Mode-Tendenzen 2011

Veröffentlicht am 23. Dezember 2011

Rückblick auf brasilianische Mode-Tendenzen im Jahr 2011
Ein Jahr ist Zeit genug, um Tendenzen in der Welt der Mode zu verändern. Obwohl die grossen Stilisten nur zwei neue Kollektionen während dieser Zeit zu präsentieren pflegen – Herbst/Winter und Frühling/Sommer – wechseln die modischen Tendenzen in den Modewochen jener 365 Tage des Jahres 2011 viel schneller.

Das Publikum stürzt sich auf die Essenz einiger solcher Laufstegneuheiten und verwandelt sie in Wunschobjekte – in Begierden der Weiblichkeit. Auf diese Weise verändert und erneuert sich die Mode mehrere Male innerhalb einer kurzen Zeitspanne, aber es ist gar nicht schwer, mit ihr Schritt zu halten, wenn du dich auf das konzentrierst, was zu dir passt.

Man kann sagen, dass dies ein Jahr voller Neuheiten und Neustarts gewesen ist, aber es brachte auch einige Wiederentdeckungen und Inspirationen für eine Garderobe, die bereits bei anderen Generationen erfolgreich gewesen ist.

Nagellack mit Effekten

Esmaltes_com_efeitoMan könnte meinen, dass es nichts mehr zu erfinden gibt. Falsch! Die unerschöpfliche Begierde der Weiblichkeit, sich durch den einen oder anderen Modegag von der Masse zu unterscheiden, nährt eine Gruppe von Kreativen, deren Zahl genauso unbegrenzt wächst. Jetzt haben sie die gesamte bisherige Nagellack-Palette “geoutet“, um ihre Novität, die “Nagellacke mit Spezialeffekt“ an ihrer Statt einzuführen: Gekritzelt, geflockt, gummiert und sogar holographiert.

Passé ist jene Epoche, in der ein Nagellack lediglich zur Verschönerung der Finger- und Fussnägel aufgetragen wurde. Jetzt gehört er als Kombination zu einem bestimmten “Look“ und richtet sich nach Tendenzen, die sich in der gleichen Geschwindigkeit verändern wie die Garderobe. Jetzt gehört er zu den bedeutendsten Accessoires modischer Erscheinung.

Nachdem Channel ihren berühmten “Black Velvet“ herausgebracht hatte, der den Nagel mit einem gummiartigen Effekt überzieht, fühlten sich andere Marken – inklusive die brasilianischen – dazu provoziert, Lacke mit anderen Effekten herauszubringen. Der “Flockeneffekt“ hinterlässt auf den Nägeln kleine bunte Schuppen. Und sie haben auch welche erfunden, die ihre Farbe je nach Körpertemperatur ihrer Trägerin verändern. Man verlässt das Haus mit einer bestimmten Nagellackfarbe, die nach dem Mittagessen beim Cafezinho ihre Tönung verändert und auf dem hektischen Heimweg schon wieder ganz anders aussieht. Und der Kritzellack, den vorher eine Maniküre mittels eines Zahnstochers direkt in den frischen Lack einritzte – er bekommt jetzt eine Spezialbeschichtung: Nachdem die Nägel vorbereitet sind, nur diesen neuen “Kritzellack“ auftragen, und in Sekundenschnelle bildet sich der Effekt von selbst.

Es gibt Frauen, die einen “matten Effekt“ anstelle des Hochglanzes ihrer Nägel bevorzugen – oder den “holografischen Effekt“, eine Mischung aus Glanz, Funkeln und Farbe.

Totenköpfe

CaveirasOhne dass er je die Klischees der Modezeitschriften durchlaufen hätte, wird der so genannte “Caveirismus“ von vielen Personen benutzt und verehrt. Die Totenköpfe haben, weit über Rocker und Skinheads hinaus, sich an Taschen, Gürteln, Schmuck, Halstüchern und Kleidung festgesetzt – ganz ohne makabren Aspekt verleihen die Totenköpfe jedem Look einen besonderen Touch.

Bei der letzten “Fashion Week“ in São Paulo waren die Totenköpfe nicht nur an den Kreationen von Alexandre Hechcovitch zu sehen, der sie liebt. Viele andere Stilisten demonstrierten unterschiedliche Konzepte zur dekorativen Verwendung des Knochenskeletts während ihrer Laufstegpräsentationen. Und es dauerte nicht lange, da setzte sich der neue Trend auch bei den modebewussten Leuten beider Geschlechter durch – die Totenköpfe wurden zum Lieblingssymbol derer, die ihrem Aussehen eine besondere Prägung geben wollen.

Nicht zu vergessen, dass Alexander McQueen der Vater jener modischen Totenköpfe ist – Einführung 2009.

Jeans-Hemden

jeans_hemdDie Hemden nach dem berühmten Jeans-Vorbild, in Schnitt und Stoffqualität, versuchten gegen Ende des vergangenen Jahres an Marktanteilen zu gewinnen – es gelang ihnen in diesem Jahr. Das favorisierte Kleidungsstück des Übergangs der 70er in die 80er Jahre ist zurück – und es hat sich zu einem typischen Fetzen entwickelt, den die Frauen am liebsten aus dem maskulinen Kleiderschrank klauen. Und das ist in diesem Jahr buchstäblich in unzähligen Fällen geschehen.

Nachdem das Jeans-Hemd einige Jahre lang verschwunden war, ist es jetzt plötzlich wieder da – und vielseitiger denn je. Jetzt kann man es mit einem Kleid, einem Rock, offen oder geschlossen kombinieren, es ausserhalb oder innerhalb der Hose tragen, und man kann ihm einen besonderen Glamour mit Pailletten und anderem Glitzerzeug verleihen. Wichtig ist, das Hemd geschmackvoll zu tragen und aus dem Jeans-Look eine schicke Geschichte zu machen.

Die Mischung Jeans mit Jeans ist sogar wieder top-in. Anfangs schien diese Kombination absolut “over“ zu sein, und die meisten Leute hatten Angst vor einem Test. Aber dann genügte, dass ein paar Berühmtheiten und Models sich in ihrem Jeans-Look in der Öffentlichkeit zeigten – und die Angst war überwunden. Jetzt lassen sie alle ihren Inspirationen wieder freien Lauf, um “Ihren Jeans-Look“ zu kreieren.

So wie es aussieht, wird sich das demokratischste Kleidungsstück der Welt weiterhin einer ungebrochenen Popularität erfreuen können und im Schrank von Männern und Frauen noch lange Zeit die Nummer Eins bleiben – und zu jeder Jahreszeit!