Guabiju

Veröffentlicht am 4. März 2011

Der Volksmund nennt sie auch: guabiroba-açu; guabigu-guaçu
Wissenschaftlicher Name: Myrcianthes pungens (Berg) Legr
Botanische Familie: Myrtaceae
Herkunft: Brasilien – Araukarien-Naturwälder im Süden

Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Ein Baum, der bis 20 Meter Höhe erreichen kann – mit einem knotigen, vielfach verkrümmten Stamm und grauer, glatter Rinde. Blätter spitz zulaufend mit einem Stachel. Blüten cremefarben – erscheinen zwischen Oktober und November.

Die Frucht
Gross, gerundet, von rötlich-violetter Färbung, mit 1 bis 2 Kernen. Die Reife erfolgt zwischen Januar und Februar.

Der Anbau
Verbreitet sich mittels Samen – besonders die Vogelwelt sorgt für die Verbreitung. Man kann die Pflanze für ornamentale Zwecke einsetzen, obwohl sie nur langsam wächst. Ein Kilogramm der Samen enthält bis zu 4.000 Einheiten.

guabijuUnter den zahlreichen Exemplaren der brasilianischen Familie der Myrtaceae stellt die Guabiju einen seltenen Baum dar in einem Land von solch kontinentalen Ausmassen. Er kommt fast ausschliesslich in der Südregion des Landes vor – von São Paulo bis hinunter nach Rio Grande do Sul, wo er herstammt. Man findet ihn dort im gesamten Gebiet, welches vom oberen Rio Uruguai bewässert wird – weiter hinüber nach Uruguay selbst, bis hin nach Argentinien, Paraguay und Bolivien.

Ein delikater Baum von rigidem Aussehen – besonders charakteristisch sind seine Blätter: klein, hart, und von dunkelgrüner Färbung – sie enden in feinen, kurzen und sehr spitzen Stacheln, mit Nadelspitzen vergleichbar.

Der Baum braucht lange, bis er endlich Früchte trägt – zum ersten Mal 10 Jahre nach seiner Einpflanzung. Wenn er noch jung ist, trägt er ein Übermass an Früchten – obwohl er nur alle zwei Jahre so reichlich trägt.

Wie Maria do Carmo C. Sancotene berichtet, stammt das Wort Guabiju aus der eingeborenen Guarani-Sprache und bedeutet „Frucht, die man isst“ oder „Frucht mit glatter Schale“. Die Früchte, dunkel und mit konsistentem Fruchtfleisch, bestehen nach Eurico Teixeira aus „einer zuckrigen aromatischen Masse, angenehm im Geschmack und etwas adstringierend“ (Speichel zusammenziehend).

Die schmackhaften Früchte des Guabiju-Baumes werden sowohl vom Menschen wie auch von den Vögeln und anderen Tieren der Fauna geschätzt – sie sind ein exzellentes Lockmittel für kleinere Tiere. Aus diesem Grund findet man den Guabiju manchmal auch in kultivierten Obstgärten.

Trotz seiner vielen Qualitäten, die ihn auszeichnen, wie: seine lange Lebensdauer, der Geschmack seiner Früchte, seine schöne Form und sein Wuchs – wird der Guabiju eigentlich viel zu wenig beachtet oder gar angepflanzt, auch in seiner natürlichen Region. Also sollte man ihn, da seine Wurzel ebenfalls kaum aggressiv und sein Wachstum sehr langsam ist, verstärkt bei Projekten der Urbanisation einsetzen, als Bepflanzung von Strassenbegrenzungen, von Plätzen und in Parks.