Rock in Rio 2008

Veröffentlicht am 1. November 2009

Am 30./31. Mai und 01./05./06. Juni 2008 fand die 6. Ausgabe von Rock in Rio in Lissabon statt. Doch dies war nur ein Teil wohl bekanntesten Rockfestivals der Welt. Denn schon drei Wochen später trafen sich die Topstar der weltweiten Musikszene im spanischen Madrid wieder – Rock in Rio 2008 machte am 27./28. Juni und 04./05./06. Juli 2008 zum ersten Mal Station in der spanischen Hauptstadt.

Und dies mit riesigem Erfolg. Auch hier wurde eine “Cidade do Rock“ aufgebaut, die rund 300.000 Zuschauer an den beiden Wochenenden anzog. Und selbst Roberto Medina, der das gigantische Spektakel bereits in den 80er Jahren in Brasilien organisierte und heute von seiner Tochter unterstützt wird, zeigte sich zufrieden: “Die Erwartungen in Bezug auf die Zuschauerzahlen haben sich erfüllt. Insgesamt mehr als 300.000 Personen kamen in die “Rockstadt“ und ich habe mit 300 bis 350.000 gerechnet. Für mich war es schöner als ich es erwartet habe und dies in einem Land, welches doch eine andere Kultur hat als Brasilien und Portugal. Es ist das eingetreten, was wir geträumt haben.“

Daher stand für den mittlerweile weisshaarigen Musikfan, der schon die grössten Stars aller Zeiten auf seine Bühnen holen konnte, schon direkt am Anschluss an das Spektakel fest: Rock in Rio 2010 findet erneut parallel in Lissabon und Madrid statt! Noch auf dem Festivalgelände wurde das neue Projekt gestartet und eine grosse Tafel mit der Aufschrift “Bis 2010“ enthüllt. Und von einigen Künstlern soll es sogar schon Zusagen geben. So könnten in zwei Jahren unter anderem AC/DC und Metallica mit von der Partie sein.

An den insgesamt fünf Wochenenden voller Musik und Show in den zwei Metropolen auf der iberischen Halbinsel bekamen die Fans jedoch auch allerhand geboten. Topstars gaben sich die Klinke in die Hand, nicht so bekannte Bands konnten sich endlich einmal einem grösseren Publikum vorstellen und auch Skandale der Stars und Sternchen blieben nicht aus. Wie z.B. Amy Winhouse, die betrunken in Lissabon über die Bühne stolperte und sicherlich nicht das beste Konzert ihres Lebens gab.

Auch wenn das Who-is-Who der internationalen Rockszene bei der sechsten Ausgabe nicht mehr anzutreffen ist, Rocker wie z.B. Lenny Krawitz und lokale Künstler aus Brasilien, Portugal und Spanien retten zumindest das Festival gänzlich vor dem Abrutschen in eine seichte Popveranstaltung. Und dass sich die unterschiedlichen Musikstile auch gut miteinander vertragen, bestätigt der aufkeimende Ruf von Rock in Rio als Festival der Weltmusik. Hier findet sich Axé von Ivete Sangalo neben moderner Popmusik von Shakira oder zeitlosem Poprock von The Police und Neil Young. Die jungen Fans dürften sich an Tokio Hotel begeistert haben und wer gerne authentische brasilianische Klänge hört, kam z.B. beim Auftritt von Ivete Sangalo ebenfalls auf seine Kosten.

Bleibt nun zu hoffen, dass Rock in Rio auch bald wieder einmal in der Geburtstadt Rio de Janeiro stattfindet. Schon vor längerer Zeit hatte Medina angekündigt, das Festival 2014 an drei Orten gleichzeitig stattfinden zu lassen. Und im Jahr der Fussball-Weltmeisterschaft, die ja zur Freude des ganzen Landes in Brasilien stattfindet, wäre natürlich die Metropole unter dem Zuckerhut ein idealer Ort dafür, das Spektakel dort ein viertes Mal zu veranstalten.

Brasilien gewinnt zudem langsam aber sicher wieder an Attraktivität für ausländische Künstler. Derzeit sind die Scorpions dort auf Tour, Queen und Madonna kommen Ende 2008. Und je attraktiver der amerikanische Subkontinent wieder für den internationalen Musikmarkt wird, desto eher können hier wieder die wahren Festivals veranstaltet werden. Denn Rock in Rio ist bekanntermassen ja nur nach Europa umgezogen sind, weil sich zur Jahrtausendwende im grössten südamerikanischen Land aufgrund einer Finanzkrise das Spektakel nicht finanzieren liess.

Und daher musste der brasilianische Musikfan auch dieses Jahr ins ferne Europa reisen, um die Stars hautnah erleben zu dürfen. 300.000 Zuschauer wie seinerzeit in Rio de Janeiro gab es zwar nicht für ein einzelnes Konzert zu vermelden, aber 74.000 bei Lenny Krawitz waren ja auch schon ganz ordentliche Menge.

Und hier die teilnehmenden Künstler und Gruppen bei Rock in Rio 2008 in der Übersicht:

30. Mai
Amy Winehouse, Ivete Sangalo, Lenny Kravitz, Paul Van Dyk, Paulo Gonzo, Axwell, Diego Miranda, Mary Zander, Ricardo Azevedo e Lúcia Moniz, Philharmonic Weed e Prince Wadada

31. Mai
Alejandro Sanz, Alanis Morissette, Bon Jovi, Skank, Carl Cox, Christian Smith, João Gil, Tito Paris e Marisa Pinto, Expensive Soul e Sara Tavares, NBC e Verónica Larrenne

01. Juni
Rod Stewart, David Morales, Joss Stone, Tokio Hotel, Xutos & Pontapés, 4Taste, Just Girls, Docemania, Dimitri From Paris, Tony Humphries, Kym Mazelle, Mário Roque, Nuno Leote, Ala dos Namorados, Rão Kyao e Nancy Vieira, Boss AC e Vitorino, Jazzinho e Melo D

05. Juni
Machine Head, Apocalyptica, Moonspell, Tim e Jorge Palma, André Indiana e SP & Wilson, 2 Many DJ’s, The Crystal Method – DJ SET, Miguel Quintão, Zé Pedro

06. Juni
The Offspring, Linkin Park, Muse, Kaiser Chiefs, Orishas, Sasha & Digweed, DJ Vibe, Tó Ricciardi, Stereo Addiction, Clã e convidados, Brothers of Brazil, Caim e Bandas vencedoras