trigon-film wird „25“

Veröffentlicht am 19. April 2013

trigon_maga_32_ugDie Stiftung trigon-film feiert 2013 ihr 25-jähriges Bestehen. Der Filmverlag war 1988 mit dem Ziel gegründet worden, das kulturelle Angebot in der Schweiz um Filme aus Lateinamerika, Afrika und Asien zu bereichern. Über 390 Produktionen aus 79 Ländern hat trigon-film inzwischen in die Kinos gebracht, mehr als 250 davon in der eigenen DVD-Edition zugänglich gemacht. Die Stiftung hat massgeblich dazu beigetragen, dass Filme aus Süd und Ost heute präsenter sind und das Filmangebot in der Schweiz vielfältiger geworden ist. Zur Feier des Jubiläums gibt’s ab 25. April eine neue Homepage unter www.trigon-film.org mit integriertem Online-Kino, wo man verpasste Filme aus dem aktuellen Kinoprogramm nachholen und Filme in Premiere entdecken kann.

Als trigon-film 1988 die Arbeit aufnahm, sah die Schweizer Kinolandschaft noch anders aus, interessierten sich Verleiher praktisch nur für Filme, die aus Europa oder Nordamerika kamen. Aus der anfänglich belächelten Idee ist eine Institution geworden, die weltweit hohes Ansehen geniesst und über 390 Filme aus 79 Ländern in die Kinos gebracht hat, über 250 auch auf DVD editiert. Unter ihnen finden sich zahlreiche Werke, die Palmen, Bären, Löwen, Leoparden, Oscars und andere Auszeichnungen gewonnen haben. Allein die Länderliste ist beeindruckend, reicht sie doch von Afghanistan über Bolivien, Ghana, den Irak und Tunesien bis nach Kambodscha, Vietnam, Usbekistan, Samoa oder in die Westsahara. Neben kleineren Filmländern sind grosse wie Argentinien, Japan, Indien, Brasilien, Südkorea, Ägypten oder China präsent.

Eindrücklich sind auch die Namen der 241 Filmschaffenden, zu denen unter anderem gehören: Chen Kaige, Claudia Llosa, Akira Kurosawa, Edward Yang, Souleymane Cissé, Jasmila Zbanic, Abderrahmane Sissako, Paula Hernández, Yasujiro Ozu, Nacer Khemir, Clara Law, Glauber Rocha, Alicia Scherson, Naomi Kawase, Fernando Solanas, Abbas Kiarostami, Youssef Chahine, Bae Yong-kyun, Jocelyne Saab, Fernando Pérez, Patricio Guzman, Annemarie Jacir, Theo Angelopoulos, Hou Hsiao-hsien und Hirokazu Kore-eda.

trigon-film hat andere motiviert, einzelne Filme aus Ländern des Südens oder Ostens herauszubringen, und damit hat die Stiftung einen ihrer zentralen Zwecke unterstrichen: Dem Filmschaffen von anderswo zu grösserer Sichtbarkeit zu verhelfen und es so zu fördern. Von Anfang an hat trigon-film den Anspruch gehabt, die Filme auch aktiv zu begleiten: Filmschaffende werden zu Gesprächen eingeladen, das eigene Magazin bietet Vertiefung und Hintergrund, die Homepage ist zu einem stark konsultierten Archiv des Kinos aus Süd und Ost herangewachsen, das weltweit genutzt wird. Die meisten DVDs und Blu-rays sind mit eigenem Bonus ausgestattet; auch der Erhalt von Klassikern wird gepflegt, stets in Originalversion.

Mit ihrem reichhaltigen Angebot will die Stiftung trigon-film auch in Zukunft andere Erzähl- und Sehweisen vermitteln. Unterstützt wird sie in ihrem Engagement vom Trägerverein, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit sowie von den Kantonen. Zentrales Anliegen bleibt laut ihrem Geschäftsführer Walter Ruggle «auch nach 25 Jahren die an Qualität orientierte, sorgfältige Auswahl von Filmen. Wir haben die Umstellung aufs digitale Kino-Zeitalter 2011 vollzogen, jetzt wollen wir dem Publikum einen direkten Zugang zu ausgewählten Filmen ermöglichen.»

Die neue Homepage wird vom 25. April an online sein und unter anderem auch ein Online-Kino anbieten. Hier können verpasste Filme nachgeholt werden, sollen spannende Seherfahrungen sich vertiefen lassen und andere Begegnungen mit Filmschaffenden möglich sein.

Das VOD-Angebot von trigon-film wird ein kuratiertes sein, bei dem auch Premieren von Filmen online stattfinden, regelmässig Klassiker zu geniessen sind oder Filme im Programm stehen, die aktuellen Themen aufgreifen. Gleich zum Auftakt sind zwei aussergewöhnliche Spielfilme in Premiere angesagt: «Attenberg» von Athina Rachel Tsangari als Beispiel eines eigenwilligen jungen Filmschaffens aus dem krisengeschüttelten Griechenland, und «Une famille respectable» von Massoud Bakhshi, der die Entwicklungen im Iran anhand eines Heimkehrers betrachtet und im letzten Jahr an der Quinzaine des réalisateurs in Cannes seine Premiere hatte.