Samba Instrumente

Veröffentlicht am 27. November 2010
Nachfolgend die wichtigsten Samba Instrumente im Überblick:
Cavaquinho

Man nennt das kleine, der Form einer Gitarre ähnliche Saiteninstrument hierzulande auch Braguinha, Braga, Machete, Machetinho oder Machete-de-braga – und es ist äusserst populär als Begleitinstrument und manchmal sogar solo in den volkstümlichen Orchestern. Es hat vier Saiten und sein Ton ähnelt dem des Bandolin oder der Bandurilha. Es ist ein nicht weg zu denkendes Instrument in den akademischen Zirkeln in Portugal.

Wie Gonçalo Sampaio berichtet, stammt das „Cavaquinho“ aus Braga und wurde von den Bewohnern der Biskaya erfunden. Ausser in Portugal, wird es auf den Capverdischen Inseln, in Mozambique und in Brasilien eingesetzt.

In Brasilien wurde dieses Instrument zuerst bei den „Congadas Paulistas“ gespielt – historisch gesehen bildet es eine Basisgruppe, zusammen mit dem Bandolin, der Flöte und der Gitarre, zur Präsentation der „Choros“. Waldir Azevedo ist der bekannteste Musiker des Choro, der dieses Instrument beherrschte, wie kein anderer. Noch zu seinen Lebzeiten wurde Roberto Barbosa sein Nachfolger – besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Canhotinho“ – er ist heute der bedeutendste Künstler auf diesem Instrument, weil er die von Waldir Azevedo hinterlassene Technik verbessert hat. Canhotinho ist schon seit vierzig Jahren der Arrangeur der renommierten Gruppe „Demônios da Garoa“.

Die Hawaii-Inseln haben ein ähnliches Instrument wie das Cavaquiho – sie nennen es „Ukulele“ – auch mit vier Saiten bespannt und mit einer dem Cavaquinho ähnlichen Form. Es wird behauptet, dass die Ukulele eine Kopie des Cavaquinho darstellt, die im Jahr 1879 von portugiesischen Einwanderern nach Hawaii eingeschleust wurde.

Gegenwärtig ist das Cavaquinho obligatorisches Instrument bei den „Rodas de Samba“ und ähnlichen Festen, wie zum Beispiel den Paraden der Escolas de Samba in aller Welt.

Violão – Gitarre

Die klassische Gitarre – in Brasilien als „Violão“ bezeichnet (in Portugal nennt man sie im Volksmund „Viola“) – ist eine akustische Gitarre mit Nylonsaiten, ursprünglich geschaffen zur Interpretation klassischer Musik. Der Klangkörper ist hohl und zu seiner Fabrikation kommen Hölzer verschiedener Qualitäten zur Anwendung. Die häufigste Version besitzt sechs Saiten, aber es gibt auch Gitarren mit anderen Konfigurationen – wie zum Beispiel die Gitarre mit sieben Saiten und die Bassgitarre, mit vier Saiten, eine Oktave tiefer gestimmt als die vier tiefsten Saiten der Gitarre.

Pandeiro

Dies ist der Name eines Perkussionsinstruments – es besteht aus einer Haut, die über einen Rahmen straff gespannt ist, und der keinen Resonanzkörper besitzt.

Dieser Rahmen ist in der Regel kreisrund (zum Beispiel bei der „Pandeireta“) aber er kann auch andere Formen besitzen (zum Beispiel rechteckig beim „Adufe“). Rund um den Rahmen können doppelte Metallscheibchen zur Klangveränderung eingesetzt sein (zum Beispiel beim Tamburin) – oder nicht. Das Instrument kann geschüttelt werden – für einen kontinuierlichen Ton – oder mit der Handfläche und den Fingern rhythmisch geschlagen.

