Caipira-Humor

Veröffentlicht am 29. November 2009

DER HAHN
DER LANDSITZ
DER VIEHZÜCHTER
DAS BÜRO
MYSTERIÖSES INTERIOR
VORSORGE
DER BETRUNKENE CAIPIRA IM BUS
DIE WETTE
DAS SCHICKSAL DER STRASSE
DER CAIPIRA UND DAS ZÄPFCHEN
HELFEN SIE MIT!
GEBURTSREGISTER
DER GEIZHALS
DER SPÜRHUND
DER BETRUNKENE CAIPIRA
DER VORSICHTIGE AFFE
WARNUNG VOR DEM HUND
DER CAIPIRA IN DER STADT

MODERNE INGENIEURSKUNST

Ein „Caipira“ sitzt zufrieden auf einer Strassen-Böschung, pafft seine Zigarette aus Maisstroh und lässt seinen Blick bewundernd über die Landschaft schweifen, als direkt unter ihm ein Kombiwagen anhält und ihm zwei Kerle entsteigen, die einen Haufen teuer aussehendes Gerät auspacken. Unser „Caipira“ beobachtet die beiden eine Weile. Sie messen hier, messen da, vergleichen – bis endlich der Beobachter sich nicht länger zurückhält und die beiden fragt:
„Entschuldigen die Herren, dass ich mich einmische, aber was mach Sie denn mit all dem technischen Kram da?“

Einer von ihnen antwortet gut erzogen:
„Wir sind Ingenieure. Wir nehmen die notwendigen Messungen vor, um eine Strasse zu bauen“.

Sagt der „Caipira“:
Ah! Gut! Nun, wir hier legen unsere Strassen nicht auf diese Weise an!“

Und der Ingenieur, jetzt ein bisschen provokativ:
Ah, nicht? Nun, wie legt ihr denn Eure Strassen in dieser Gegend an?“

„Wir lassen einen Esel laufen und rennen hinter ihm her – der Weg, den er wählt, ist stets der beste, um eine Strasse anzulegen…“

„Und wenn ihr keinen Esel habt?“
„Nun…. dann rufen wir einen Ingenieur!“

DER HAHNnach oben

Mit seinem knallroten Sportwagen raste der „Carioca“ über die Landstrasse – die Landschaft flog an ihm vorbei, er liess sich von dem starken Zwei-Liter-Motor durch die Kurven tragen und genoss den Wind in seinen Haaren. Als vor einer „Fazenda“ eine Hühnerschar auf dem Asphalt auseinanderstiebt, erwischt er den Hahn mit dem Kühlergrill. Er bremst scharf, setzt ein paar Meter zurück und bemerkt konsterniert, dass er das Tier getötet hat. Betreten schaut er sich um und bemerkt einen alten „Caipira“, der sich ganz in der Nähe an einem Zaun zu schaffen macht. Also geht er die paar Schritte zu dem alten Mann und sagt:
„Entschuldige, mein Freund! Es war wirklich meine Schuld…“

Der Alte schaut ihn an. Und der Carioca, mit seinem schlechten Gewissen, fährt fort:
„Verdammt – ich hätte eben nicht so schnell fahren dürfen… tut mir wirklich sehr leid, dass ich ihren Hahn überfahren habe. Aber ich bestehe darauf, ihn zu ersetzen!“

Sagt der Alte:
„Mein Herr, tun sie, was sie nicht lassen können! Der Hühnerstall ist gleich da drüben…“

DER LANDSITZnach oben

Ein „Caipira“ kaufte sich ein Grundstück, das dicht von Dschungel und Unkraut überwuchert war. Ganz allein fing er an, das unwirtliche Terrain zu mit Hacke und Schaufel zu bearbeiten. Er lichtete das Unterholz, entwurzelte die unbrauchbaren Büsche, liess die grösseren Bäume stehen, jätete das Unkraut, legte einen Gemüse- und einen Obstgarten an, baute einen Hühnerstall und schliesslich sich selbst ein schmuckes Häuschen, dass es den Nachbarn den schier Atem verschlug. Eines schönen Tages entschloss sich der Gemeinde-Pater bei ihm vorbeizuschauen, um ihn um eine Spende zu bitten – angesichts des so wunderschön hergerichteten Anwesens bemerkte er zum Besitzer:
„Was für eine schöne Arbeit habt ihr hier da geleistet!“
„Ihr?“
„Ja, du und der Herrgott!“
„Ah! Aber Pater – sie hätten das Land hier mal sehen müssen, als es der Herrgott noch allein bewirtschaftete!“

