Banda Eva

Veröffentlicht am 14. Juni 2013

Banda Eva 25 AnosDie “Banda Eva”, man kennt sie auch unter der einfachen Bezeichnung “EVA”, ist eine Gruppe der brasilianischen Axé-Musik. Sie entstand 1980 als Karnevals-Block gleichen Namens und entwickelte sich erst später (1993) zu einer Musikgruppe, an deren Spitze bedeutende Sänger ihr Debut gaben: Luiz Caldas, Daniela Mercury, Ricardo Chaves und Durval Lelys – der letztere war später Led-Sänger und Leiter der “Asa de Águia“.

1993 übernahm Ivete Sangalo den Gesang, und die neu formierte Gruppe unterzeichnete einen Vertrag mit der Universal Music. Mit Ivete produzierte Banda Eva unter anderem: “Me Abraça, Beleza Rara, Levada Louca, Arerê” und “Carro Velho”.

1999 verlässt Ivete Sangalo die Gruppe zugunsten ihrer Solokarriere – ihren Platz nimmt Emanuelle Araújo ein, die Jahre später Schauspielerin wird. Trotz der kurzen Zeit, die sie mit der Banda Eva verbrachte, gelangen ihnen einige Erfolge, wie “Pra Lá e Pra Cá, My Love” und “Chuva de Verão”.

2002 verlässt Emanuelle Araújo die Band – ersetzt wird sie von Saulo Fernandes, Ex-Vokalist von “Chica Fé”, einer Band, die er mit seinem Bruder Sérgio Fernandes gegründet hatte. Mit Saulos Eintritt brach man mit der traditionellen femininen Gesangsbesetzung. Beim Karneval 2013 verabschiedete sich der Sänger Saulo Fernandes und Felipe Pezzoni, Ex-Vokalist der Band “Mil Verões”, nahm seinen Platz ein.

Aus der Geschichte

Gegen Ende der 70er Jahre gründete eine Gruppe von elf Freunden des “Colégio Marista“ von Salvador (Bahia) ein Gremium, das sich ausserhalb der Schulzeit zusammenfand, um sich mit Musik und Gesang zu unterhalten, bestehend aus: Ademarzinho, André Silveira, Jorginho Sampaio, Ricardo Martins, Jonga Cunha, Maurício Magalhães, Hunfrey Ataíde, Guto Almendra, Eduardo Gil, Pernambuco und Cyro Coelho. Diese Band versammelte sich regelmässig auf dem Landsitz von Ademarzinho und sie tauften sich selbst “EVA“ – eine Abkürzung von “Estrada Velha do Aeroporto“ (Alte Strasse zum Flughafen), wo sich der Landsitz ihrer Versammlungen befand – hat also nichts mit der biblischen Allegorie von Adam und Eva zutun.

Ende 1979 bestanden die elf Freunde die Vorprüfung zur Universität. Aber um sich nicht zu verlieren, hatten sie die Idee, einen Karnevals-Block zu gründen – am 11. Februar 1980 entstand daraufhin der “Bloco Eva“. Kurz danach beriefen sie weitere zwei Personen in ihre Mitte: Lui Muritiba und Waldir, Chemielehrer, aber beide blieben nur kurze Zeit. 1981 war dann das erste Jahr der Teilnahme des “Bloco Eva“ am Karneval, mit nur elf Partnern, dem harten Kern des Ex-Gremiums. Sie paradierten bereits mit einem eigenen “Trio Elétrico“, gebaut in Feira de Santana und ausgestattet von Carlos Correa (Gordinho) und Carlos Muller, mit riesigen Lautsprecherboxen, womit sie sich von anderen Trios jener Zeit abhoben, die sich mit wesentlich primitiverer Ausstattung präsentierten.

Am 4. Juni 1981 wurde das erste Fest nach Karneval des Eva-Blocks gefeiert, im “Casa de Festejos“ (Ex-Parafernália), zusammen mit der Band Scorpius (die sich später in “Chiclete com Banana“ umbenannte). Noch im gleichen Jahr verwirklichten die Partner die Gründung einer Band, indem sie sich mit den Gebrüdern Gato und Anderson zusammentaten, die kürzlich aus der Scorpius-Band ausgeschieden waren. Später kam noch der Kontrabassist Leví hinzu, der vom “Trio Tapajós“ abgesprungen war.

