Roberta Sá

Veröffentlicht am 28. Januar 2012

Roberta SáDie brasilianische Sängerin Roberta Sá wurde in Natal (Rio Grande do Norte) am 19. Dezember 1980 geboren. Während ihrer Kindheit hörte sie bei ihren Eltern Rock, die Beatles und die brasilianische “Jovem Guarda”, brasilianische Volksmusik (MPB) und regionale Kompositionen. Schon als Kind interpretierte sie Versionen von Meistern wie Chico Buarque vor dem Spiegel.

Mit 16 nahm Roberta Sá Gesangsstunden und kurz darauf begann sie ihr Studium der “Sozialen Kommunikation“ – sie glaubte fest daran, dass ihre berufliche Zukunft mit dem Radio zutun haben würde, womit sie sich ihrer grössten Leidenschaft, der Musik, annähern könnte.

Im Alter von 18 Jahren begab sie sich im Rahmen eines Studentenaustauschs nach Missouri (USA), wo sie Gelegenheit hatte, während eines Jahres in einem Chor zu singen.

Mit 20 Jahren – schon zurück in Rio de Janeiro – ging sie zurück auf die Universität – Fach Journalismus – arbeitete nebenher als Verkäuferin und nahm Gesangsstunden bei Vera Maria do Canto e Melo. Sie gab Roberta auch den entscheidenden Anstoss zu ihrer Karriere als Sängerin. In einer jener Gesangsstunden meinte sie plötzlich: “Du weisst doch schon, dass du keine Journalistin werden willst, sondern Sängerin, nicht wahr? Also was willst du nun mit Deiner Stimme machen“?

Und so öffnete sich eine Tür in Robertas Leben – sie war erfolgreich bei Tests des TV-Globo, es gelang ihr, am Programm “Fama“ (Ruhm) teilnehmen zu dürfen.

Im Jahr 2001 präsentierte sie in einer Eröffnungs-Show die Bands “Liquidificalouca“ und “Paula Leal e Os Infiéis“, im Planetário da Gávea (Rio).

Im Jahr 2002 empfahl ihr die Gesangslehrerin Vera Canto e Melo, an Musik-Tests teilzunehmen – und Roberta wurde ins Fernsehprogramm “Fama“ aufgenommen. Das Programm präsentierte sich mit dem Anspruch einer “Akademie für Künstler“ und formte seine Sänger traditionell in einem amerikanisierten Stil – was die junge Roberta nicht begeisterte, und so wurde sie bereits in der vierten Woche eliminiert.

Und doch hat dieses Programm ihr etwas gegeben, wie sie selbst erzählt, denn sie lernte bei dieser Gelegenheit Felipe Abreu kennen – den Bruder der Sängerin Fernanda Abreu – der sich als ihr “stimmlicher Präparator“ anbot und sie motivierte, eine Show vorzubereiten, die dann einige Monate später im “Mistura Fina“ (Rio) stattfand – kurz danach riet er ihr, eine Demo-CD aufzunehmen.

Diese Demo-CD mit fünf Songs gelangte in die Hände des Novela-Autors Gilberto Braga im Jahr 2003, dem Robertas Stimme gefiel, und der sie deshalb bat, den Song “A Vizinha do Lado“, von Dorival Caymmi aufzunehmen, der das Thema der Figur Jackie Joy sein sollte, dargestellt von Juliana Paes in der Novela “Celebridade“.

Roberta Sá machte die Aufnahme und sie entsprach Gilberto – danach gefiel sie auch vielen anderen Brasilianern, die nun den lieben langen Tag die Musik vor sich hin summten. Die “Vizinha do Lado“ (Nachbarin gegenüber) explodierte in den Radiokanälen.

Dann lernte Roberta einen Mann mit Namen Rodrigo Campello kennen, der ihr Produzent wurde. Im Auftrag eines Unternehmens stellten sie ein Promotion-Album zusammen, das den Titel “Sambas e Bossas“ trug. Unter den Aufnahmen auch ein paar Klassiker wie “A Flor e o Espinho“, “Essa Moça tá Diferente“ und “Chega de Saudade“.

Im Jahr 2005 kommt dann Robertas erstes Album “Braseiro“ (wörtlich: glühender Aschenhaufen) heraus – es enthält neben anderen auch drei Stücke jener Demo-Platte und wurde produziert von Paulo Malagutti und Rodrigo Campello. Das Album enthält Songs von ehrwürdigen Komponisten wie Janet de Almeida (Sambo Mesmo), Chico Buarque (Pelas Tabelas) und Paulinho da Viola (Valsa da Solidão), und von “Neulingen“ wie Marcelo Camelo (Casa Pré-Fabricada), Teresa Cristina (Lavoura), Lula Queiroga (Ah! Se Eu Vou), Rodrigo Maranhão (Olho de Boi) und Pedro Luís (Braseiro). Am Album wirkten ausserdem mit: Ney Matogrosso (Lavoura) und MPB-4 (Cicatrizes).

