Früchte mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C

Veröffentlicht am 17. Januar 2013

Wenn es um Vitamine geht, denken wir wahrscheinlich zuerst einmal an die Zitrusfrüchte – und liegen dabei nicht ganz falsch. Aber es ist ein Irrtum anzunehmen, dass Zitronen oder Orangen in Bezug auf ihren Anteil an Ascorbinsäure (oder Vitamin C) zu den bedeutendsten Früchten gehört – sie erreichen nämlich nicht einmal die ersten zehn Plätze! In einem Ranking, in dem wir es mal bei den ersten zehn Plätzen belassen wollen, glänzt die aus Australien stammende “Buschpflaume“ (Terminalia ferdinandiana) mit 2.300 bis 3.150 Milligramm Vitamin-C-Gehalt auf 100 Gramm Fruchtfleisch auf dem Spitzenplatz – eine Frucht, die von den eingeborenen Aborigines “Murunga“ genannt wird und im Vergleich mit Orangen eine zirka 50-fache Konzentration an Vitamin C enthält !

Hintergrund aus Zitrusfrüchten

Das inzwischen so populäre Vitamin C, so weiss man, ist in Bezug auf die Gesunderhaltung unseres Körpers von grundlegender Bedeutung: es stärkt seine natürliche Immunität gegen Bakterien und Viren, und es stabilisiert unsere Psyche.

Wieviel Vitamin C braucht der menschliche Körper eigentlich?

Eine Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt, denn dazu muss man die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Menschen berücksichtigen – deren individuelle körperliche und geistige Anstrengungen werden den Bedarf an Vitamin C (und anderen Vitaminen) mehr oder weniger beeinflussen, Stress, Erkrankungen und andere Faktoren ebenfalls. Grundsätzlich geht man von der Erkenntnis aus, dass 100 Milligramm den Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen decken.

Welches sind nun die vitaminreichsten Früchte?

Erstaunlicherweise ist der Unterschied des Vitamin-C-Gehalts zwischen den einzelnen Spitzenkandidaten auf unserer 10-er Liste relativ gross. Während die schon erwähnte Buschpflaume mit einem Gehalt von bis zu 3.150 Milligramm aufwartet, erreicht eine Erdbeere, die Nummer 10 unserer Auflistung, lediglich 62 Milligramm Vitamin C auf 100 Gramm Fruchtfleisch – und das ist vergleichsweise immer noch mehr als zum Beispiel die Zitrone mit 52 mg und ein Apfel mit höchstens 12 mg.

Und hier die Liste der TOP-10

Alle Früchte sind aufgelistet nach ihrem maximalen Gehalt an Vitamin C, gemessen in Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch.

  • Buschpflaume (Terminalia ferdinandiana) – Gehalt 3150 mg/100 g
  • Camu-Camu (Myrciaria dubia) – Gehalt 2800 mg/100 g
  • Acerola (Malpighia glabra) – Gehalt 1700 mg/100 g
  • Hagebutte (Rosa canina) – Gehalt 1250 mg/100 g
  • Sanddornbeere (Hippophae rhamnoides) – Gehalt 800 mg/100 g
  • Guave (Psidium guajava) – Gehalt 300 mg/100 g
  • Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum ) – Gehalt 175 mg/100 g
  • Ebereschenfrucht (Sorbus aucuparia) – Gehalt 95 mg/100 g
  • Kiwi (Actinidea deliciosa) – Gehalt 80 mg/100 g
  • Erdbeere (Fragaria) – Gehalt 62 mg/100 g

BuschpflaumeVon der besagten “Buschpflaume“ aus Australien haben wir in Europa noch kaum etwas gehört. Bei den dortigen Eingeborenen ist die “Murunga“ allerdings als Energielieferant schon seit den Anfängen ihrer Kultur bekannt und begehrt. Ihre Verbreitung reicht vom tropischen Waldgebiet der “Northern Territories“ und Westaustralien bis ins östliche “Arnhemland“.

Camu Camu FruitsDie “Camu-Camu“ stammt aus dem Amazonasgebiet und wird in Brasilien, je nach Region, auch “Caçari“ oder “Araçá-d’água“ genannt. Sie ist verbreitet in Brasilien (Bundesstaaten Amazonas, Pará, Rondônia und Roraima), Bolivien, Kolumbien, Ekuador, Guyanas, Peru und Venezuela. In Europa kann man einen Extrakt in Pulverform in einigen Läden erhalten.

AcerolasDie “Acerola“, man kennt sie bei uns auch als “Kirsche der Antillen“, ist ausser in Brasilien auch über Panama, Mexiko und Guatemala, bis hinauf nach Texas verbreitet. Die Früchte wachsen auf niedrigen, ein bis drei Meter hohen, immergrünen Sträuchern. Sie werden wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts inzwischen auch nach Europa exportiert und tauchen hie und da in den hiesigen Obstauslagen auf.

Die “Guaven“ sind in allen neotropischen Regionen zu finden und in Brasilien besonders beliebt und begehrt, wo man sie “Goiabas“ nennt. Dort gibt es Sorten mit gelb-weissem und mit rosa-rötlichem Fruchtfleisch. In Europa findet man sie in noch unreifem, grünem Zustand auf Obstmärkten, was eventuell dazu beiträgt, dass sie bei uns nicht zu den bevorzugten Tropenfrüchten gehören, denn selbst wenn sie soweit nachgereift sind, dass sie “weich“ werden, ist doch ihr relativ hoher Vitamingehalt nicht mehr gegeben, der nur durch eine vollständige Reife am Baum erreicht wird.

Die Früchte der Eberesche gehören kaum zu unseren bevorzugten Früchten – die Bezeichnung “Vogelbeeren“ deutet dies bereits an – man überlässt sie den Vögeln. Sehr zu Unrecht, wenn man erfährt, dass die kleinen Früchte nicht nur für uns Menschen ebenfalls essbar, sondern auch mit einem erstaunlichen Vitamin-C-Gehalt ausgestattet sind – und sie sind sogar therapeutisch von Bedeutung. Dass sie zu den Kernobstgewächsen gehören, kann man gut erkennen, wenn man die kleinen Früchtchen genauer betrachtet: sie sehen aus wie winzige Äpfel.

Die übrigen aufgezählten Früchte in unserer List sind alle wohlbekannt und wachsen auch bei uns – sogar die ursprünglich aus Neuseeland stammende Kiwi (original “Quiui“) wird inzwischen im südlichen Europa, in der Mittelmeerregion und in einigen Tropenhäusern in der Schweiz mit Erfolg angebaut.