Fábio Junior

Veröffentlicht am 31. Mai 2013

Fabio-JuniorDer aus São Paulo stammende Fábio Corrêa Ayrosa Galvão – kurz Fábio Jr. – erblickte am Morgen des 21. November 1953 das Licht der Welt, als zweiter von drei Söhnen des Ehepaares Antônio Luiz und Nilva – mit seinen Brüdern Danilo und Heraldo wuchs er auf im paulistanischen Stadtteil Brooklyn.

Seine Familie aus der Mittelklasse war nicht reich – der Vater verdiente sein Geld als Taxifahrer und seine Mutter gab Klavierunterricht – schon früh arbeitete der junge Fábio – wie auch die Brüder – in einem Zeitungskiosk, mit dem ihr Vater das Haushaltsgeld aufbesserte. Damals träumte Fábio davon, auf dem Titelblatt einer der Zeitungen zu erscheinen, die er seinen Kunden ins Haus brachte.

Seit seiner Jugend gehörten die Musikprogramme im Fernsehen zu seiner grossen Leidenschaft und, stimuliert von der Gitarre, die er vom Vater geschenkt bekommen hatte, bildete Fábio bald ein Gesangstrio mit seinen Brüdern – sie nannten sich “Os Colegiais“, um bald darauf als “Os Namorados“ neu zu erstehen, und als solche nahmen sie teil an einem Vorbereitungsprogramm des “Festivals de Música Infantil“, einem Kinder-Musikprogramm des TV Bandeirantes und anschliessend am Programm “Mini-Guarda“, das von den Kinderstars Ed Carlos, Mário Marcos und Enza Flori präsentiert wurde – Laufzeit zirka ein Jahr – zwischen 1967 und 1968.

Damals kam der Ansporn zur Fortsetzung einer Künstlerkarriere von aussen: Ein Fernsehdirektor forderte den Ehrgeiz des jugendlichen Sängers heraus, als er zu ihm sagte, dass er nicht singen könnte, und sich besser der Dramaturgie zuwenden solle. Fábio trat ins Tele-Theater ein – geleitet von der legendären Cacilda Becker und dirigiert von Walter Georg Durst – und gab sein Debut in “Inês de Castro, A Rainha Depois de Morta” (Inês de Castro, die Königin nach dem Tod) und nahm teil an Spezialprogrammen des Kanals TV Cultura, an der Seite von Star-Schauspielern wie Paulo Autran und Etty Frazer.

Doch seine Passion für die Musik hielt an und glücklicherweise auch die seiner Eltern. Begleitet vom Vater zu Radiosendern und Shows, lernten die “Os Namorados“ den Musiker und Produzenten Arnaldo Saccomani kennen, der sie 1970 zu einer Plattenaufnahme mit Ronnie Von einlud – und es erschien ein erster Compact-Disk bei der Polydor, mit ihrem Beitrag.

Der Sänger Christie war inzwischen weltbekannt mit seinem “Yellow River“, und die Gruppe nahm eine Version in portugiesischer Sprache auf, die sie entsprechend dem Original auch “Rio Amarelo“ betitelten, und die war auch die Titelseite A dieses ersten Compact-Disk. Historisch gesehen, war aber die Seite B bedeutender, denn auf ihr erschien “A Saudade Que Ficou“ (Die Sehnsucht, die geblieben ist), eine der ersten von Fábios Kompositionen. Allerdings war der Gesamterfolg der Platte nur mässig, auch die nächste Platte im Folgejahr durch die Polydor – eine Version des internationalen Hits “What have they done to my song, Ma“ – brachte keinen Durchbruch. Aber Fábio verlor deshalb nicht sein Interesse an einer Musik-Karriere, obwohl auch sich auch seine Gruppe zu Beginn der 70er Jahre auflöste, als er – nun schon im Erwachsenenalter – er eine Anstellung in seinem Bezirk bekam und nebenbei noch Schülertransporte organisierte.

Die drei Brüder der “Namorados“ kamen jedoch ein paar Monate später wieder zusammen – diesmal als “Bossa 4“, zusammen mit der Sängerin Malu – und kurze Zeist später wechselten sie ihren Namen in “Grupo Arco-Iris“ um und nahmen eine einzige Compact-Disk im Sinter-Verlag auf (1973). Diese letzte Formation der Vokal-Gruppe wurde dann definitiv beendet, als – noch im gleichen Jahr – Fábio als Chor-Sänger in die Band “Uncle Jack“ eintrat, die den Sänger Pete Dunaway in Shows und bei Plattenaufnahmen begleitete.

Und als er das Talent seines Begleiters bemerkte, gab Pete ihm die Chance, die Seite B seines Compact-Disks “I’ll be fine“, im Mercury-Verlag, zu gestalten (1973).

