Miúcha

Veröffentlicht am 23. April 2011

MiúchaMiúcha ist die Tochter des Historikers Sérgio Buarque de Hollanda und Maria Amélia Buarque de Hollanda – Schwester des Komponisten Chico Buarque und der ebenfalls Sängerinnen Ana de Hollanda und Cristina. Sie wuchs innerhalb eines Musikambientes in São Paulo auf. Ihr Haus wurde von Vinicius de Moraes und anderen Komponisten frequentiert. Schon als Kind bildete sie eine Vokalistengruppe mit sechs Geschwistern. In den sechziger Jahren gewann sie von der französischen Regierung ein Stipendium für Kunstgeschichte.

Sie matrikulierte sich an der Sorbonne und der “École du Louvre“. Während jener Epoche bereiste sie Italien und Griechenland mit zwei Freunden und einer Gitarre – sie spielten in den Städten, die sie besuchten. Dieses Experiment resultierte in einem Auftritt in der Bar “La Candelaria“ in Saint Germain, wo Violeta Parra auftrat, die João Gilberto einlud, jene brasilianische Sängerin kennenzulernen, die Bossa Nova interpretierte. Wenig später zog Miúcha um nach New York und heiratete João Gilberto – aus dieser Ehe entstammt die Tochter Bebel Gilberto, die ebenfalls Sängerin geworden ist.

Künstler-Daten

Miúcha begann ihre Künstlerlaufbahn 1975, als sie an der Platte “The best of two worlds“ von João Gilberto und Stan Getz mitwirkte – die in New York heraus kam. Noch im selben Jahr trat sie beim “Newport Jazz Festival“ auf, präsentierte sich in Shows mit Stan Getz und nahm das Stück “Boto“ auf der LP “Urubu“ von Tom Jobim auf.

1977 nahm sie zusammen mit Tom Jobim das Album “Miúcha e Antonio Carlos Jobim“ auf – bemerkenswert die Titel “Maninha“ – komponiert extra für sie von ihrem Bruder Chico Buarque, “Pela luz dos olhos teus“ (von Vinicius de Moraes) und “Vai levando“ (von Chico Buarque und Caetano Veloso). Im gleichen Jahr nahm sie an der Show “Tom, Vinicius, Toquinho e Miúcha“ teil, die fast ein ganzes Jahr auf dem Programm des Canecão (Rio de Janeiro) verblieb, um danach zu einer Tournee durch Südamerika und Europa zu starten. Die Show wurde live aufgenommen und als Platte auf den Markt gebracht.

1979 nahm sie mit Tom Jobim die LP “Miúcha & Tom Jobim“ auf – unter anderen mit den Titeln “Triste alegria“ – komponiert von ihr selbst, “Falando de amor“ (von Tom Jobim) und “Dinheiro em penca“ – einzige Gemeinschaftsarbeit von Tom mit dem Dichter Cacaso. Die Platte entstand unter Mitwirkung von Ron Carter und mit Arrangements von Claus Ogerman.

1980 kommt die LP “Miúcha“, sie enthält Arrangements von João Donato und ihre Tochter Bebel Gilberto partizipiert als Sängerin beim Titel “Joujoux et Balangandans“ (von Lamartine Babo), sowie João Gilberto (Gitarre) in den Titeln “All of me“ (Gerald Marks und Seymour Simons) und “O que é, o que é“ (Bororó und Evagrio Lopes). Weitere zwei Kompositionen von Miúcha selbst sind auf dieser LP zu hören: “Todo amor“ und “Segura a coisa“ – letztere die Hymne eines Karneval-Blocks mit demselben Namen aus Olinda (Pernambuco) – später neu aufgenommen von Miúcha mit der Band des Maestro Duda.

1989 präsentierte sie sich mit dem Komponisten João de Barro (Bragiunha) und der Gruppe “Coisas Nossas“ im Musical “Yes, nós temos Braguinha“ – kreiert und dirigiert von Ricardo Cravo Albin. Das Stück wurde im Teatro Municipal von Rio de Janeiro anlässlich der Überreichung des Shell-Preises 1989 an Braguinha uraufgeführt, um dann ganz Brasilien zu bereisen. Im gleichen Jahr nahm sie eine weitere LP auf mit dem Titel “Miúcha“ – an der beteiligten sich Pablo Milanés und seine Band in Cuba, wo die LP entstand. Auf dieser LP sind vier weitere Songs von Guinga und Paulo César Pinheiro enthalten: “Chorando as mágoas“, “Por gratidão“, “Non sense“ und “Porto de Araújo“, ausserdem “Para viver“ – eine persönliche Version des Songs “Para vivir“ (von Pablo Milanés) – neben anderen Titeln. Noch im Jahr 1989 nahm die französische Zeitung “Le Monde“ zwei ihrer Platten als unter die besten Sieben der brasilianischen Musik des Jahres auf.

