Alcione

Veröffentlicht am 1. November 2009

AlcioneAlcione Nazaré erblickte das Licht der Welt in São Luis, im Bundesstaat Maranhão, am 21. November 1947. Der Vater, João Carlos Dias Nazareth, war Leiter eines Polizei-Musikkorps in derselben Stadt und von Beruf Musiklehrer. Er brachte seiner Tochter schon sehr früh das Spielen verschiedener Blasinstrumente bei – wie zum Beispiel Klarinette, auf der das Kind im Alter von 13 Jahren anfing zu spielen. Sie spielte und sang auf Festen von Freunden und innerhalb der Familie.

Unter dem Spitznamen “Marrom“ wurde sie dann eine der grössten Samba-Idole Brasiliens. Alcione Nazaré war ihr Leben lang von der Musik umgeben. Schon als Kind begleitete sie ihren Vater in der Polizeikapelle. Ihre Jugend verbrachte Alcione dann in Rio de Janeiro und begann ihre professionelle Karriere im Alter von 20 Jahren. Ihr erster öffentlicher Auftritt fand im alten TV-Kanal Excelsior statt. Im Jahr 1972 nahm sie ihre erste Compact-Disk auf – ein Jahr später eine zweite – aber keine davon führte Alcione zum verdienten Erfolg. Zu jener Zeit hatten ihre Trompete und ihre Gesangsstimme längst bei internationalen Produktionern Gehör gefunden, deshalb verbrachte Alcione zwei Jahre mit Shows im Ausland – in Portugal und in Mexiko – ohne die Anerkennung des brasilianischen Publikums.

Im Jahr 1975, schon zurück in Brasilien, nahm sie ihre erste LP “A Voz do Samba“ (Die Stimme des Samba) auf, welche unter anderen auch den Song “Não Deixe o Samba Morrer” (Lass den Samba nicht sterben) präsentierte – und der war der Hebel zu ihrer lang erwarteten Karriere auch in Brasilien. Von da an ging es aufwärts und Alcione hat nie mehr Ruhe gefunden. Ihre Diskographie enthält die LP “Morte de Um Poeta“ (Tod eines Poeten) von 1976, “Pra que Chorar?“ (Warum denn weinen) von 1977 – die mehr als 400.000 Kopien verkaufte – und “Alerta Geral“ (Allgemeiner Alarm) von 1978 – mit dem Song “Sufoco“ (Ich ersticke), der ihr ein MPB-Programm mit demselben Namen bei der TV-Globo einbrachte.

Mit der Aufnahme eine LP pro Jahr erreichte Alcione den Status eines Gesangsstars der MPB-Brasileira (Star der Brasilianischen Volksmusik). 1979 folgte “Gostoso Veneno“ (Süsses Gift) – “Vamos a Luta“ (Lasst uns kämpfen) 1980 und “Alcione” im Jahr 1981 – stets war sie auch in den Hitparaden vertreten. Ihre erste “Coletânea“ (LP unter Mitwirkung verschiedener Stars) wurde 1982 aufgenommen, als “Marrom“ die ersten 10 Jahre ihrer Karriere feierte. Noch im selben Jahr wechselte sie den Plattenverlag und brachte “Vamos Arrepiar“ (Lasst uns einen drauf machen) – eine ihrer besten Platten überhaupt, so meint die Kritik. Ihr Erfolg nahm zu im Jahr 1983, als sie zum ersten Mal eine romantische Ballade “Qualquer Dia Desses“ (Irgendwann einmal) aufnahm – geschrieben von Reginaldo Bessa, der auch an ihrer 10. LP “Almas e Corações“ (Seelen und Herzen) beteiligt war.

Die Platte “Da Cor do Brasil“ (Von der Farbe Brasiliens) brachte Neues in die Karriere der Sängerin. Zu Ehren der Sambaschule Mangueira, deren Fan sie ist, hatte sie darauf die Musik “Mangueira Estação Primeira“ verewigt und sich darüber hinaus dafür entschieden, auf jeder noch folgenden Platte den Samba-Song einer weiteren Sambaschule aus Rio de Janeiro folgen zu lassen – ein Projekt nach der Idee ihrer Freundin Clara Nunes. 1985 kam ihre 12. LP “Fogo de Vida“ (Feuer des Lebens) heraus und es folgte “Fruto e Raiz“ (1986) – letztere der grösste Erfolg in ihrer Karriere, mit 700.000 verkauften Kopien – und das brachte ihr die Platin-Doppel-LP mit dem Hit “Garoto Maroto“ ein.