DER VIEHZÜCHTERnach oben

Ein Unternehmer aus der Grossstadt bereiste das Interior und begegnete einem „Caipira“, der ein paar Kühe vor sich hertrieb – er hielt sein Auto neben ihm an und fragte:
„Ich gedenke mich mit der Viehzucht zu befassen, ob sie mir wohl ein paar Auskünfte geben könnten“?
„Klar, warum nicht“!
„Geben ihre Kühe denn ordentlich Milch“?
„Welche meinen der Herr – die Gefleckten oder die Braunen“?
„Na, zum Beispiel die Braunen“.
„So um die zwölf Liter pro Tag“!
„Und die Braunen“?
„Auch so um die 12 Liter pro Tag“!

Der Unternehmer dachte einen Moment nach und fragte weiter:
„Was fressen die denn“?
„Welche? Die Gefleckten oder die Braunen“?
„Egal – zum Beispiel die Braunen“?
„Die Braunen fressen Gras und Salz“.
„Hm – und die Gefleckten“?
„Fressen auch Gras und Salz“.

Dem Unternehmer gelang es nicht mehr, seinen Ärger zu unterdrücken, und er explodierte:
„Nun hör mir mal zu, mein Freund! Jedes Mal, wenn ich dir eine Frage über die Kühe stelle, fragst du mich, ob ich damit die Braunen oder die Gefleckten meine – dabei gibst du für beide die gleichen Antworten“?
Und der „Caipira“ antwortete ruhig: „Weil die Gefleckten mir gehören“
„Und die Braunen“?
„Gehören auch mir, Senhor“!

DAS BÜROnach oben

Nachdem er eine Weile mit sich gekämpft hat, stellt der frischgebackene Rechtsanwalt den „Caipira“ an, damit der während seiner Abwesenheit aufs Büro aufpasse. Schon am ersten Arbeitstag seines neuen Angestellten muss er den Morgen wegen einer dringenden Angelegenheit ausserhalb seines Büros verbringen – als er zurück ist, fragt er den „Caipira“ sogleich:
„War jemand hier“?
Und der „Caipira“: „Jawohl, es war jemand hier, Senhor“!
„Wer“?
„Ich“!

Der Rechtsanwalt irritiert: „Das war nicht meine Frage. Ich wollte wissen, ob jemand dieses Büro betreten hat, nachdem ich weg war“!
„Jawohl“!
„Wer“?
„Sie, mein Herr“!

MYSTERIÖSES INTERIORnach oben

Ein „Carioca“ reist mit seinem Auto durch das Interior des Bundesstaates Minas Gerais. Plötzlich merkt er, dass sein Motor unruhig läuft, zwischendurch mal aussetzt und schliesslich ganz den Betrieb einstellt – er lässt den Wagen am Strassenrand ausrollen. Leider versteht er überhaupt nichts von Kraftfahrzeug-Mechanik. Hilflos öffnet er die Motorhaube, fummelt hier und dort ein bisschen rum – findet aber natürlich nichts ungewöhnliches – bis er plötzlich eine mysteriöse Stimme vernimmt:
„Zsss“ das Zündkabel – hat sich gelöst!“

Er schaut sich überrascht nach allen Seiten um, aber er entdeckt niemanden – und die Stimme wiederholt:
„Guck nach dem Zündkabel – ist bestimmt locker!“

Immer noch sieht er niemanden ringsherum – nur einen alten Gaul, der neben ihm hinter einem Zaun steht. Also guckt er sich die Zündkabel an und richtig, eins davon hat sich von der Kerze gelöst – er setzt es wieder drauf und sein Wagen reagiert sofort auf den Anlasser – erleichtert setzt er seine Fahrt fort. Ein paar Kilometer weiter bestellt er sich einen Kaffee an einem Kiosk, am Rand der Strasse, und kommt mit ein paar „Caipiras“ der Gegend ins Gespräch, denen er den ganzen mysteriösen Vorfall berichtet.