Im Alter von 24 Jahren präsentiert die junge Sängerin Roberta Sá ihren “Braseiro“ im Stil einer erfahrenen Veteranin. In wenig mehr als drei Jahren entwickelt sich ihre Musik von einer “glühenden“ Nebenbeschäftigung zum Mittelpunkt, der “Glut ihres Lebens“ – und sie war endlich sicher, dass dies ihr Weg sein sollte.

Im August 2007 folgt ihr zweites Album unter dem Titel “Que Belo Estranho Dia Para se Ter Alegria“ (Welch schöner, fremder Tag um fröhlich zu sein). Das Album bringt unglaublich schöne Versionen antiker Sambas, wie Alô Fevereiro“, von Sidney Miller (ein grosser Erfolg von Doris Monteiro in den 70ern), und “Interessa“, von Linda Batista – und unter Mitwirkung von Lenine im Song “Fogo e Gasolina“.

Ein Duell zwischen Trommeln und Gitarre leitet die neue Platte der Sängerin Roberta Sá ein und hinterlässt ein Aroma der Afro-Sambas von Baden Powell und Vinicius de Moraes. Die exzellenten Arrangements und sorgfältige Produktion von Rodrigo Campello – zusammen mit der schönen Stimme der in Rio ansässigen, schwarzhaarigen Schönheit aus Natal – machen aus der CD “Que belo estranho dia pra se ter alegria” eine der schönsten Neuerscheinungen brasilianischer Musik des Jahres 2007.

Die Sängerin ist sehr treffsicher in ihrer Auswahl von Komponisten der Gegenwart, die sich im nationalen Szenario hervorgetan haben – so zum Beispiel Junio Barreto, aus Pernambuco, Autor des Eröffnungssongs “O Pedido“ (Die Bitte), und seinem Landsmann Lula Queiroga, Partner von Lenine und Autor von “Belo estranho dia de amanhã“, der das Album inspirierte.

Moreno Veloso und Quito Ribeiro komponierten “Mais alguém”, einen anderen Höhepunkt des Albums. Die Mehrheit der Titel allerdings schaut zurück im Versuch, verschiedene Versionen antiker Sambas zu rekonstruieren – wie zum Beispiel “Alô Fevereiro“ (Sidney Miller) oder “Interessa?“ (Carvalhinho). Diese und andere Raritäten wie “Cansei de esperar você“ (von Dona Ivone Lara und Délcio Carvalho) wurden mit grösster Sorgfalt wiederbelebt.

Im gleichen Jahr erhielt Roberta Sá zwei Prämien der APCA (Associação Paulista de Críticos de Arte): Beste Sängerin und bestes Album. Mit ihm eroberte sie ihre erste Goldene Schallplatte – mit mehr als 50.000 verkauften CD‘s.

Im Dezember 2007 beteiligte sie sich am Event “Natal em Natal“ (Weihnachten in Natal) in ihrer Heimatstadt. Diese Show fand im Stadion “João Machado“ statt, dem “Machadão“, und versammelte ein Publikum von mehr als 10.000 Personen.

Am 05. September 2009 präsentiert sich Roberta im Shor-House “Canecão“ von Rio de Janeiro, im Stadtteil Botafogo. Ihre CD und DVD “Pra Se Ter Alegria” (Um Freude zu haben) wurde anlässlich einer Show im April des gleichen Jahres produziert. Das Werk präsentiert Kompositionen ihrer beiden vorhergehenden Alben – “Braseiro“ (2005) und “Que Belo Estranho Dia Pra Se Ter Alegria“ (2007) – der Sänger João Bosco und der Schauspieler Eduardo Galvão waren anwesend.

Der Inhalt dieses Albums war erfolgreich mit “Alô Fevereiro“, “Interessa?“, “Janeiros“, “Mais Alguém“ und “Eu Sambo Mesmo“. Herausragend die unveröffentlichte Komposition “Agora Sim“ (Pedro Luis und Carlos Rennó), “Mambembe” (mit Chico Buarque und Marcello Gonçalves), “Peito Vazio” (mit Ney Matogrosso) und “Modinha“ (mit Yamandú Costa).

Diskographie Roberta Sá
  • Segunda Pele (2012)
  • Quando o Canto é Reza – com Trio Madeira Brasil (2010)
  • Pra se ter alegria – Ao vivo (2009)
  • Que Belo Estranho Dia Pra Se Ter Alegria (2007)
  • Braseiro (2005)
  • Sambas e Bossas (2004)

Brasilien_Poetin_200» Musik und Texte von Roberta Sá