Elza Soares

Veröffentlicht am 3. November 2009

Elza SoaresElza Soares wurde am 23. Juni 1937 in Rio de Janeiro als Tochter einer Wäscherin und eines Arbeiters in der Favela “Água Santa”, in der Vorstadt von Rio de Janeiro, geboren. Schon als Kind fing sie an zu singen, mit einer heiseren Stimme und im synkopierten Rhythmus der “Sambistas do Morro” (Samba-Interpreten der Favela). Im Alter von zwölf Jahren wurde sie bereits Mutter und im Alter von achtzehn Witwe! Sie war Wäscherin und Arbeiterin in einer Seifenfabrik und, etwa im Alter von zwanzig Jahren, absolvierte sie ihren ersten Test als Sängerin an der Akademie von Professor Joaquim Negli – darauf wurde sie vom Ball-Orchester Garan engagiert und später vom Theater João Caetano.

1958 reiste sie mit Mercedes Batista nach Argentinien – eine Tournee von acht Monaten – wo sie in dem Stück “Jou-jou frou-frou” sang. Nach ihrer Rückkehr bestand sie einen Test des Radiosenders Mauá und präsentierte sich von da an, ohne Gage, im Programm Hélio Ricardo. Durch die Vermittlung von Moreira da Silva, der sie in jenem Programm hörte, wechselte sie zu Rádio Tupi und begann gleichzeitig im Nachtclub “Texas”, in Copacabana, als Crooner zu arbeiten. Dort lernte sie Silvia Teles und Aluísio de Oliveira kennen, letzterer lud sie zu Plattenaufnahmen ein.

Auf ihrer ersten Platte, aufgenommen 1960 von der Odeon, interpretierte sie “Se acaso você chegasse” (von Lupicínio Rodrigues und Felisberto Martins), und die wurde auf Anhieb ein grosser Hit. Dieser Samba wurde auch in ihre erste LP aufgenommen, welche denselben Titel trug. Sie ging nach São Paulo, wo sie in der Show des “Primeiro festival nacional de bossa nova” (Erstes nationales Bossa-Nova-Festival) im Teatro Record und im Nachtclub Oasis mitwirkte – kurze Zeit später nahm sie ihre zweite LP auf, unter dem Titel “Bossa Negra”.

1962, als künstlerische Repräsentantin Brasiliens bei der Fussball-Weltmeisterschaft in Santiago de Chile, sang sie zusammen mit dem nordamerikanischen Repräsentanten Louis Armstrong. Bei dieser Gelegenheit lernte sie den Fussballstar Garrincha kennen, den sie später heiratete. Im folgenden Jahr nahm sie bei der Odeon die LP “Sambossa” auf, auf der die Songs “Rosa Morena” (Dorival Caymmi) und “Só danço Samba” (Tom Jobim und Vinicius de Moraes) erfolgreich wurden – und 1964 kam, ebenfalls bei der Odeon, “Na Roda do Samba” (Orlandivo e Helton Meneses) heraus, das Titellied der gleichnamigen LP.

Zwischen unzähligen Auftritten in ganz Brasilien und in Fernseh-Shows kamen kurz hintereinander auch ebenso zahlreiche LPs von ihr heraus: 1965 war es “Um Show de Beleza” von der Odeon – mit, unter anderen, “Sambou, sambou (João Melo und João Donato), und Mulata assanhada (Ataulfo Alves) – im Jahr 1966, vom selben Verlag, die LP “Com a bola branca”, auf der Elza unter anderen auch “Estatuto de gafieira (Billy Blanco) und “Deixa a nega gingar” (Luís Cláudio) präsentierte. 1967 trat sie in der Show “Elza de todos os sambas” im Theater Santa Rosa auf – und ebenfalls bei der Odeon nahm sie 1969 die LP “Elza, Carnaval & Samba” auf, auf der sie Karnevals-Titel-Sambas singt, wie zum Beispiel “Bahia de todos os deuses (João Nicolau Carneiro Firmo und Manuel Rosa) und Heróis da liberdade (Silas de Oliveira, Mano Décio da Viola und Manuel Ferreira).