„Welche Farbe hatte denn das Fell des Pferdes am Zaun?“ fragten sie.
„Schwarz!“ antwortet der „Carioca“.
„Da haben sie aber Glück gehabt…“ sagt einer der „Caipiras“, „denn der weisse Gaul versteht überhaupt nix von Autos!“

VORSORGEnach oben

Ein “Caipira“ betritt die Praxis eines Arztes mit seiner abgemagerten Frau und insgesamt neun Kindern – d ie zwei Jüngsten im Arm und das Neugeborene an der Brust der Mutter. Er fragt den Arzt, was er tun könnte, damit sie keine Kinder mehr bekommen.
“Benutzen Sie Präservative“? – fragt ihn der Arzt.
“Präservative? Was ist das, Doutor“?

Und der Arzt erklärt ihm den Gebrauch und überreicht ihm dann ein Dutzend der “Verhüterli“. Schliesslich zieht sich der Caipira glückstrahlend mit seiner Familie zurück.

Sechs Monate später sucht er enttäuscht dieselbe Arztpraxis auf – im Schlepp seine wieder schwangere Frau. Und er schimpft:
“Senhor Doutor! Ihre Medizin ist ein Sch…..! Schon wieder ein Kind im Anzug“.
“Aber haben Sie denn kein Präservativ benutzt“?
“Aber sicher doch, Doutor! Hab eins jeden Tag, den Gott werden lässt, benutzt! Nur beim Pinkeln und beim Beischlaf mit meiner Frau hab ich’s abgezogen“!

DER BETRUNKENE CAIPIRA IM BUSnach oben

Der Betrunkene steigt in den proppenvollen Bus – drückt sich hier vorbei und schiebt sich dort durch – und schlängelt sich so langsam nach vorne. Aber bei der ersten scharfen Bremsung des Fahrers fällt er mit seinem ganzen Gewicht und seiner Alkoholfahne auf eine Nonne, die, äusserst irritiert, ihm prophezeit:
“Vielleicht wissen Sie es noch nicht, aber Sie fahren direkt in die Hölle, mein Herr“!

Und da hängt sich der Betrunkene plötzlich ganz verzweifelt an die Klingelstrippe und schreit:
“Haaaalt! Fahrer halten Sie doch an! Ich hab den falschen Bus erwischt“!

DIE WETTEnach oben

Eines Tages torkelt ein betrunkener “Caipira“ in eine Bar. Nachdem er ein halbes Dutzend weiterer Schnäpse in sich hineingeschüttet hat, wendet er sich an den Barkeeper und sagt:
“Ich setze 50.00 Reais, mein Freund, dass ich hier in dieses Schnapsglas pinkeln kann, ohne dass auch nur ein einziger Tropfen daneben geht“!

Weil er glaubt, dass diese Wette bei der Schlagseite des andern leicht zu gewinnen ist, nimmt der Barmann die Wette an. Der Besoffene, ohne zu zögern, nimmt das Glas in die eine und sein bestes Ding in die andere und fängt an. Weil er dabei aber von der einen auf die andere Seite schwankt und sich zwischendurch immer wieder irgendwo anlehnen muss, bepinkelt er zwar die gesamte Bodenfläche der Bar, trifft aber kaum ins Glas. Der Barmann lacht nun schadenfroh über die vergeblichen Versuche des besoffenen Caipira und steckt schliesslich, immer noch grinsend, den gewonnenen 50 Reais-Schein ein. Nun fängt seinerseits der Besoffene fürchterlich an zu lachen, was der Barmann allerdings nicht versteht.

“Und jetzt, worüber lachst du so? Du hast doch verloren“!!!
“Siehst Du da die Kerle am Tresen? Ich hab mit jedem von denen um 100.00 Reais gewettet, dass ich dir die ganze Bar voll pinkeln würde, und du darüber noch lachen würdest“!

