fuji – sie sind unterschiedlich in der Textur und dem Geschmack des Fruchtfleisches.

Wenn die Mango als “Königin der tropischen Früchte“ bezeichnet wird, dann ist der Apfel “der König der europäischen Früchte“. In den temperierten Regionen wird er seit vielen Jahrhunderten bereits angebaut. Die antike Rolle des Apfels im Leben des Menschen ist eine Tatsache die im Lauf der Geschichte immer wieder Erwähnung findet: Erzählungen, die sich mit der Frucht des Apfelbaumes befassen, findet man in Legenden und Mythen unterschiedlicher Zivilisationen.

In diesem Sinne sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Apfel bereits in der biblischen Episode von der Ursünde im Alten Testament die Rolle der “Frucht der Erkenntnis“ spielt, die von der Schlange benutzt wird, Adam und Eva zur Sünde zu verführen. In dem heute weltbekannten Märchen “Schneewittchen“, aus der Kultur des Okzidents, wird ein vergifteter Apfel von der bösen Stiefmutter zum tragenden Element der Hexerei und des Unglücks.

MacasBis zum heutigen Tag weiss man nicht genau, wann und wo der Apfelbaum entstand, und welche wilde Spezies die Urahnen der heutigen Apfelbäume waren, deren Varianten man gegenwärtig kennt. Sie könnten zum Beispiel von Malus sylvestris abstammen, aus Europa, von Malus prunifolia, der aus Sibirien und Nordchina stammt, oder von Malus pumila, aus dem Kaukasus und einem Teil Russlands – oder von diesen allen zusammen.

Der Apfel ist wahrscheinlich die Frucht, die in sich die grösste Menge an Varianten vereint. Man schätzt, dass es zwischen 5.000 und 20.000 Sorten gibt. Davon werden 3.000 bis 4.000 Sorten angebaut – in grösseren und kleineren Mengen, in verschiedenen Teilen der Welt. Sicher ist, dass diese Zahl Tag für Tag wächst, mit der Verbesserung und Entwicklung neuer Varianten in Versuchslabors.

Der Apfel ist, so sagt Eurico Teixeira, “zu bekannt, als dass man seine Frucht beschreiben müsste“. Innerhalb der verschiedenen Sorten kann man die Früchte auseinanderhalten und einordnen gemäss ihres unterschiedlichen Geschmacks, der Grösse, der Form, Aussehen und Konsistenz ihres Fruchtfleisches und der Schale, und nicht zuletzt, auch hinsichtlich ihrer verschiedenen Verwendungszwecke.

Grundsätzlich kann man Äpfel in drei Typen einteilen: Tafeläpfel, Kochäpfel und solche, aus denen man zu Apfelwein oder Essig industriell herstellt. Trotz der unzähligen Apfelsorten heutzutage, kann ein einziger Baum Früchte für unterschiedliche Nutzung hervorbringen, je nach ihrer Klassifizierung. Nach einer ersten Auswahl werden die Äpfel, deren Form, Farbe, Grösse und Beschaffenheit der Schale einwandfrei sind, vorsichtig eingepackt, um für den Konsum “in natura“ auf den Markt zu kommen. Früchte mit einer Qualitätsminderung werden zur Fabrikation von Nebenprodukten, wie Säfte, Wein, Essig, Alkohol, Gelees, Kompotte, Süssigkeiten etc. benutzt.

Die ersten kultivierten Pflanzenableger, die von Europa in den 20er Jahren nach Brasilien kamen, in der Absicht, kommerzielle Pflanzungen anzulegen, wurden im südlichen Minas Gerais, im Gebiet von “Maria da Fé“ eingesetzt. Dort entwickelten sich die Apfelbäume sehr gut, dank der geografischen Höhe und des Klimas, welches denen der gemässigten Regionen ähnelt.

Trotzdem waren Äpfel bis in die 60er Jahre in Brasilien eine Seltenheit, schwer zu finden, aufgehoben für besondere Anlässe oder reserviert für die Ernährung von Kleinkindern und zur Wiederherstellung kranker Personen.

Tatsächlich wegen seinem hohen Gehalt an Kalium und wegen seiner Kapazität, grosse Mengen an Faserstoffen zu produzieren, ist der Apfel eine Frucht, die zur Erhaltung der Gesundheit beiträgt, er verhindert Herzkrankheiten und den Exzess von Cholesterin im Blut, ausserdem ist er für Diäten zum Abmagern bestens geeignet.

Äpfel sind beliebt wegen ihres delikaten Geschmacks und die leichte Verdauung, die Alternativen des Konsums und ihre weitere Nutzung sind vielfältig und intensivieren die Kreativität der Köche: Ob roh, gekocht oder als Bratapfel, mit oder ohne Schale, ganz, krokanten oder saftigen Scheiben, in Stücken, geschabt, geraspelt oder als Püree, als Füllung für süsses Gebäck, für Gelees, Kompotte, Kuchen, Torten, Crepes und Strudel, als Beilage zu Fleisch und zur Zubereitung zahlloser gesalzener Rezepte, oder als Getränk, in Säften, Tees, Weinen und sogar als Essig.

Seit Mitte der 70er Jahre hat sich Brasilien in einen grossen Apfelproduzenten verwandelt, es existieren sogar unzählige Varianten der Frucht, die hierzulande entwickelt wurden, wie zum Beispiel die “Rainha“ (Königin), die “Soberana“ (Fürstin) und die “Brasil“-Sorte. An dieser Stelle ist die Arbeit des “Instituto Agronômico de Campinas“ zu loben, dessen Mitarbeiter es geschafft haben, Apfelbäume den weniger kalten Klimata Brasiliens mit Bravour anzupassen. Gute Erträge in Brasilien erbringen die Sorten “Gala“ aus Neuseeland, “Golden Delicious“ aus Kanada und USA, “Anna“ aus Israel und “Fuji“ aus Japan.

Diese an das brasilianische Klima gut angepassten Apfelsorten kommen in erster Linie aus dem Süden und Südosten des Landes, wo die Bundesstaaten Santa Catarina, Rio Grande do Sul, São Paulo und Paraná fast für die gesamte Produktion verantwortlich sind. Die brasilianischen Äpfel haben heutzutage die traditionelle Produktion argentinischer Äpfel hinsichtlich Qualität und Bevorzugung des brasilianischen Verbrauchers überholt.