Am 27. Februar 1982 veranstaltete der Bloco Eva seinen ersten Karnevalstag mit einer kompletten Band, die sich auf der Ladefläche eines Trio Elétrico präsentierte – jedoch ohne einen festen Sänger, diesen Part übernahmen Leví und Anderson abwechselnd. Die Band spielte ein paar Hits des Jahres, wie “Sim, é com a Flor“ von A Cor do Som, “Chão da Praça“ von Moraes Moreira, “Evaporação“ von Eduardo Gil und “Deixa o Coração Mandar“ von Waltinho Queiroz, in Arrangements der Axé-Musik. Beim Karneval 1982 übernahm der inzwischen verstorbene Sänger Jota Morbeck die stimmliche Führung – damals erklang zum ersten Mal “Eva“, ein Song der Band “Rádio Taxi“, der zehn Jahre später als Markenzeichen der Gruppe, mit der Stimme von Ivete Sangalo, bekannt wurde. Andere Kompositionen, die das Jahr 1982 prägten, waren “Cometa Halley“ und “Cometa Mambembe“, ausserdem Frevo-Arrangements von Liedern der Interpreten Rita Lee, A Cor do Som, Caetano Veloso und Gilberto Gil. Jota Morbeck brachte 1982 ein Album heraus mit den Instrumentalisten der “Eva“ – aber es trug lediglich seinen Namen. Ende desselben Jahres scheidet er aus, um sich einer Solokarriere zu widmen. 1983 tritt Carlinhos Caldas den vokalen Teil der Band an, geprägt von einer neuen Version von “Flagra“ (Rita Lee) – und scheidet noch im gleichen Jahr wieder aus.

1984 übernimmt Jota Morbeck erneut die Gesangsleitung der Band zum Karneval und bleibt bis 1985. In dieser Zeit gründete der Block die Tradition des “Karnevals der Barra“ – die Blocks “Eva“ und “Camaleão“ präsentierten sich Samstagnachmittag auf ihren Trios Elétricos vom Stadtteil Ondina nach Barra – genau entgegengesetzt wie heute üblich. 1985 erscheint der Sänger Luiz Caldas an der Spitze der Band während einiger Monate, abwechselnd zu seiner Solokarriere – der Hit “Fricote“ stammt aus jener Zeit. Beim Karneval 1986 und 1987 präsentiert die “Eva“ den Sänger, Komponisten, Arrangeur und Multi-Instrumentisten Marcionílio – diese Jahre prägt er mit den Songs “Eva Alegria“ und “Taxi“. Ausserdem folgte 1986 die Entdeckung von Daniele Mercury als Sängerin, sie wurde als “Backing Vocal“ unter Vertrag genommen und avanciert zur Lead-Sängerin bis 1989.

1988, nach dem Ausscheiden von Marcionílio, übernimmt Ricardo Chaves die Band während des Karnevals und verbleibt an der Spitze des Blocks bis 1992. Der Sänger, der schon vorher ein Soloalbum produziert hatte, schloss in den ersten zwei Jahren 1988 und 1989) eine Partnerschaft ab als “Ricardo Chaves & Banda Eva“. Daniela Mercury verliess ihren Part 1989, um sich der Band von Gilberto Gil anzuschliessen. Ab 1990 löste sich die Banda Eva aus der Namensverknüpfung mit Ricardo Chaves, behielt ihn aber als Sänger, der während seiner Zeit in der Band vier Alben herausbrachte, unterzeichnet allerdings nur in seinem Namen, trotz seiner instrumentalen Begleitung durch die Band. Mit Ricardo Chaves gelangen ihnen Hits wie “Eu Vou no Eva, Namoro“ und “Reencontro“ – Ende 1992 verlässt der Sänger die Band, um seine Solokarriere weiter auszubauen.

Die Gruppe wurde brasilienweit erstmals im Jahr 1993 bekannt durch eine Initiative des Produzenten Jonga Cunha, nachdem sie einen Vertrag mit der Sony Music unterzeichnet hatte, mit der sie auch ihre erste Platte aufnahm (1993). Im darauf folgenden Jahr wechselt die Band zum Verlag Polygram – heute Universal Music Group – mit der sie nationale Erfolge erlebte, der Höhepunkt war mit der CD “Banda Eva ao Vivo“ erreicht, aufgenommen und herausgegeben 1997.

