Mythologie Ceará

Veröffentlicht am 25. Februar 2012

6cariris-historiabrasileira-comDie lokale Mythologie Cearás wird beherrscht von weissen Elementen mit starkem kolonisatorischem Hintergrund. Von der indigenen Bevölkerung, die von den Kolonisten dezimiert wurde, ist das Cariri-Erbe übrig geblieben – der Aspekt des lokalen Eingeborenen, mit deformiertem Kopf. Mythen und Legenden die von den historischen indigenen Bewohnern der Region stammen, sind kaum bekannt.

Vor und während der portugiesischen Kolonisation lebten die Cariri-Indios an der Küste, zogen sich dann ins Inland zurück – sowohl wegen der Invasion der Tupi, die vom Süden herauf kamen, als auch durch den Druck der portugiesischen Invasoren – und sie wurden bald aufgerieben.

Eine Evangelisierung, wie zu späteren Zeiten von Nóbrega und Anchieta, fand in diesen historischen Anfängen nicht statt. Zusammen mit dem katholischen “Padre“ marschierten die Militärs auf, in entsprechender Rüstung und mit souveränen Waffen. Der Krieg gegen die Indios war ein normaler Zustand, unumgänglich für die Landgewinnung. Man rechtfertigte diese Gemetzel, indem man den Indios nachsagte, dass sie die Pflanzungen zerstören, das Vieh stehlen würden und ihnen noch allerlei andere Gründe anhängte, um ihre Ausrottung zu rechtfertigen.

Auf diese Weise schuf man Fazendas, die Zitadellen glichen – mit schwerer Bewaffnung, Viehhütern, zahmen Indios und treuen schwarzen Sklaven. Diese Zentren waren autonom, unabhängig und autark. Daher auch die Beständigkeit der Mythen, die Kontinuität der alten Geschichten, die Wiederholung von zweihundert Jahre alten Sitten und Gebräuchen.

Der Bundesstaat Ceará wurde nur langsam bevölkert. Er begann im Süden. Von Rio Grande do Norte aus auf den Flüssen Jaguaribe und Acaraú – so wie Pernambuco von der “Chapada do Araripe“ aus. Und es kamen auch Sergipanos (aus Sergipe) und Baianos (aus Bahia), die sich in “Ribeira do Salgado“ und im “Vale do Cariri“ ansiedelten.

Die folkloristischen Elemente sind die gleichen im ganzen Nordosten. Sie bestehen aus identischen Legenden, mit kleineren Variationen je nach Lokalität, aber alle sind sich sehr ähnlich. Der afrikanische Einfluss ist unbedeutend und kann lediglich an der Küste partiell festgestellt werden. So haben wir die Mythen europäischen und indigenen Ursprungs in diesem Fall fast in ihrer originalen Reinheit vorgefunden.

Die klassischen Legenden werden stets wieder erzählt. Die der Indios kommen an zweiter Stelle. Die Afrikaner mögen hie und da ein paar konstruktive Elemente hinzugefügt haben, aber keine der Geschichten beweist einen entscheidenden Einfluss.