Baru

Veröffentlicht am 29. November 2009

Der Volksmund nennt sie auch: Cumbaru; Cumaru; Coco–feijão
Wissenschaftlicher Name: Dipteryx alata Vog
Deutscher Name: Baru
Aus der botanischen Familie der: Leguminosae – Papilionoideae
Herkunft: Wälder und Cerrados von Mittel–Brasilien

Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Baum von bis zu 25 Metern Höhe – der Stamm kann 70 cm Durchmesser erreichen. Abgerundete, dichte Baumkrone. Blätter bestehen aus 6 bis 12 Fingern und sind intensiv grün. Kleine Blüten von grünlicher Färbung, die zwischen Oktober und Januar auftreten.

Frucht
Kastanienfarben, mit einem mandelartigen Kern und Fruchtfleisch – beide essbar. Reife zwischen September und Oktober.

Vorkommen
Charakteristische Pflanze der “Cerrados“ und Wälder auf trockenem Boden. Wächst schnell und verbreitet sich durch Samen. Ein Kilogramm der Früchte enthält zirka 30 Samenkerne.

Der Baru, Cumbaru oder Cumaru ist ein Fruchtbaum, der vom brasilianischen Zentral–Plateau stammt, aus der Region der “Cerrados” des Mittleren Westens – und er ist von der Ausrottung bedroht. Diese riesige Region, die ungefähr die Hälfte des brasilianischen Territoriums einnimmt – eine enorme Fläche von fast 2 Millionen Quadratkilometern, was in etwa der Grösse Mexikos plus viermal der Grösse Spaniens entspricht – erfasst Teile der Bundesstaaten São Paulo, Minas Gerais, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Goiás, Tocantins, Bahia, Piaui und des Federal Districts Brasília. Bis in die 60er Jahre war der “Cerrado” wenig bewohnt, und von wirtschaftlicher Bedeutung war lediglich extensive Rinderzucht auf riesigen Ländereien ohne weitere Nutzung.

Heute hat sich diese Situation verändert. Und obwohl es eine Gesetzgebung zum Schutz der Umwelt gibt, wird ein grosser Teil der Wälder mit nativen Fruchtbäumen wie dem Baru einfach abgeholzt. Das unkontrollierte Fällen von Bäumen zugunsten der Anlage von Soja und anderen Feldern, gefährdet daher auch den wertvollen “Baruzeiro“! Ausserdem ist das Holz dieses Baumes, der vielerorts bis zu 25 Metern Höhe erreicht, besonders schwer und extrem resistent gegen Pilz– und Holzwurmbefall! Deshalb ist sein Stamm besonders begehrt zur Herstellung von Holzwänden, Fussböden und Brettern für den unterschiedlichsten Gebrauch im Hausbau und sogar im Schiffbau.

Der majestätische Baum spendet einen schönen Schatten, bleibt immer grün, auch in den trockensten Perioden. Er bringt eine Frucht mit feiner Schale hervor, in der sich ein mandelförmiger, essbarer Kern verbirgt – der ist der begehrteste Teil für Mensch und Tier. Wenn sie reif sind, fallen die Früchte alleine vom Baum und werden auch von den im Cerrado weidenden Rindern gern gefressen – ein gutes Komplimentärfutter während der Trockenzeit.

baruDer Geschmack des Baru–Kerns ähnelt dem von Erdnüssen, und es gibt verschiedene Eigenschaften, die der Volksmund seinem Genuss zuschreibt – besonders die des Aphridysiakums: So sagen die Einheimischen, dass zur Reifezeit der Baru die Zahl der schwangeren Frauen stark zunimmt. Was man aber wissenschaftlich untermauert bereits weiss, ist die Tatsache, dass der Bauru–Kern einen grossen Nährwert besitzt, dessen Proteingehalt 26% übertrifft – und das macht ihn noch wertvoller als zum Beispiel eine Kokosnuss! Der Kern kann roh oder geröstet verzehrt werden, und ersetzt zum Beispiel vollwertig den Cashew–Kern – wird auch gern an dessen Stelle in einheimischen Rezepten verwendet.

Das aus den Kernen gewonnene Öl ist von exzellenter Qualität und wird von der lokalen Bevölkerung in der Regel als Aromastoff für Tabak und als Anti–Rheumatikum verwendet. Trotz ihrer vielfältigen Qualitäten hat die Bauru–Frucht noch keinen Weg in die kommerzielle Nutzung gefunden – und es ist äusserst selten, dass man sie zwischen den anderen Marktangeboten einmal entdeckt.

Zusammen mit anderen nativen Fruchtarten des brasilianischen Cerrado hat man, seit Ende der 80er Jahre, auch den Bauru–Baum (bauruzeiro) in verschiedene Experimente miteinbezogen, die von Biotechnikern des wissenschaftlichen Zentrums der “Pesquisas Agropecuárias do Cerrado” der EMBRAPA durchgeführt werden. Ziel dieser Untersuchungen ist es, nach einer Aufstellung über die Eigenschaften der Einsaat, des Anbaus und der Ernte des Baruzeiro – sowie auch der chemischen Komposition seiner Früchte und der physischen Charakteristika seines Holzes – ausgewählte Ableger zu produzieren, um die Pflanze rational und kommerziell nutzen zu können.

Man hat dabei zum Beispiel entdeckt, das der Baruzeiro als schnellwachsender Baum, und durch seine resistente Holzqualität, eine interessante Pflanze für die Aufforstung darstellt!