Der Samba wird populär

Veröffentlicht am 27. November 2010

Nach der Gründung der „Deixe Falar“ schossen die „Escolas de Samba“ aus dem Boden und vereinnahmten das Carioca-Szenario, der Samba wird populär. Diese Entwicklung half ebenfalls dabei, Nebenprodukte des Samba, wie den „Partido-Alto“ bis zum „Samba-Enredo“ für die Paraden der Escolas de Samba von Rio de Janeiro voran zu treiben.

Die Kunst der Samba-Improvisation

Der „Samba-de partido-alto“, gesungen in den Samba-Schulen oder den so genannten „Pagodes“ – üblichen festlichen Zusammenkünften mit Musik, Essen und Trinken – hat seine Wurzeln in den „Umbigadas Africanas“ und ist die Art von Samba, welche am meisten dem Original des „Batuque Angolano“ und dem vom Kongo ähnelt. Der „Partido-Alto“ wird in der Regel in zwei Teilen dargeboten: dem Refrain und den Versen. Dieser Gesang besteht aus der Kunst, Verse aus dem Stegreif zu kreieren, welche auf eine ebenfalls improvisierte oder schon existierende Melodie gesungen werden – praktiziert in verschiedenen Modalitäten.

Samba-Schulen und der Karneval

Zusammen mit den Escolas de Samba, die im Lauf der Jahre Etappen der Akzeptanz, der Bewunderung und der Verbrüderung durchliefen, wurde der „Samba-Enredo“ (ein Samba, der in seinem Text das Thema der Parade beschreibt) zum National-Symbol. Anfänglich hatte der „Samba-Enredo“ gar keinen Text, aber das änderte sich, nachdem der Staat – oder besser der „Neue Staat des Getúlio Vargas“ – die Organisation der Paraden übernommen hatte und festsetzte, dass sich die Handlung des Samba und seiner Paraden um die offizielle Geschichte Brasiliens zu drehen hatte! In der Regel wurde – und wird immer noch – der Text der Musik von einer Männerstimme gesungen, stets begleitet von einer Ukulele (die man in Brasilien „Cavaquinho“ nennt) und von der Percussion der jeweiligen Samba-Schule.

Die Escolas de Samba – zu Anfang mit Mangueira, Portela, Império Serrano, Salgueiro und, in den folgenden Jahrzehnten, mit Beija-Flor, Imperatriz Leopoldinense und der Mocidade Independente – wuchsen bis sie den Carioca-Karneval beherrschten und ihn in ein grosses Geschäft mit dem nationalen und internationalen Tourismus verwandelten.

Während der 30er Jahre war es üblich, dass eine Escola de Samba während ihrer Parade zuerst irgend einen schon bekannten Samba präsentierte, um dann im zweiten Teil von ihren besten Versmachern einen improvisierten Samba zu Gehör zu bringen, der in der Regel aus den „Terreiros“ (heute sagt man „Quadras“) der jeweiligen Samba-Schule stammte – und diese letzteren nannte man dann „Sambas-de-Terreiro“.