DAS SCHICKSAL DER STRASSEnach oben

Ein alter “Caipira“ aus dem Landesinnern, lenkt sein klappriges Fahrrad die Strasse entlang. Als er das Motorengeräusch eines heranrasenden Fahrzeugs vernimmt, weicht er zum Strassenrand hin aus und hält nun etwas mühsam die Balance zwischen der Abrisskante des Asphalts und den angrenzenden Büschen. Der Fahrer des importierten Sportwagens hält mit quietschenden Reifen neben dem Eingeborenen, kurbelt das Fenster herunter und fragt ihn:
Ach bitte, mein Freund, geht diese Strasse nach São Paulo?
Weiss nicht, Doutor, aber wenn sie geht, wäre das ein grosser Verlust für uns alle hier draussen!

DER CAIPIRA UND DAS ZÄPFCHENnach oben

José hatte schlimme Schmerzen im Rücken, aber als echter “Caipira“ weigerte er sich, zum Dokter zu gehen. Aber dem guten Zureden seiner Frau Gislaine, nachdem sie ihn vergeblich mit allen möglichen Salben eingerieben hatte, gelang es schliesslich, ihn zum Arzt zu schleppen. Und während dieser ihn dann untersucht, bleibt seine Frau draussen vor der Tür.

Der Arzt klopft ihn ab und meint dann:
“Ist weiter nichts Schlimmes, Senhor José, nur eine Entzündung. Mit diesem Suppositorium wird alles wieder gut“!
“Danke Dokter, verabschiedet sich dieser und geht“.

Draussen vor der Tür fragt ihn dann seine Frau Gislaine:
“Na und, José? Na, wie war’s, Mann“?
“Ich muss nur das Ding da nehmen… heisst “Suipostório“!
“Und wie musst du das nehmen, Mann“?
“Nun – zögert er, und kratzt sich den Kopf – weiss ich auch nicht“!
“Dann geh zurück, Mann! Schliesslich bist du’s, der bezahlt – also muss er dir’s auch erklären“!
“Ne, nee… der Dokter wird bestimmt sauer auf mich, Gislaine“…
“Los geh, José, und hab dich nicht so“!

Und unser José macht die Tür wieder auf und geht rein:
“Senhor Doutor! Wo war das noch mal… wo soll ich das “Suipostório“ hintun“?
“In den Rectus. Suppositorien führt man in  den Rectus ein“!
“Vergelt’s Gott, Senhor Doutor“! Und der Caipira geht wieder nach draussen.

“Nun, wie war’s, José“? fragt Gislaine.
“Man muss das da in den “Rectus“ einführen“ – sagt der.
“Und wo ist diese Geschichte, dieser “Rectus“, Mann“?
“Nun… ver…. noch mal… weiss ich doch nicht“!
“Aber du zahlst! Er muss dir das doch erklären! Also zurück und frag ihn, Mann“!
“Aber der Dokter wird sauer auf mich… wird mich anbrüllen, Gislaine“…
“Nix da… musst schliesslich wissen was Sache ist… also los“!

Und noch einmal klopft José vorsichtig an die Tür des Arztes und tritt ein:
“Senhor Doutor… wo ist dieser “Rectus“ zum Einführen von dem Dingsda“?
“Der “Rectus“ – erklärt der Arzt mit Engelsgeduld – befindet sich am Ende der “Coluna Cervical“.
“Schönen Dank auch, Dokter“! – und José verlässt wieder das Arztzimmer.

“Fertig, Gislaine“ – erklärt er seiner Frau draussen – “man muss es nur in den “Rectus“ stecken, der ist am Ende von der “Coluna Cervicá“…
“Aber José! Was in Hergotts Namen ist das, diese “Coluna Cervicá“?
“Ich, nun das weiss ich auch nicht“!
“Also, nochmal – zurück zum Dokter“!

José legt sein Ohr an die Tür – drinnen ist Stille – ganz zaghaft ist diesmal sein Klopfen – dann öffnet er die Tür einen Spalt breit und flüstert:
“Senhor Doutor… Entschuldigung… wo haben sie gesagt, dass ich das Ding hinstecken soll“?
“In den Arsch, Senhor José! In den Arsch! Stecken Sie es sich in den Arsch“!

Und José zieht erschrocken seinen Kopf zurück und sagt zu seiner Frau vor der Tür:
“Siehst du, Gislaine… hab dir doch gesagt, dass er sauer wird“?