1970 reist Elza nach Italien, wo sie sich im Teatro Sistina, in Rom, präsentiert – ausserdem nimmt sie die Songs “Que maravilha” (Jorge Ben und Toquinho) und Mascara negra (Zé Kéti) auf. Noch im gleichen Jahr kommt die LP “Sambas e mais sambas” bei der Odeon heraus, auf der Elza Songs wie Maior é Deus (Fernando Martins und Felisberto Martins) oder Tributo a Martin Luther King (Wilson Simonal und Ronaldo Bôscoli) interpretiert.

Zurück in Brasilien, im Jahr 1972, bringt die Odeon Elzas LP “Elza pede passagem” heraus, auf der die schwarze Sängerin “Saltei de banda” (Zé Rodrix und Luís Carlos Sá) und “Maria-vai-com-as-outras” (Toquinho e Vinícius de Morais) präsentiert, darüber hinaus steht sie in Rio im Theater “Opinião” auf der Bühne, mit ihrer Show “Elza em Dia de Graça”. Noch im selben Jahr verbringt sie eine Zeit auf dem italienischen Kreuzfahrer “EUGENIO C” mit ihrer Show – präsentiert sich in einem zweiwöchigen Spektakel im Nachtclub “Number One” von Rio, singt auf der “Brasil Export Show”, die von der Bierbrauerei “Canecão” organisiert wurde, und erhält die Auszeichnung “Embaixatriz do Samba” (Botschafterin des Samba) vom Rat der Volksmusik des Museums “Imagem e Som” von Rio de Janeiro.

Im Jahr 1973, immer noch bei ihrem Plattenverlag Odeon, bringt sie die LP “Elza Soares” heraus, auf der unter anderen die Kompositionen “Aquarela Brasileira” (Silas de Oliveira) und “Pranto de Poeta” (Nelson Cavaquinho und Guilherme de Brito) zu hören sind – sie tritt in der Show “Viva Elza” auf, die in São Paulo von der T.B.C. veranstaltet wird – und später in verschiedenen Bundesstaaten Brasiliens gastiert.

In den darauf folgenden zwei Jahren wechselt Elza zum Verlag TAPECAR, mit dem sie zwei weitere LPs auf den Markt bringt: “Elza Soares” – mit “Bom-dia, Portela” (Davi Correia und Bebeto de São João) und “Chamego da crioula” (Zé Di) – und “Nos Braços do Samba”, mit dem Titelsong von Neoci Dias und Dida. Ausserdem nimmt sie “Pilão+Raça=Elza” (1977) auf – “Somos Todos Iguais” (1986) und “Voltei” (1988).

Ab 1986, mit dem Tod von “Garrinchinha”, ihrem Sohn mit dem Fussballstar Garrincha (1933-1983), verbringt sie neun Jahre in Europa und in den USA. Zurück in Brasilien nimmt sie 1997 die CD “Trajetória, só de Sambas” auf – mit Kompositionen von Zeca Pagodinho, Guinga und Aldir Blanc, Chico Buarque, Noca da Portela, Nei Lopes und anderen. In demselben Jahr kommt ihre Biografie “Cantando para não enlouquecer” (Ich singe, um nicht verrückt zu werden) heraus, geschrieben von José Louzeiro (im Verlag der “Editora Globo”).

Das Leben “Elza Soares“ ist 2000 ein Thema, im erschienen Musical “Crioula“, für das unter anderem Chico Buarque und Chico César Lieder komponierten. Die brasilianischen Musiker – Seu Jorge und Carlinhos Brown – waren am 2002 erschienen Album “Do cóccix até o pescoço“ beteiligt.

Diskographie Elza Soares
  • BEBA-ME – AO VIVO (2007)
  • VIVO FELIZ (2004)
  • DO CÓCCIX ATÉ O PESCOÇO (2002)
  • CARIOCA DA GEMA – ELZA AO VIVO (1999)
  • TRAJETÓRIA (1997)
  • VOLTEI (1988)
  • SOMOS TODOS IGUAIS (1985)