Restaurant-Trends

Veröffentlicht am 14. Oktober 2011

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Brasilien-Trends: Restaurants

Gäste können in Brasilien unter einigen tausend Restaurants und Barbetrieben wählen. Welche sind preisgekrönt, welche sind neu und welche empfehlenswert? Hier erfahren Sie es.

Sonntag in Manaus

Sonntag in Manaus – der Tag für ein Mittagessen in schwimmenden Restaurants. In schwimmenden Häusern zu wohnen, die auf gigantische Baumstämme gesetzt sind, ist für die Menschen aus Amazonien keine Neuigkeit. Und die Flussbewohner der Region, deren Hauptbeschäftigung unter der Woche der Fischfang ist, sind bekannt als “Ribeirinhas“ (Strandläufer). Inzwischen haben sie allerdings in und um Manaus aus ihrer Not eine Tugend gemacht: Sie offerieren ihre schwimmenden Behausungen am Wochenende für Gäste – zu Mittag essen in schwimmenden Restaurants hat sich in Manaus zu einem neuen Lebensstil entwickelt, das die lokale Bevölkerung als Familienvergnügen gerne wahrnimmt – und auch bei den Touristen inzwischen Anklang findet.

In der Hauptstadt, durchkreuzt von drei “Igarapés“ – grossen Flussarmen, die sich über Kilometer weit hinziehen – befinden sich Dutzende solcher Einrichtungen, konzentriert hauptsächlich auf die Ufer des “Igarapé Tarumã, im äussersten Westen der Stadt. Sie sind unterschiedlich gross, aber die Mehrheit bietet die gesamte Struktur und den Service eines “terrestrischen“ Restaurants – und noch ein bisschen mehr.

Im “Restaurante da Doró“, zum Beispiel, erwartet die Kunden, ausser einem überdachten grossen Salon und einem VIP-Areal für diejenigen, die gerne direkt am Wasser sitzen möchten, sogar ein Swimming-Pool. Das Restaurant in T-Form bietet auch Ausflugsbooten einen Kai zum Anlegen – deshalb ist es an den Wochenenden stets voll. “Immer, wenn ich kann, komme ich mit meiner ganzen Familie, um die Natur zu geniessen und die angebotene Struktur ebenfalls“, sagt ein 43-jähriger Arzt, der die schwimmenden Restaurants mit Frau und Sohn frequentiert.

Auf den Speisekarten sind die regionalen Fisch-Menüs die meist bestellten – man bekommt den Fisch gebraten, gekocht und auch auf der Holzkohlenglut gegrillt. Renner sind “Tucunaré – Tambaqui und Pirarucu“, serviert mit einfachen Beilagen, wie Farofa (Maniok), weisser Reis, Salat und eventuell “Baião de Dois“ – eine Kombination aus gekochtem Reis und Bohnen. Für denjenigen, der keinen Fisch mag, servieren diese Restaurants auch Churrasco aus Rindfleisch.

Famiglia Mancini

Famiglia Mancini ist der beste Italiener mit “Null Frescura“. Das Restaurant “Famiglia Mancini“ wurde zum besten Haus der italienischen Küche von São Paulo gewählt – eine Kategorie, die sich mit den besten Restaurants des Landes messen kann – und die leitende Familie Mancini führt ihren Erfolg auf ihre Politik “Frescura Zero“ zurück. (Natürlich, das muss man erklären: Zero = Null und Frescura = ein Wort aus dem Umgangsbrasilianisch, was etwa die Bedeutung von “Einschmeichelei“ hat).

Mit anderen Worten: Hier geht niemand den Gästen um den Bart, sondern gewinnt sie durch Qualität – das Restaurant ist gut, angenehm zum Verweilen, billig und unterhaltsam. Voll besetzt – mit Wartezeiten bis zwei Stunden manchmal, an besonders belebten Tagen. Aber diese Wartezeiten in der Avanhandava – die von Walter Mancini, Besitzer weiterer fünf Etablissements in der Strasse, die von ihm reformiert worden ist – das Warten ist gar kein schlechtes Programm!

