Bevölkerung im Xingu-Park

Veröffentlicht am 7. November 2009

Die Möglichkeit, eine genaue Aufstellung der eingeborenen Bevölkerung des Parks innerhalb desselben Jahres zu bekommen, ist neu, dank der Entwicklungsarbeit der UNIFESP (Universidade Federal de São Paulo) im Sektor Gesundheit, eine Gemeinschaftsarbeit mit der FUNASA (Fundação Nacional da Saúde). In der Vergangenheit waren die Volkszählungen Sache der Wissenschaftler und hingen von deren Arbeitsprogramm ab. Auf jenen begrenzten Möglichkeiten der Wissenschaftler basiert die unten angegebene demografische Entwicklung am Oberen Xingu, aufgeteilt in drei Kolumnen (die ersten zwei basieren auf Studien von Pedro Agostinho, von 1972). Die ersten Daten gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück und stammen aus den Aufzeichnungen von Karl von den Steinen – erfassen aber lediglich ein paar Völker. Die mit Sternchen markierten Zahlen basieren auf Schätzungen – und zwar lag dabei zugrunde, dass Dörfer aus derselben Anzahl von Häusern bestanden und dieselbe Anzahl Bewohner pro Haus beherbergten.

Die zweite Kolumne entspricht den Schätzungen verschiedener Wissenschaftler, die dieselbe Region in den mittleren Jahren des 20. Jahrhunderts besuchten. Für das Jahr 1954, als eine Masern-Epidemie die gesamte Region heimsuchte und die Indianer dahinraffte, beziehen sich die Daten auf die Anfangsbevölkerung vor der Epidemie – auf die Zahl der Toten in diesem Jahr – und die Restbevölkerung. Die dritte Kolumne dann präsentiert die exakten Daten des Jahres 2011 (basierend auf der Erhebung der UNIFESP) und sie beweist einen deutlichen Anstieg der Bevölkerung in neuerer Zeit.

BEVÖLKERUNG DES OBEREN XINGU

Ethnien Ende des 19. Jahrhunderts Mitte des 20. Jahrhunderts Im Jahr 2011
Aweti 80* (1924)
27 (1947-48)
27 (1952)
23 (1954)
36 (1963)
195
Kalapalo 155 (1946)
150 (1948)
110 (1954)
100 (1963)
115 (1970
385
Kamaiurá 216/264* (1887) 198/242* (1938)
110 (1948)
94 (1954)
115 (1963)
118 (1965)
119 (1969)
118 (1970)
467
Kuikuro 140 (1948)
148 (1952)
145 (1954)
139-9=130 (1954)
118 (1963)
150 (1970)
522
Matipu 16 (1948)
27-9=18 (1954)
51 zusammen mit Nahukwá (1963)
149
Mehinako Im Höchstfall 308* (1887) 56 (1949)
68 (1962)
55 (1963)
78 (1970)
254
Nahukwá 18 bis 28 (1948)
17 (1953)
51 zusammen mit Matipu (1963)
126
Trumai Mehr als 43* (1884) 43 (1938)
18 bis (1948)
21-2=19 (1954)
21+ vertrieben (63)
26 (1966)
25 (1970)
97
Waura 171/228* (1887) 95/96 (1948)
78 (1954)
86 (1963)
409
Yawalapiti 28 vertrieben (1948)
25 (1954)
41 (1963)
41 (1965)
65 (1970)
156

In Bezug auf jene Stämme, die im Norden des Parks leben, folgen hier die Bevölkerungsziffern von 2011 – ebenfalls basierend auf der Erhebung der UNIFESP.

nach obenEthnien im Jahr 2011

Ikpeng: 459
Kaiabi: 1.193
Yudjá: 348
Suyá: 330