Feijoa – Ananasguave

Veröffentlicht am 30. Januar 2011

Der Volksmund nennt sie auch: feijoeira, goiabeira-do-matos, goiaba-serrana
Wissenschaftlicher Name: Feijoa sellowiana Berg
Deutscher Name: Ananasguave
Botanische Familie: Myrtaceae
Herkunft: Brasilien – südliche Region

Wet Ananas Guave
Ananas Guave
Acca sellowiana - Brasilianische Guave (2016-06-25)
Unbenannt
Guave, brasilianische im Rosengarten von Rom / pineapple guava (acca sellowiana)
Jardin Sitio Litre
Ananas-Guave
Ananasguave
ananasguave, hortus haren
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Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Busch von zirka 4 Metern Höhe mit einem von unten bis oben verzweigten Stamm, dichte Krone. Blätter von olivgrüner Färbung. Blüten mit weissen Blütenblättern aussen und innen purpurrot.

Die Frucht
feijoaEiförmig, mit dicker, harter Schale von hellgrüner Farbe, wenn die Frucht reif ist. Das Fruchtfleisch ist gelb und hat einen ähnlichen wie die „Araçá“ – es umhüllt zwischen 20 und 30 Samenkernen. Die Reife vollzieht sich zwischen Januar und März.

Verbreitung
Die Pflanze braucht lehmigen Boden und felsiges Terrain, in einem temperierten Klima. Sie wächst spontan, kann aber auch mittels Samen verbreitet werden. Gut als ornamentale Pflanze zu verwenden. Die Feijoa – in Brasilien war sie in früheren Zeiten auch unter dem Namen „Goiaba-serrana“ bekannt – ähnelt der bekannteren Goiaba sehr und entstammt derselben Familie. Ihre Früchte sind recht gross im Vergleich zur zuletzt genannten, und ihr Baum ist dagegen recht klein – fast winzig, wie Pimentel Gomez bemerkt.

Nach Informationen von Pio Corrêa ist die Goiaba-Serrana dem Menschen doppelt nützlich:

„Zuerst einmal“, so dieser Autor, der sich mit der Pflanze als Ganzes befasst, „wegen ihrer eleganten Erscheinung, der Haltbarkeit ihres dichten Blattwerks und der Schönheit ihrer Blüten ». In der Tat, wer das kleinwüchsige Bäumchen der Feijoa in Blüte erlebt, im Frühling, kann sich der Bewunderung ihrer weissen äusseren und roten inneren Blütenblätter nicht verschliessen. Diese fleischigen Blütenblätter sind aber nicht nur schön anzusehen – man kann sie auch essen! Nach Pio Corrêa besitzen die Blütenblätter der Feijoa – schon Kindern als Naschwerk bekannt – einen angenehm süssen Saft, macht Spass, sie zu kauen. Auch die Blätter der Pflanze sind ansehnlich und dekorativ: klein und schmal, dunkelgrün auf der Oberseite und silbern auf der Unterseite.

Der zweite Vorzug dieser Pflanze, nach Pio Corrêa, liegt in der „Qualität ihrer Früchte, deren dickes, saftiges Fruchtfleisch besonders aromatisch schmeckt“. Ihr Geschmack, ähnlich der gemeinen Goiaba, wird von einigen Kennern als eine Mischung aus Banane, Erdbeere und besonders Ananas beschrieben, womit wir eine Erklärung dafür hätten, warum einer ihrer volkstümlichen Namen „Goiaba-abacaxi“ (Ananas-Goiaba) lautet.

Derselbe Autor hebt ausserdem hervor, dass die Brasilianer seiner Epoche nicht viel mit den Früchten der Feijoa anzufangen wussten. In der Tat, obwohl sie eine Frucht der subtropischen Regionen ist – sie stammt aus dem brasilianischen Süden, aus der Region der Campos die sich bis Uruguay und Paraguay erstrecken – fand sie über lange Zeit keinen Weg in die einheimischen Gärten oder auf deren Tisch.

Also reiste sie übers Meer – wahrscheinlich im Gepäck eines ausländischen Verehrers ihres Duftes und ihres besonderen Geschmacks – und vertrug sich wunderbar mit dem Boden und dem Klima des Auslands. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie in Europa angebaut – ganz besonders in der südfranzösischen Küstenregion – und seit 1900 auch an der nordamerikanischen Westküste, in Kalifornien – und so verschwand die Feijoa praktisch sang und klanglos aus Brasilien.

Erst 1981 brachte das landwirtschaftliche Unternehmen Dierberger, aus Limeira, im Interior des Bundesstaates São Paulo, die Frucht wieder zurück auf die brasilianische Bühne, indem seine Besitzer die Initiative ergriffen um aus Neuseeland, heute einem der grossen Produktionsländer der Feijoa, drei verschiedene Arten der Frucht zu importieren – eine davon wurde in den USA entwickelt. Man begann Ableger zu züchten zum Verkauf – und zur Neuverbreitung der Spezies in ihrem Mutterland.