Fruta-de-Tatu

Veröffentlicht am 4. März 2011

Der Volksmund nennt sie auch: Fruto-de-tatu
Wissenschaftlicher Name: Chrysophyllum soboliferum Rizzini
Botanische Familie: Sapotaceae
Herkunft: Brasilien – Cerrado-Gebiet

Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Pflanze von niedrigem Wuchs – Höhe bis 20 cm. Brillantgrüne, grosse Blätter.

Die Frucht
Kugelförmig, mit gelblicher Schale und weissem Fruchtfleisch, in dem sich ein bis zwei Kerne befinden. Reift zwischen November und Januar.

Der Anbau
Wildwachsende Spezies – verbreitet sich durch Samenkerne.

Fruto-de-tatuDie Fruta-de-tatu (Gürteltier-Frucht) stammt aus den zentralen Regionen Brasiliens, die vom „Cerrado“ beherrscht werden. Als eine niedrig wachsende Busch-Spezies kommt die Pflanze in Gebieten vor, deren Bewuchs weniger dicht ausfällt – zum Beispiel mit niedrigen Bäumen irregulärer Verzweigung, verdrehten Stämmen und dicker Rinde, welche die Oberfläche des Bodens nicht verbergen. Die Fruta-de-tatu erreicht selten mehr als 30 bis 50cm Höhe, und man kann sie ebenfalls in Gegenden finden, in denen die Vegetation mehrheitlich aus Gräsern und anderen Buschformen besteht. Ihre Früchte, in grosser Anzahl, bilden sich nahe am Boden, an der Basis der Pflanze.

Viele jener Pflanzenarten, die auf der Erdoberfläche als so genannte Kriechvegetation auftreten, wachsen nach unten zu richtigen Bäumen heran – zu einem vielfach vernetzten System von Stämmen, Ästen und Wurzeln. Eine davon ist die Cajuí (Anacardium humile), deren auf der Oberfläche sichtbaren Büsche – scheinbar unabhängig voneinander und über eine grosse Fläche verbreitet – unterirdisch alle miteinander verbunden sind!

Die Fruta-de-tatu spielt eine wichtige Rolle in der Nahrungskette der lokalen Fauna, und sie ist eine Grundlage für deren Erhaltung – inklusive der Gürteltiere. Letztere sind Säugetiere, die im Cerrado von einem breiten Artenspektrum repräsentiert werden – da gibt es das „Tatu-de-rabo-mole“, das „Tatu-canastra“, das „Tatubola“, das „Tatu-peba“, das „Tatu-verdadeiro“ und noch ein paar mehr Arten derselben Familie, und obwohl die sich vorwiegend von Larven, Würmern, kleineren Wirbeltieren, Termiten, Ameisen, Spinnen und anderen Insekten ernähren, verzehren sie auch verschiedene Früchte, die in der Reifezeit von den Bäumen fallen. Die Fruta-de-tatu, welche niedrig am Boden reift, erleichtert ihnen die Nahrungssuche.

Die Fruta-de-tatu besitzt weisses, schleimiges Fruchtfleisch. Ihr charakteristisches Aroma erlaubt einen Genuss in rohem Zustand oder als Saft. Eine feine Haut umgibt das Fruchtfleisch um einen oder höchstens zwei grosse Kerne, das man lutscht oder kaut, bis es sich von den Kernen löst.

Wie so viele andere native Fruchtpflanzen Zentralbrasiliens, hat auch die Fruta-de-tatu eine gewisse regionale Bedeutung, indem sie von der lokalen Bevölkerung überaus geschätzt wird.