HELFEN SIE MIT!nach oben

Ein “Caipira“ steigt aus dem Omnibus im riesigen Busbahnhof der Millionenstadt São Paulo und macht seine ersten Schritte zwischen den Wolkenkratzern und dem um ihn herum brandenden Verkehr. Er ist beeindruckt von der Grossstadt und schaut sich alles genau an. Als er an einer grossen Mülltonne vorbeikommt, liest er darauf die folgende Inschrift: “Helfen Sie uns, die Stadt sauber zu halten“. Ohne mit der Wimper zu zucken steckt er seine Hand in die Tasche, holt seine Brieftasche hervor, entnimmt ihr einen Schein von 10 Reais und wirft ihn in den Abfallkübel.

GEBURTSREGISTERnach oben

Der “Caipira“ betritt das Standesamt um seinen neugeborenen Sohn zu registrieren.

“Bitte sehr“! – sagt der Amtsschreiber (in diesem Fall sieht es so aus, als ob diese Kerle freundlich mit ihren Kunden umsprängen, aber das geschieht höchstens in Witzen).

“Wie ist denn der Name des Kindes“?
“Ebatata de Souza“!
“Ebatata“?
“Jawohl! Ebatata de Souza“!
“Entschuldigen sie bitte, mein Herr! Aber mit diesem Namen kann ich das Kind nicht eintragen“.

“Warum nicht“?
“Weil Ebatata kein menschlicher Name ist! Wo haben sie überhaupt diesen verrückten Namen her“?
“Nun ich bin Kartoffelpflanzer“ (Kartoffel=batata)!

“Na und“?
“Nun, mein Nachbar pflanzt Mais (milho) und hat seinen Sohn Emilho genannt“!

DER GEIZHALSnach oben

Dieser “Caipira“ ist ein furchtbarer Geizhals. Eines Tages besucht ihn ein Freund. Nachdem sie sich in ein Gespräch verwickelt haben, fragt ihn sein Freund:
“Wenn du sechs Farmen (Fazendas) hättest, würdest du mir eine abgeben“?
“Klar, nicht wahr“! – antwortet der Caipira.
“Und wenn du sechs Autos hättest, würdest du mir eins geben“?
“Aber natürlich“!
“Und wenn du sechs Hemden hättest, bekäme ich dann eins von dir“?
“Nein“!
“Aber warum denn nicht“?
“Weil ich sechs Hemden habe“!

DER SPÜRHUNDnach oben

Zwei befreundete “Caipiras“ unterhalten sich:
“Ich hab einen fantastischen Spürhund – ist einfach wunderbar! Nachdem ich das Haus verlassen habe, lässt ihn meine Frau zwei Stunden später laufen und das Hundchen findet mich, egal wo“!

Sein Freund sagt nichts dazu, nicht ein Wort, und nach ein paar Minuten Stille fährt der andere fort:
“Du musst das mal gesehen haben! Der hat vielleicht eine Nase! Rennt aus dem Haus, schnuppert hier ein bisschen und dort ein bisschen – und seine unvergleichliche Spürnase findet mich jedes Mal“!

Sein Freund schweigt immer noch. Dann aber hält es der Hundebesitzer nicht mehr aus und fragt irritiert:
“Was ist denn, Gilmar? Ich erzähl dir das alles von der Spürnase von meinem Hund, und du sagst überhaupt gar nichts dazu“?
“Und was soll ich dazu sagen“?
“Sag halt, was du meinst“?
“Nun, ich meine, dass du mal öfter baden solltest“!

DER BETRUNKENE CAIPIRAnach oben

Abgefüllt mit Cachaça bis oben hin steigt ein “Caipira“ in den Omnibus und beginnt ein Selbstgespräch – aber so laut, dass jeder Fahrgast und auch der Fahrer hören kann:
“Wenn mein Vater ein Enterich wäre und meine Mutter eine Ente, dann wäre ich ein kleines Entchen“.
“Wenn mein Vater ein Hengst wäre und meine Mutter eine Stute, dann wäre ich ein kleines Fohlen“.
“Wenn mein Vater ein Eber wäre und meine Mutter eine Sau, dann wäre ich ein kleines Ferkel“.
“Wenn mein Vater ein“…

“Hör mal zu, du besoffener ….. – schreit da der Busfahrer dazwischen und hält das Fahrzeug an, dann stellt er sich breitbeinig vor dem Caipira auf:

“Und wenn dein Vater ein Schwuler wäre und deine Mutter eine Nutte“?
“Dann“ – sagt der Caipira unbeirrt – “wäre ich ein kleiner Busfahrer“!

