Djavan

Veröffentlicht am 3. November 2009

Djavan1Djavan Caetano Viana wurde am 27. Januar 1948 in Maceió, im Bundesstaat Alagoas, geboren – in einer sehr armen Familie. Seine Mutter pflegte die Erfolgsschlager von Angela Maria und Nelson Gonçalves vor sich hin zu trällern, während sie ihrer Hausarbeit nachging. Der junge Djavan war Mittelfeldspieler beim CSA (Clube Sportivo Alagoano) und lernte zu jener Zeit als Autodidakt auch Gitarre spielen.

Im Alter von 18 Jahren gründete er die LSD-Luz som e Dimensão, eine Band, die in den lokalen Clubs, an Stränden und in Kirchen die Feste animierte – wohin auch immer sie bestellt wurden. Mit 19 Jahren verliess er den Fussball definitiv, um sich ausschliesslich der Musik zu widmen.

Während er seine Gitarre zupfte, fühlte er, dass er auch komponieren könnte, aber seine ersten Kompositionen wurden von seinen Freunden mit Befremden aufgenommen. Genau das half Djavan zu entdecken, dass er ausser seiner Lust zu singen, auch Spass am Komponieren hatte. Er wollte sein Glück in einer grossen Stadt probieren, und seine Wahl fiel auf Rio de Janeiro. Zu Anfang hatte er immense Schwierigkeiten, schliesslich war er ein Schwarzer aus dem Nordosten, der sich in einer Grossstadt versuchte, die er nicht einmal kannte.

Der Radio-Journalist Edson Mauro stellte Djavan Adelzon Alves vor, und dieser brachte ihn mit João Mello in Verbindung, dem Produktionschef von SOM LIVRE (Plattenverlag), der dem Sänger seine erste grosse Chance bot: Djavan nahm Kompositionen anderer bekannter Musiker auf, die dann als Untermalung von “Novelas” des Globo-TV-Kanals verwendet wurden. Was er dabei verdiente, war jedoch nicht genug, um davon leben zu können, und Djavan suchte nach einer Möglichkeit, sein Einkommen zu verbessern. Die fand sich in den Nachtclubs “Number One”, in Ipanema, und dem “706” im Stadtteil Leblon, in denen er den Discjockey spielte. Djavan war zu jener Zeit bereits verheiratet und hatte eine Tochter, welche in Maceió mit der Mutter zurückgeblieben war – Djavans Wunsch war es, die beiden nach Rio zu holen.

Beim Festival “ABERTURA” im Jahr 1975 bekam er die grosse Chance, sein Talent als Komponist zu zeigen – er erreichte den zweiten Platz mit seiner Komposition “Fato Consumado”. 1976 entstand seine erste LP “A voz, o Violão e a Arte de Djavan” (Stimme, Gitarre und Kunst von Djavan), welche mit dem Song “Flor de Lis” Djavan definitiv in die nationale Musikszene katapultierte. Er unterzeichnete einen Vertrag mit der EMI-Odeon und unter ihrer Regie entstanden die drei Alben “Djavan” im Jahr 1978, “Alumbramento”, 1980 und “Seduzir”, 1981.

Kritik und Publikum begannen Djavan als Komponisten zu schätzen. Nana Caymmi (Dupla Traição), Maria Bethânia (Álibi), Gal Costa (Açaí e Faltando um Pedaço) und Roberto Carlos (A Ilha) hatten grosse Erfolge mit den von Djavan komponierten Songs. Die grösste Anerkennung allerdings erwies ihm Caetano Veloso als er “Sina” aufnahm und in diesem Song das Phantasie-Verb “catanear” durch “djavanear” ersetzte!

Die Musik von Djavan spielte in allen Radiosendern und seine Shows und Platten machten aus ihm in zwei aufeinander folgenden Jahren (1981 und 1982) den besten brasilianischen Komponisten – dafür bekam er die Auszeichnung der APCA (Associação Paulista dos Críticos de Arte – Vereinigung der Kunstkritiker von São Paulo).

Die ehemalige CBS, heute Sony Music, nahm den inzwischen hoch geschätzten Djavan 1982 unter Vertrag. Das Album “Luz” (Licht), aufgenommen in den Vereinigten Staaten, präsentiert in seinem Song “Samurai” auch den bekannten US-amerikanischen Sänger und Komponisten Stevie Wonder, ausserdem andere berühmte Instrumental-Musiker, wie zum Beispiel Ernie Watts. Die Platte, auf der auch die Songs “Sina”, “Pétala” und Acaí” zu hören sind, präsentierte titelgetreu das “Licht von Djavans Talent” auch in der nördlichen Hemisphäre.