1999 folgte die CD “Rosa amarela“, mit Arrangements von Maurício Carrilho und J. Moraes, auf ihr sind die Titel “Cabrochinha“ (Paulo César Pinheiro und Maurício Carrilho), “João e Maria“ (Chico Buarque und Sivuca), “De você eu gosto“ (Tom Jobim und Aloysio de Oliveira), “A mesma rosa amarela“ (Carlos Pena Filho und Capiba), “Doce de coco“ (Hermínio Bello de Carvalho und Jacob do Bandolim), “Pressentimento“ (Élton Medeiros und Hermínio Bello de Carvalho), “Santo Amaro“ (Luiz Claudio Ramos, Franklin da Flauta und Aldir Blanc), „Assentamento“ (Chico Buarque), „Por causa desta cabocla“ (Ary Barroso und Luiz Peixoto), “Choro bandido“ (Chico Buarque und Edu Lobo), “Valsa de uma cidade“ (Ismael Netto und Antônio Maria), “Só o tempo“ (Paulinho da Viola) und “Querelas do Brasil“ (Aldir Blanc und Maurício Tapajós) zu hören. Die Platte wurde zuerst in Japan heraus gebracht, nach verschiedenen Shows der Sängerin im Land, und anschliessend auch in Brasilien, durch die BMG Brasil. Miúcha präsentierte sich in verschiedenen Shows in Japan und Cuba.

Im Jahr 2002 erscheint die CD “Miúcha.compositores“, Produktion von José Milton und die Arrangements von João Donato, Francis Hime, Cristóvão Bastos, Leandro Braga, Eduardo Souto Neto und Hélvius Vilela. Im Repertoire der Platte die Titel „Pode ir“ (Carlos Lyra und Vinicius de Moraes), der unveröffentlichte Samba-Song „Quando a lembrança não vem“ (Musik von João Donato und Text von Tom Jobim), „Canção inédita“ (Edu Lobo und Chico Buarque), mit einer Anspielung auf Tchaikovsky mit der Guitarre von Cristóvão Bastos, „Fox e trote“ (Guinga und Nei Lopes), „Tomara“ (Novelli, Maurício Tapajós und Paulo César Pinheiro), „Cor de cinza“ (Noel Rosa), „E daí“ (Miguel Gustavo), „Solidão“ (Tom Jobim und Alcides Gonçalves), „Lembre-se“ (Moacir Santos und Vinicius de Moraes), „Refém da solidão“ (Baden Powell und Paulo César Pinheiro), „Vento“ (Cristóvão Bastos und Abel Silva), „A dor a mais“ (letzte Zusammenarbeit von Francis Hime und Vinicius de Moraes) – „Medo de amar“ (Vinicius de Moraes), und „Você, você“ (erste Gemeinschaftsarbeit von Guinga und Chico Buarque) Guinga auf der Gitarre, auch bei „Tempo de amar“ (Duo von Miúcha und João Donato). Ebenfalls noch im Jahr 2002 arbeitete sie an der Produktion eines Dokumentarfilms von Nelson Pereira dos Santos über ihren Vater, den Historiker Sérgio Buarque de Hollanda.

2003 wurde ihre Aufnahme des Jahres 1977 “Pela luz dos olhos teus“ mit Tom Jobim, auf der Platte “Miúcha e Antônio Carlos Jobim“, zum Themen-Song der Novela „Mulheres apaixonadas“ (Verliebte Frauen -TV Globo) gewählt. Im selben Jahr kommt die CD „Miúcha canta Vinicius & Vinicius – Música e letra“ heraus – eine Platte, auf der Vinicius de Morais sowohl Komponist der Musik als auch Autor der Texte ist: „Tomara“, “ Ai quem me dera“, „Saudades do Brasil em Portugal“, „Medo de amar“, „Serenata do adeus“, „Valsa de Eurídice“, „Teleco Teco“, „Tempo será“, „Pela luz dos olhos teus“, „Encontro à tarde“, „Canção de nós dois“ und „Cem por cento“, ausser den unveröffentlichten „Georgiana“ und „Quem for mulher que me siga“. Eduardo Souto Neto, Cristóvão Bastos, Helvius Vilela und Leandro Braga waren für die Arrangements der Platte verantwortlich, es wirkten weiter mit: Chico Buarque, Bebel Gilberto, Zeca Pagodinho, Daniel Jobim, Toquinho und Yamandú Costa.

2007 folgte die CD “Outros sonhos”, gewidmet Tom Jobim, Chico Buarque und Vinicius de Moraes. Im Repertoire: “Uma palavra” und der Titel-Song, beide von Chico Buarque, “Você vai ver” und “Chansong” und “Fotografia”, alle von Tom Jobim, “Eu te amo/Dis-moi comment” und “Anos dourados” (Tom Jobim und Chico Buarque), “Quando tu passas por mim” (Vinicius de Moraes und Antonio Maria), “Amei tanto/Pra que chorar” (Baden Powell und Vinicius de Moraes), “Desalento” (Chico Buarque und Vinicius de Moraes), “Gente humilde” (Garoto, Chico Buarque und Vinicius de Moraes), “Olha Maria” (Tom Jobim, Chico Buarque und Vinicius de Moraes) und “Todo o sentimento” (Cristóvão Bastos und Chico Buarque). Noch im gleichen Jahr war Miúcha beteiligt an einem Dokumentarfilm über Antonio Carlos Jobim, dirigiert von Nelson Pereira dos Santos.

Diskographie Miúcha
  • Miúcha com Vinícius/Tom/João (2008)
  • Miúcha – Outros Sonhos (2007)
  • Miúcha canta Vinicius & Vinicius – Música e letra (2003)
  • Miúcha – Compositores (2002)
  • Rosa amarela (1999)
  • Vivendo Vinicius ao vivo Baden Powell, Carlos Lyra, Miúcha e Toquinho (1999)
  • Miúcha (1989)
  • Miúcha (1980)
  • Miúcha & Tom Jobim (1979)
  • Tom/Vinicius/Toquinho/Miúcha‘ – Gravado ao vivo no Canecão (1977)
  • Miúcha & Antônio Carlos Jobim (1977)

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