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Jambo – Rosenapfel

Der Volksmund nennt die Pflanze auch: Jambeiro
Wissenschaftlicher Name: Eugenia sp
Deutscher Name: Rosenapfel
Aus der botanischen Familie der: Myrtaceae
Herkunft: Indien

Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Ein Baum, der 15 m Höhe erreichen kann. Baumkrone von konischer Form, dicht belaubt, mit zahlreicher Verzweigung. Blätter von brillant–grüner Färbung. Grosse, aromatische Blüten, die in ihrer Färbung zwischen weiss bis rosa–purpur variieren können, je nach Spezies.

Frucht
Eiförmig und von weisser, grüner, rosaroter, gelber und dunkelroter Färbung – je nach Spezies – mit saftigem Fruchtfleisch von weisser Farbe, welches runde Kerne umhüllt.

Anbau
Verträgt keinen Frost und entwickelt sich auf jeder Art von Boden, insofern er durchlässig und tief ist. Wird fast im gesamten Brasilien kultiviert, vorzugsweise in Regionen mit warm–feuchtem Klima. Die Verbreitung geschieht durch Samen. Kann länger als 20 Jahr produktiv sein. Früchte von Januar bis Mai.

“Diese Frucht, welche ich Euch hiermit präsentiere, wird in ihrem Ursprungsland hoch verehrt: sie kam vor kurzem aus Malakka, und dort wächst sie sehr zahlreich. Aber sagt mir, wie sie Euch vorkommt – sie ist von der Grösse eines Enteneies, sogar ein bisschen grösser; und Ihr seht, wie ihre Farbe sich aus Weiss und Rot zusammensetzt, und dass sie nach Rosenwasser duftet – demnach beide Sinne auf das Angenehmste stimuliert“.

“Für mich“ – sagt Camara Cascudo, indem er sich auf obigen historischen Text bezieht, – “ist mit dieser Frucht ohne Zweifel die Jambo–vermelho (rote Jambo) oder Jambo–encarnado (karminfarbene Jambo) gemeint“.


HISTÓRIA DA ALIMENTAÇÃO NO BRASIL
(Geschichte der Ernährung in Brasilien von Camara Cascudo)
“Jambo–vermelho, Jambo–branco, Jambo–bravo, Jambo–rosa“ oder “Jambo–amarelo“: Delikatessen aus Indien und einigen Inseln von Malaysia, die nach Brasilien gebracht, sich dort eingebürgert haben. Die “Jambeiros“ sind herrliche Bäume. Obwohl sie nicht vom amerikanischen Kontinent stammen, haben sie sich doch so gut dem amerikanischen Tropenklima angepasst, dass man meinen könnte, sie stammten von dort. In den Regionen des Nordens, Nordostens und Südostens von Brasilien findet man selten einen Obstgarten ohne wenigstens einen “Jambeiro“. Und niemand fragt danach, ob er eine lokale Pflanze sei oder von weit herkommt. Obwohl sie alle den gleichen Namen “Jambo“ haben, handelt es sich hier nicht um Varianten derselben Frucht. Ihre Verwandtschaft ist wahrscheinlich dieselbe wie zwischen “Jabuticaba“ und “Pitanga“, die beide aus derselben Familie der Myrtaceae stammen, wie alle anderen “Jambos“ auch.

Die bekannteste unter ihnen, die “Jambo–vermelho (Eugenia malaccensis), wächst auf grossen Bäumen, mit ebenfalls grossen Blättern, deren Krone eine pyramidenartige Form hat. Dieser “Jambeiro“ von ornamentalem Charakter, bietet gleichzeitig Schönheit, guten Schatten und süsse Früchte den Glücklichen, welche sich seiner zu bedienen wissen und können. Seine zahllosen Blüten, lieblich in Purpur, Rosa und Violett gefärbt, bilden in den Bäumen einen “Purpurnen Vorhang von erstaunlichem Effekt“ – nach einer perfekten Beschreibung von Pio Corrêa.

Die Früjambochte, aussen rot und innen rein weiss, haben einen süssen Geschmack, der an Birnen erinnert, jedoch zusätzlich einen starken Duft von Blumen. Die Schale ist dünn und das Fruchtfleisch saftig aber konsistent – wer die Frucht probieren will, muss ein paar Mal kräftig zubeissen. Mit der Frucht des “Jambeiro–vermelho” stellt man ein ganz spezielles und sehr delikates Kompott her: Dazu werden die geschälten Früchte halbiert – dann lediglich kurz aufgekocht, um schliesslich in einer kochenden Zuckersosse weitergekocht zu werden. Das Resultat von ausnehmend delikatem Geschmack, ist auch fürs Auge eine Wohltat – eine Süssigkeit von rosa Farbe, wie von Pfirsichen. Sie können seine Zubereitung von Dona Chloé Loureiro lernen.

Die “Jambo–rosa“, auch bekannt unter dem Namen “Jambo–amarelo“ (Eugenia jambos), wächst auf kleineren Bäumen als die “Jambo–vermelho“. Auch ihre Blätter sind kleiner und spitzer. Die Blütenpracht ist üppig: die weissen, delikaten Blüten bedecken die gesamte Baumkrone, um schliesslich in einem sehenswerten Spektakel abzufallen. Die Frucht ist ebenfalls kleiner – äusserlich der “Araçá” sehr viel ähnlicher als der “Jambo–vermelho”. Auch die Farbe der Frucht von aussen ist viel heller – sie variiert zwischen Rosa und Gelb; mit den Worten von Pio Corrêa kann ihre Farbe “gelb–rosa oder rosa–weiss oder ins Violett spielend” erscheinen.

Die etwas mehlige Konsistenz ihres Fruchtfleisches erinnert an einen Apfel mit wenig Saft und ist der “Jambo–vermelho” ähnlich. Der Geschmack ist weniger markant, mit einem Duft von Rosen, nach denen die Frucht ihren Namen hat.

Der “Jambeiro–branco (Eugenia aquea) ist der exotischste unter allen Jambo–Bäumen. Seine Früchte, die von ihrer Erscheinung und Form mehr der “Jambo–rosa” gleichen als der “Jambo–vermelho”, präsentieren sich von aussen in weisser Färbung, bleich und in natura recht selten. Pio Corrêa, der sie beschrieben hat, sagt, dass diese Früchte “sehr schön gestaltet sind, sie scheinen aus Porzellan oder Paraffin gefertigt“. Obwohl von weniger würzigem Geschmack als die anderen Jambos, hat die “Jambo–branco“ wegen ihrer Schönheit und Seltenheit viele Bewunderer.
 

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