Das Restaurant ist eine Oase inmitten des Zentrums. Anstatt umzuziehen in einen eleganteren Stadtteil, ist die Familie Mancini geblieben – und hat die Strasse reformiert. Und macht so weiter wie seit der Eröffnung im Jahr 1980. Aufgehängte Weinflaschen, Käseräder, Schränke voller Gläser voller Artischockenherzen in Olivenöl und die besten Oliven, die ich je probiert habe.

Das Essen ist wie aus einer Kantine – verbrasilianert. Wollen Sie mehr Salz in der Sosse? Einfach fragen! Wollen Sie Spaghetti mit Meeresfrüchten, schön weich und mit weisser Sosse? Kein Problem! Hier bestimmt der Kunde, wie sein Essen sein soll. Was wollen Sie mehr?

Überschuss an Eleganz im besten Restaurant von São Paulo.

Ein französischer Journalist entdeckte in São Paulo ein gastliches Restaurant, in dem er seinen Nudeln essen konnte, während er ein Buch las. Ein anderer Freund verbringt dort regelmässig den Abend, setzt sich in eine Ecke der Bar und geniesst, ungestört, seine Makkaroni mit einem Gläschen Wein.

Hört sich an wie Szenen aus einer Bar an irgendeiner Ecke. Kaum vorzustellen, dass es sich in diesem Fall um das schicke, teure und charismatische “Fasano“ handelt, gewählt zum besten Restaurant der Hauptstadt São Paulo – so hat es eine Umfrage der “Datafolha“ ermittelt, und so ist es im Guide “O Melhor de São Paulo“ abgedruckt.

Dieser Sinn für das Wohlbefinden seiner Gäste, ist eine der besonderen Qualitäten des “Fasano“ – ein Ingredienz seiner Gastlichkeit, wie die erstklassische Küche und die vorzüglichen Weine mit dem untadeligen Service (in der Wahl, der Temperatur, der adäquaten Gläser) – rundum perfekt und elegant.

Es ist teuer. Und es besteht die Gefahr, dass man hier auf mächtige Zeitgenossen trifft, die nicht notwendigerweise auch einen guten Geschmack haben. Aber auch echte Gourmets sind unter seinen Gästen (reich oder nicht), grosse Künstler, Geniesser eines guten Weins.

Und wenn Sie das alles nicht interessiert, dann verstecken Sie sich hinter einem Buch oder in einer Ecke der Bar. Sie werden auf die angenehmste Weise bedient werden, auch wenn Sie nicht reich, kein berühmter Künstler und nicht einmal ein Stammgast sind.

Küchenchefin des Jahres 2012

Das “Restaurant Roberta Sudbrack” trägt den Namen seiner Chefin zu Recht. Im Jahr 2005, als das Haus in Rio seine Pforten im Stadtteil Jardim Botânico öffnete, adoptierte die Köchin aus Rio Grande do Sul ihr Restaurant als Teil ihres Heims. Nachdem sie ihre Ausbildung als Tierärztin gegen die Manipulation von Töpfen und Pfannen eingetauscht hatte, sich intensiv und autodidaktisch mit der Zubereitung von Speisen beschäftigt hatte und schliesslich als Köchin des damaligen Präsidenten Fernando Henrique Cardoso im Regierungspalast von Brasília wirken durfte, hätte man sich eine der üblichen Karrieren für eine Frau mit solchen Empfehlungen vorstellen können: hier ein Konsultorium, dort ein paar Events, und später vielleicht eine Filiale. Roberta zog einen anderen Weg vor. Sie konzentrierte sich nur auf ihr einziges Restaurant, durchkämmte die nationale Speisekammer mit nie erlöschender Energie, verwendete Produkte, die von der höheren Gastronomie als verwerflich betrachtet wurden – wie zum Beispiel die verachtete “Chuchu“ (Chayote (Sechium edule) – und verwandelte ihre Küche in das kreativste und erfolgreichste kulinarische Labor des Landes. Indem sie Ingredienzien im besten Moment ihrer Frische verwendete, eine exzellente Technik bei der Zubereitung und mit einer fast religiösen Hingabe die Menus eines jeden Abends zelebrierte, hat Roberta Sudbrack zum zweiten Mal den Titel des “Küchenchefs des Jahres“ gewonnen (zum ersten Mal 2010). Damit nicht genug, ist sie die einzige Frau an der Spitze eines Drei-Sterne-Restaurants in Brasilien.