Nach dem Ausscheiden von Ivete Sangalo, die eine erfolgreiche Solokarriere begann, wurde ihr Platz von der ebenfalls bahianischen Sängerin und heutigen Schauspielerin Emanuelle Araújo besetzt, die von 1999 bis 2002 in der Banda Eva verblieb (der Wechsel zu Saulo Fernandes wurde bereits beschrieben).

Im Jahr 2005 feierte die Gruppe das 25-jährige Jubiläum des “Bloco Eva“, mit einer CD und einer DVD “Banda Eva 25 Anos – ao Vivo“, aufgenommen im Riocentro (Rio de Janeiro), unter Mitwirkung verschiedener Künstler, die im Lauf der Entwicklung des Blocks und der Band Eva dabei gewesen waren, wie Ricardo Chaves, Luiz Caldas, Durval Lelys, Emanuelle Araújo und Ivete Sangalo.

2007 kommt eine weitere DVD heraus, diesmal vom Verlag “Som Livre“, unter dem Titel “Veja Alto, Ouça Colorido“, deren Repertoire aus elf unveröffentlichten Songs besteht und acht Neuaufnahmen. Wenige Tage nach den Aufnahmen verstirbt der Perkussionist Fabrício Scaldaferry (bekannt als Fafá) an den Folgen einer Meningitis. Ein Nachruf an den Musiker wurde als Einschub der DVD produziert.

2009 geben sie eine neue DVD heraus: “Eva – Lugar da Alegria“, produziert von “Caco Discos“, mit einem Text von Saulo Fernandes, musikalischer Regie von Alexandre Lins und Direktion von Alejandro Alvaro, mit 17 unveröffentlichten Titeln und einer Neuaufnahme von Carlinhos Brown, live gefilmt im HD auf einem Landsitz in Lauro Freitas, unter Mitwirkung von Ninha, und im Castelo D’Avila, in Praia do Forte, und von Tatau und Margareth Menezes.

Gegenwärtig, beim Karneval von Salvador, leitet die Band den “Bloco Eva“ im “Circuito Campo Grande“ (Osmar) sowie die Blocks “Cocobambu“ (gehört der “Asa de Águia“) und “Nú Outro“, im Circuito Barra-Ondina (Dodô). Die Band paradierte ebenfalls mit dem Block “Cerveja & Cia“, der Ivete Sangalo gehört.

Block und Band der “Eva“ waren die Bühne für grosse Stars der bahianischen Musik, wie Jota Morbeck, Marcionílio, Ricardo Chaves, Daniela Mercury, Durval Lelys, Ivete Sangalo, Emanuelle Araújo. Und Talent hat in ihrer Geschichte niemals gefehlt, deshalb sind mit dieser Band so bekannte Musiker wie Bastola, Roney Scott, Tony Mola, Octávio Américo, Nino Moura, Luisinho Assis, Radamés Venâncio, Carlinhos Brown, Luiz Caldas, Paulinho Andrade, Jonga Cunha und Ramiro Mussoto aufgetreten. Der letzte Sänger der “Banda Eva“ ist wieder Saulo Fernandes.

Band-Mitglieder

Saulo Fernandes: Gesang und Gitarre
Léo Pinheiro: Bass
Ronaldo Cavalcanti: Gitarre
Anderson Silva: Perkussion
Adriano Gaiarsa: Keyboard
Marcelus Leone: Tenor-Sax
Alcione Rocha: Trompete
Alan Toreba, Leonardo Reis, Ênio Taquari und Rudson Daniel: Perkussion
Renan Ribeiro: Sänger
Fernanda Passos: Sänger

Diskografie der Banda Eva
  • CNRT – Conexão Nagô Rede Tambor (2012)
  • Lugar da Alegria (2009)
  • Veja Alto, Ouça Colorido (2007)
  • Axé Bahia: Banda Eva (2006)
  • Banda Eva 25 Anos Ao Vivo (2005)
  • É do Eva – Ao Vivo (2004)
  • Pra Valer (2002)
  • Sem Limite (2002)
  • Experimenta (2000)
  • Beleza Rara – O Melhor da Banda Eva (1999)
  • Banda Eva Ao Vivo II (1999)
  • Você e Eu (1998)
  • Millennium (1998)
  • Banda Eva Ao Vivo (1997)
  • Beleza Rara (1996)
  • Hora H (1995)
  • Pra Abalar (1994)
  • Banda Eva (1993)