Dank “Uncle Jack“ brachte der Titel “In my song“ die Stimme Fábios zu Gehör – der im gleichen Jahr auch “My Baby“ mit der Gruppe “Uncle Jack“ innerhalb einer Langspielplatte aufnahm. Mit dem Ende von “Uncle Jack“ im Jahr 1974 bekam unser Künstler eine weitere Chance – diesmal mit der MGM – eine Compact-Disk mit dem Song “Don’t let me cry“, von einem gewissen Mark Davis. Innerhalb einer Musikuntermalung für eine Telenovela, wurde dieser Song ein grosser Erfolg, und im nächsten Jahr entschloss sich die MGM, ein Album jenes mysteriösen Sängers auf den Markt zu bringen.

Aber Fábio Galvão wünschte sich einen Auftritt unter seinem richtigen Namen und, ganz besonders, in seiner portugiesischen Muttersprache zu singen. Der Produzent Caion Gadia vereinte Fábio und den Sänger und Komponisten Silvio Brito im Programm “Aleluia“ während neun Monaten im Kanal TV Tupi, und Fábio gewöhnte sich an sein Künstler-Pseudonym “Fábio Junior“ (kurz Fábio Jr.) – um kein Problem mit dem Schauspieler Flávio Galvão zu bekommen. Das war der Moment indem er von der Philips unter Vertrag genommen wurde, mit der er seine erste LP “Creditado a Fábio Jr.“ aufnahm (1976). Im Repertoire verschiedene Mitwirkende, wie dem Schriftsteller Paulo Coelho, und auch eine Neuaufnahme des Klassikers von Dolores Duran “A Noite do Meu Bem“. Aber die LP erschien nicht.

Dann erinnerte sich der Direktor Walter George Durst an ihn, der gerade ein Ensemble für eine neue Novela der TV Globo zusammenstellte. Nachdem er den Anruf erhalten hatte, der ihm eine Rolle versprach, die extra für einen paulistanischen Schauspieler reserviert sei, zog Fábio nach Rio de Janeiro um und würde im Ensemble der Novela “Despedida de Casado“ (Abschied eines Ehemannes) mitgespielt haben – wenn diese Novela nicht, am Abend vor ihrer Uraufführung Ende 1976, durch die Zensur der Militärdiktatur ins Wasser gefallen wäre. Fábio spielte dann in der Novela “Nina“ im darauf folgenden Jahr mit, und danach war er in “Cirando, Cirandinha“, an der Seite von Lucélia Santos, Denise Bandeira und Jorge Fernando, zu sehen.

In jenem Jahr 1978 war Fábio entschlossen, sich auch als Sänger und Komponist zu festigen – er drängte in das Büro der Globo-Direktoren mit allen seinen Platten, die er bis dato herausgebracht hatte – mit den “Os Namorados, Grupo Arco-Íris, Uncle Jack, Mark Davis“ und “Fábio Jr. “. Die Entschlossenheit des jungen Schauspielers war dergestalt, dass man ihm in der Episode “Toma Que O Filho é Teu” (Nimm, es ist Dein Sohn) die Chance gab, seine bisher unveröffentlichte Komposition “Pai“ (Vater) zu singen. Der Autorin der Novela, Janete Clair, gefiel das Lied, und es wurde zur Themenmusik der Novela “Pai Heroi“ (Held Vater) – einer Novela, die im Januar 1979 ausgestrahlt wurde, demselben Jahr, in dem Fábio Junior vom Verlag Som Livre unter Vertrag genommen wurde und nun endlich den Weg zum Erfolg gefunden hatte.

Seit 1979 verfolgt er seine Karriere mit Verstand – dem Jahr, in dem er am Film “Bye Bye Brasil“, von Cacá Diegues, mitwirkte, an der Seite von Betty Faria, José Wilker und Zaira Zambelli – jetzt begann für ihn eine frenetische Agenda mit Plattenaufnahmen und Novelas, ausserdem Shows im ganzen Land. In der Zeit zwischen den 80er und 90er Jahren nahm er verschiedene Platten auf, wirkte in verschiedenen Novelas mit und präsentierte ein TV-Programm – mit überraschender Parallelität – und fügte der Geschichte unserer Kultur etwas Neues hinzu: einen Künstler, der sowohl als Sänger, Komponist, Schauspieler und Entertainer grossartig ist. Fábio Jr. ist ein vollkommener Künstler.

Im 21. Jahrhundert beweist sich die durch seine Musikalität erreichte Berühmtheit in seinen Erfolgen, und tagtäglich erobert er neue Fans in ganz Brasilien. Mit seinem unvergleichlichen Charisma und einer brillanten Karriere, gehört Fábio Jr. heute zu den Stars Brasiliens.

Diskographie Fábio Junior
  • Fábio Jr. Íntimo (2012)
  • Fábio Jr. Íntimo (2011)
  • Fábio Jr. Romântico (2009)
  • Fábio Jr. & Elas (2008)
  • Fábio Jr. Minhas Canções (2006)
  • Fábio Jr. O Amor é Mais (2004)
  • Fábio Jr. Ao Vivo Duplo (2003)
  • Fábio Jr. Acústico (2000)
  • Fábio Jr. De Alma e Coração (2000)
  • Fábio Jr. Contador de Estrelas (1999)
  • Fábio Jr. Compromisso (1998)
  • Fábio Jr. Obrigado (1996)
  • Fábio Jr. (1992)