DER VORSICHTIGE AFFEnach oben

Der “Caipira und sein Äffchen sind unzertrennlich. Selbst in die Bar nimmt er seinen kleinen Freund stets mit, wenn er dort einen heben geht oder ein bisschen Billard mit seinen Nachbarn spielt. Das Äffchen, sehr clever, springt von Tisch zu Tisch. Dann nimmt es sich ein paar Oliven vom Tresen – untersucht sie genau – und schluckt sie hinunter. Dann greift er sich ein paar Orangenscheiben und frisst sie ebenfalls auf. Mit einem Sprung ist er auf dem Rand des Billardtisches, guckt sich die Kugeln an – besonders die rote hat es ihm angetan – und, zur Überraschung aller Anwesenden, verschluckt er sie ebenfalls.

Der Barbesitzer meint zum Caipira entsetzt:
“Hast du das gesehen, was dein Affe da gemacht hat? Hat eine Billardkugel verschluckt“!

Der Besitzer des Äffchens bleibt ganz ruhig und entgegnet nur:
“Ach weisst du, reg dich nicht auf! Der frisst alles, was er sieht. Keine Sorge, ich bezahl dafür“!

Zwei Wochen später betritt unser Caipira wieder die Bar, mit seinem Äffchen auf dem Arm. Und wieder hüpft das clevere Tierchen von Tisch zu Tisch und fasst alles an, was er findet. Dann entdeckt er auf dem Tresen ein paar Cocktail-Kirschen, greift eine davon mit spitzen Fingerchen, führt sie vorsichtig in seinen Anus ein und frisst sie dann auf.

Der Barbesitzer kriegt sich gar nicht mehr ein:
“Aber was ist das denn! Hast du gesehen, was dein Affe jetzt gemacht hat“?
“Nee, was denn“? – fragt der Caipira.
“Er hat sich eine von meinen Kirschen hinten rein gesteckt, wieder rausgeholt und dann gefressen“!

Der Caipira bleibt ganz ruhig und erklärt dem entsetzten Barbesitzer:
“Ach was, reg dich doch nicht auf! Seit er diese rote Billardkugel verschluckt hat, misst er alles aus, bevor er es frisst“!

WARNUNG VOR DEM HUNDnach oben

Ein “Caipira“ kommt ans Hoftor seines Freundes und liest dort ein neu angebrachtes Schild: “Vorsicht mit dem Hund“! Also setzt er behutsam seinen Fuss in den Korridor, weil er jeden Moment einen geifernden Pitbull oder Dobermann erwartet, der ihm ein Stück aus dem Bein reissen wird. Stattdessen entdeckt er einen winzigen, rosafarbenen Toypudel, der ihm neben seinem Herrchen entgegentänzelt.

“Aber was ist denn das, Waldir“?“Wegen so einem kleinen Köter hängst Du ein Schild mit der Aufschrift “Vorsicht mit dem Hund“! an die Gartentür“?

“Ja weisst du“ – entgegnet der Freund – ich hab Angst, dass jemand auf ihn treten könnte“!

DER CAIPIRA IN DER STADTnach oben

Raimundo Nonato da Silva kommt an einem Geschäft mit Elektro-Artikeln vorbei, geht rein und fragt den dienstbeflissen auf ihn zustürzenden Verkäufer:

“Haben Sie Farbfernseher“?

Der Verkäufer reibt sich die Hände in Vorfreude des Weihnachtsgeschäfts, das er mit  dem Caipira aus dem Interior abschliessen wird und antwortet diensteifrig:
“Selbstverständlich haben wir Farbfernseher – welcher darf es denn sein“?

“Gut, dann geben Sie mir einen Blau/Weissen“!