“Nosso Nome: Resistência” (Unser Name: Widerstand) von 1987 enttäuschte ihre Fans nicht. Das Lied “Estranha Loucura“ (Fremde Verrücktheit) und die Neuaufnahme der Musik “Autonomia“ (Autonomie), von Cartola, erschienen mit der gleichen Qualität wie man es von Alcione gewöhnt war. Ihr Name stand jetzt als Synonym für den Erfolg – 1988 brachte sie “Ouro Cobre“ (Gold Kupfer) heraus, 1989 die Gemeinschaftsarbeit “Simplesmente Marrom“ (Einfach Braun) und gleich danach, 1990, noch eine Platte von unveröffentlichten Songs unter dem Titel “Emoções Reais“ (Reale Emotionen). 1991 war ein Jahr intensiver Arbeit auf Shows in Europa und Afrika. Davon zurück brachte die Sängerin 1992 “Promessa“ (Versprechen) heraus, und im folgenden Jahr “Pulsa Coração“ (Klopf mein Herz) – letztere verkaufte mehr als 100.000 Kopien – unter anderem wegen des Duetts zwischen Alcione und Emílio Santiago “Amor de Corpo e Alma“ (Körperliche und seelische Liebe).

1994 brachte sie “Brasil de Oliveira da Silva do Samba” heraus und 1995 brach sie eine Lanze für den eigenen Beruf mit der Platte “Profissão Cantora“ (Beruf Sängerin) und machte Neuaufnahmen der Erfolgshits “Falsa Consideração“ (Falsche Rücksichtnahme) und “Explode Coração“ (Explodiere Herz). Die folgende Platte wurde von der Kultur ihrer Heimat Maranhão inspiriert: “Tempo de Guarnicê“ von 1996 – auf der übrigens auch eine erste Aufnahme in englischer Sprache von ihr zu hören ist “Overjoyed“, von Stevie Wonder. Auf der Platte “Valeu“ (soviel wie “o.k.“) von 1997 bringt Alcione Neuaufnahmen von verschiedenen, von ihr lancierten “Pagode“-Gruppen, die zu jener Zeit erfolgreich waren, wie “Só Pra Contrariar“ und “Art Popular“.

Zu ihrem 25. Karriere-Jubiläum brachte Alcione 1998 die Platte “Celebração“ (Zelebrierung) heraus, mit ihren antiken Klassikern im Duett, zum Beispiel “Não Deixe o Samba Morrer“ mit Cassia Eller, “Estranha Loucura“ mit Alexandre Pires und “Linda Flor“ mit Maria Bethânia. 1999 erfüllte sich die Sängerin einen Traum mit der CD “Claridade“ (Helligkeit), auf der sie zu Ehren ihrer Freundin Clara Nunes deren grösste Erfolgssongs interpretiert. In den Folgejahren erscheinen die Arbeiten “Nos Bares da Vida“ (In den Bars des Lebens) 2000 – ihre erste CD live – und “A Paixão tem Memória“ (Die Leidenschaft besitzt Erinnerung) 2001.

Das Erscheinen der CD “Alcione ao Vivo“ (Alcione Live) im Jahr 2002 prägt die 30 Jahre ihrer Karriere mit ihren grössten Hits – und bringt ihr prompt eine Platin-CD ein. Anknüpfend an ihre erste Live-CD bringt die Sängerin “Alcione ao Vivo II“ im Jahr 2003 heraus – unter Mitwirkung von Jamelão, der Tanzgruppe “Tambor de Crioula“ und von Maria Bethânia. Ausserdem wurd diese CD in Rio de Janeiro aufgenommen und auch als DVD herausgebracht – ebenfalls ein Erstlingswerk ihrer erfolgreichen Laufbahn.

2004 kommt die CD “Faz uma Loucura por Mim” (Mach was Verrücktes for mich) – ein Werk mit vielen bisher unveröffentlichten Liedern – von so beliebten Komponisten wie Michael Sullivan und neuen Talenten wie Vander Lee. Ein Jahr später ist die Sängerin wieder auf dem Markt mit der CD “Uma Nova Paixão“ (Eine neue Leidenschaft), auf der sie sich in einem romantischen, musikalischen Spaziergang ergeht – gemischt mit Sambas und “Partido Alto“ (Samba-Musik zu der die Sänger im Moment des Vortrags improvisierte Texte beitragen).

Diskographie Alcione
  • UMA NOVA PAIXÃO – AO VIVO (2014)
  • SELECÃO ESSENCIA (2013)
  • DUAS FACES – JAM SESSION (2011)
  • DE TUDO QUE EU GOSTO (2007)
  • UMA NOVA PAIXÃO AO VIVO (2006)
  • ALCIONE E AMIGOS (2005)
  • UMA NOVA PAIXÃO (2005)
  • FAZ UMA LOUCURA POR MIM (2004)
  • AO VIVO 2 (2003)
  • AO VIVO (2002)
  • A PAIXÃO TEM MEMÓRIA (2001)
  • NOS BARES DA VIDA – AO VIVO (2000)
  • CLARIDADE – UMA HOMENAGEM A CLARA NUNES (1999)
  • CELEBRAÇÃO (1998)
  • VALEU (1997)
  • TEMPO DE GUARNICÊ (1996)
  • PROFISSÃO CANTORA (1995)
  • BRASIL DE OLIVEIRA DA SILVA DO SAMBA (1994)
  • PULSA CORAÇÃO (1992)