In Brasilien bezeichnet das Wort Pandeiro ein ganz spezifisches Instrument, sein Durchmesser variiert zwischen 8 und 12 Zoll, es wird oft beim Samba benutzt, ist aber nicht nur auf diesen Rhythmus begrenzt, sondern findet sich auch beim Baião, Coco und dem Maracatu – es wird deshalb oft als nationales Instrument Brasiliens bezeichnet.

Surdo

Hierbei handelt es sich um eine zylindrische Trommel grossen Ausmasses, mit einem sehr tiefen Ton. Die typische Surdo-Trommel wird aus Holz oder Metall gefertigt und besitzt eine Fellbespannung auf beiden Seiten. Sie wird traditionell in den Escolas de Samba benutzt – jede Schule besitzt durchschnittlich 25 bis 35 Einheiten von ihr innerhalb ihrer „Bateria“. Man findet sie auch in organisierten Fanclubs, bei denen sie den Rhythmus vorgeben – sie werden als das Herz der Fans bezeichnet. Ihre prinzipielle Funktion beim Samba ist die Taktmarkierung. Surdos findet man auch bei Militärorchestern, wo sie Marschtritt vorgeben.

Tamborim – Tamburin

Auch ein typisches, membranophones Perkussionsinstrument – hat wie das Pandeiro einen kreisrunden Rahmen der einseitig mit einer Membran bespannt ist – ohne Resonanzkörper – normalerweise gefertigt aus Metall, Acryl oder PVC. In Brasilien wird es in der Regel bei Rhythmen afrikanischen Ursprungs eingesetzt, wie zum Beispiel bei der „Batucada“, dem „Samba“ und der „Cucumbi“. Der Instrumentist hält das Instrument mit der einen Hand und schlägt es mit der anderen – oder er benutzt einen Schläger aus Plastik dazu.

Tantã

Ein klassisches Perkussionsinstrument, welches aus einer zylindrischen oder trichterförmigen Trommel besteht, mit einer Fassung aus Holz oder Aluminium. Sie besitzt eine Bespannung aus Tierhaut oder Polyester nur an einer Extremität. Ihr Durchmesser kann unterschiedlich sein, bei den meisten Modellen beträgt er 12 Zoll – das Instrument wird auch Rebolo, Tantã de Corte und Tantanzinho genannt. Die 14-Zoll Ausführung besitzt einen tieferen Ton, ähnlich wie die Surdo. Dieses Instrument dient der Taktmarkierung und wird mit den blossen Händen bearbeitet – um Samba und andere charakteristische Rhythmen derselben Art zu begleiten.

Das Instrument wurde von dem Sambista Serenos aus Rio de Janeiro geschaffen, Mitglied und einer der Gründer der Pagode-Gruppe „Fundo do Quintal“. Es wurde in den Samba aufgenommen, um die Surdo bei den „Rodas de Samba“ der Schule „Cacique de Ramos“ zu ersetzen – Ende der 70er Jahre.

Cuíca

Die Cuíca oder Puíta (in Angola pwita) ist ein ganz besonderes Musikinstrument durch seine ungewöhnliche Toncharakteristik. Es gleicht einer mittelgrossen Trommel, ist einseitig mit einer Membran aus Leder bespannt, unter deren Mitte, innerhalb der Trommel, ein Holzgriff von einer Trommelwand zur andern verläuft. Töne erhält man, indem man mit einem nassen Lappen über den Holzgriff reibt und gleichzeitig mit den Fingern der anderen Hand die Bespannung von der Aussenseite andrückt – je näher am Zentrum der Cuíca man presst, um so höher der entstehende Ton. Könner verstehen es, aus einer Cuíca Lachen und Weinen in fast menschlichen Lauten herauszuholen – „die Cuíca spricht“ sagen dann die Leute.

Ander Bezeichnungen aus dem Volksmund für die Cuíca: Roncador (Schnarcher), Tambor-Onça (Jaguar-Trommel), Porca (Schwein), Adufe und Omelê.

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