Der Titelsong der darauf folgenden Platte “Lilás” wurde am Tag seiner Erstpräsentation (1984) mehr als 1.300 mal in brasilianischen Radiokanälen gespielt. Ein anderer grosser Erfolg wurde “Los Angeles”, den Djavan während seiner Plattenaufnahmen in den USA komponiert hatte und noch schnell ins Album einfügen konnte. Unzählige Shows, sowie zahlreiche Referenzen weltberühmter Künstler, wie zum Beispiel Quincy Jones (Herausgeber einiger Titel von Djavan in den USA) festigten die Karriere des brasilianischen Künstlers auch in den Staaten – 1985 erschien dort ein Album mit einer Zusammenfassung von “Luz” und “Lilás”.

“Meu Lado” (Meine Seite) wurde dagegen wieder in Brasilien aufgenommen, das Album spiegelte verschiedene Facetten des Autors. Im Jahr 1987 öffneten sich die Türen der nordamerikanischen Studios erneut, für eine Neuaufnahme Djavans: “Não é Azul Mas é Mar” (Es ist nicht blau, aber es ist Meer) – im Ausland bekannt unter “Bird of Paradise”.

Die Novela “Top Model” des Globo-Kanals nahm die Komposition “Oceano” in die Musikuntermalung auf, welche von der Flamenco-Gitarre Paco de Lucias begleitet wird – sie katapultierte Djavan wieder in die Hitparaden. Die einzige Kunst, welche sich im Werk Djavans nie verändert hat, sind seine poetischen Qualitäten. “Novena”, von 1994, präsentiert seine Gitarre als zentrales Instrument, mit nur wenigen anderen Begleitinstrumenten. Diese Platte demonstriert, wie Djavan es versteht, den Abstand zwischen dem einen und dem anderen Album zu nutzen.

“Malásia” von 1996 war sein nächstes Album. Wie gewöhnlich umarmt der Komponist mit ihm die Völker der ganzen Welt erneut. Er bewegt sich vom mexikanischen Bolero, durch den kubanischen Salsa und erreicht schliesslich den Samba der Cariocas – dazwischen viele Balladen.

Almir Chediak gibt 1997 eine Chronik von Djavans Werk heraus. Ergebnis sind 2 Bücher mit 98 Kompositionen und 3 CDs mit 47 Songs. Mehr als 60 Künstler nahmen an dem Projekt teil, mit exklusiven Aufnahmen.

Bei “Djavan ao Vivo” (Djavan live) aus dem Jahr 1999 handelte es sich um vorverlegte Ausgabe zum 25-jährigen Jubiläum seiner Karriere. Das gesamte Werk wurde dafür in fast antologischer Form durchforstet. “Milagreiro” von 2001 steckt voller Poesie in gut erarbeiteten Songs und führt jenen unruhigen und intelligenten Stil dieses alagoanischen Künstlers fort.

2004 folgte “Vaidade” – sein sechzehntes Album – und das erste seiner eigenen Plattenfirma mit Namen “Luanda Records”. Inzwischen werden seine Kompositionen nicht nur für Novelas verwendet, sondern auch für die Begleitmusik von Kinofilmen. “Se Acontecer” war in der Globo-Novela “Senhora do Destino” zu hören, und “Tainá-Flor” war die bei ihm in Auftrag gegebene Musik zum Film “Tainá 2”.

Diskographie Djavan
  • RUA DOS AMORES AO VIVO (2014)
  • RUA DOS AMORES (2012)
  • ARIÁ – AO VIVO (2011)
  • MATIZES (2008)
  • NA PISTA, ETC (2005)
  • VAIDADE (2004)
  • MILAGREIRO (2001)
  • DJAVAN AO VIVO – VOL. 1 e 2 (1999)
  • BICHO SOLTO O XIII (1998)
  • MALÁSIA (1996)
  • NOVENA (1994)
  • COISA DE ACENDER (1992)
  • DJAVAN (1989)
  • NÃO É AZUL MAS É MAR (1987)
  • MEU LADO (1986)
  • LILÁS (1984)

Bossa-Nova_200» Musik und Texte von Djavan