Jorge Ben Jor

Veröffentlicht am 3. November 2009

Jorge Ben JorJorge Ben Jor, ein echter „Carioca“ (Bürger von Rio), im Stadtteil Catumbi gross geworden, der schon als kleiner Junge im Kirchenchor seinen Hang zur Musik unter Beweis stellte – ausserdem machte er mit beim jährlichen Karneval einer Samba-Schule. Im Teenager-Alter bekam er eine Gitarre geschenkt und fing an, Bossa Nova und Rock’n Roll damit zu spielen. In den 60er Jahren präsentierte er sich im „Beco das Garrafas“, einer kleinen Bar, die zum Treffpunkt der Bossa Nova Fans avancierte. Dort hörte ihn ein Plattenproduzent, der ihn zu den ersten Plattenaufnahmen verpflichtete.

Die erste Single mit „Mas que Nada“ und “ Por Causa de Você, Menina“ kam heraus , 1963,begleitet wurde er von der Gruppe „Copa Cinco“. Im gleichen Jahr erschien die erste LP „Samba Esquema Novo“ (Samba nach neuem Schema). Er flog in die Vereinigten Staaten, und dort hatte er viel Erfolg mit seinen Kompositionen „Zazueira“ – „Mas Que Nada“ und „Nene Naná“ – diese Songs brachte man dort in die Hitparaden und internationale Grössen wie Sérgio Mendes, Herb Alpert, José Feliciano und Trini Lopez nahmen sie in ihr Repertoire auf. Er persönlich stand nie auf Musik fürs Fernsehen, sondern blieb seinem Stil als Solist treu, hat aber an vielen Shows, auch im Fernsehen, teilgenommen – „O Fino Da Bossa“ (Die Feinheiten des Bossa Nova) unter der Leitung von Elis Regina, die „Jovem Guarda“ von Roberto Carlos und später „Divino Maravilhoso“ der Tropikalisten Caetano und Gil, waren wichtige Stationen seines Musikerlebens.

Im Jahr 1969 hatte er grossen Erfolg mit seinen Songs „Cadé Teresa“, „País Tropical“ und „Que Maravilha“, ausserdem nahm er mit seinem „Charles, Anjo 45“ am „Festival da canção“ im TV-Kanal Globo teil. Dasselbe Festival gewann er dann 1972 mit „Fio Maravilha“, interpretiert von der Sängerin Maria Alcina. Weitere Platten von ihm kamen im Lauf der 70er Jahre heraus – inklusive Klassiker wie „A Tábua de Esmeralda“ (1974) und „África Brasil“ (1976). Im darauf folgenden Jahrzehnt widmete er sich der Verbreitung seiner Musik im Ausland. Und 1989 änderte er seinen Künstlernamen Jorge Ben um in Jorge Ben Jor. Seine Komposition „W/Brasil (Chama o Síndico)“, die 1990 herauskam, explodierte auf den Pisten der Tanzlokale in den Jahren 1991 und 1992, und wurde zu einem regelrechten Fieber!

Von da an nahmen seine Platten eher einen gewissen „poppigen“ Stil an, ohne jedoch den Swing zu verlieren, der Jorge Ben Jor stets ausgezeichnet hatte. Das Album „Músicas para Tocar em Elevador“ (Musik im Aufzug zu spielen) von 1997 präsentiert 12 Künstler, wie zum Beispiel Carlinhos Brown, Fernanda Abreu, und die Paralamas do Sucesso. Die Kompositionen von Jorge Ben Jor haben einzigartige Bedeutung innerhalb der brasilianischen Musik, weil sie neue Elemente im unvergleichlichen Swing seiner Gitarre integriert – beeinflusst vom nordamerikanischen Soul und Funk und sogar von arabischen und afrikanischen Strömungen, die von seiner Mutter stammen, die in Äthiopien geboren wurde. Seine unverwechselbaren vokalen und instrumentalen Arrangements haben den Samba stark beeinflusst und eine Legion von Bewunderern und auch Nachahmern hervorgebracht. Seine Kompositionen wurden neu arrangiert und graviert, und ihr Komponist damit von unzähligen Künstlern der neueren Generation geehrt.

Am 7. Juli 2007 nahm Jorge Ben Jor mit Gilberto Gil, Ivete Sangalo, Marcelo D2, O Rappa, Jota Quest, Seu Jorge u.a. brasilianischen Künstler am Live Earth Konzert in Rio de Janeiro am Strand der Copacabana teil. Die 24-Stunden-Konzertserie von Live Earth startete in Sydney, Australien, am 7. Juli 2007 und es fanden auf allen sieben Kontinenten wie in Tokio, Japan; Shanghai, China; Johannesburg, Südafrika; London, Grossbritannien; Hamburg, Deutschland und eben Rio de Janeiro Live-Konzerte statt, bevor es in New York City, USA, zum Abschluss kam. Live Earth markiert den Beginn einer mehrere Jahre dauernden Kampagne, die von der Allianz zum Klimaschutz und anderen internationalen NGOs gestartet wird, um Einzelpersonen, Unternehmen und Regierungen anzuregen, sich bei der Lösung des Problems der globalen Erwärmung zu engagieren. Der frühere Vizepräsident USA, Al Gore, hat den Vorsitz der Allianz zum Klimaschutz inne und ist ein Partner von Live Earth.

Diskographie Jorge Ben Jor
  • FAVOURITES: FROM SAMBA ESQUEMA NOVO 1963 – AFRICA BRASIL 1976 (2008)
  • RECUERDOS DE ASUNCIÓN 443 (2007)
  • REACTIVUS AMOR EST (2004)
  • ACÚSTICO MTV – Admiral Jorge V (2002)
  • ACÚSTICO MTV – Banda do Zé Pretinho (2002)
  • MÚSICAS PARA TOCAR EM ELEVADOR (1997)
  • BEN WORLD DANCE (1995)
  • HOMO SAPIENS (1995)
  • JORGE BEN JOR AO VIVO NO RIO (1991)
  • BEN (1972)
  • SAMBA ESQUEMA NOVO (1963)

Bossa-Nova_200» Musik und Texte von Jorge Ben Jor