Adriana Calcanhotto

Veröffentlicht am 25. Oktober 2009

Adriana Calcanhotto1Die in Südbrasilien geborene „Gaúcha“ Adriana Calcanhotto trat schon in jugendlichem Alter in Kontakt mit der MPB (Música Popular Brasileira), beeinflusst von ihrem Vater, dem Schlagzeuger Carlos Calcanhotto. Als Fan des Jazz und von Künstlern wie Elis Regina und Maria Bethânia, fing sie Ende der 80er Jahre an zu singen – im Alter von 17 Jahren – nachdem sie nach Rio de Janeiro umgezogen war.

Dort präsentierte sie sich in Bars, Nachtclubs und sogar in Bordells und Churrascarias. Aber diese schwierige Phase dauerte nur kurze Zeit. Nach weniger als zwei Jahren seit ihrer Ankunft in Rio bemerkten die Macher von CBS (jetzt Sony Music) ihr Talent und, im Kielwasser des Erfolgs von Marisa Monte wurde ihre erste Platte (1990) auf den Markt gebracht, unter dem Titel „Enguico“. Gleich von Anfang an gewann Adriana die Herzen des Publikums und der Kritik – besonders ihr Lied „Naquela Estacao“ (In dieser Jahreszeit) wurde ein Hit. Während die einen ihr eine grosse Karriere für die 90er Jahre voraussagten, meinten andere, sei sei nur eine Imitation von Elis Regina.

Dieser Vergleich ergab einen Sinn. Mit ihrer süssen Stimme und entsprechenden Liedern mit sanften Melodien, bezeichnete Adriana sich selbst als eine Sängerin der MPB und stritt auch den Einfluss ihrer Landsmännin Elis Regina auf ihren Stil nicht ab, jedoch wies sie auch auf João Gilberto und Maria Bethânia als bedeutende Quellen ihrer Inspiration hin. Die Vergleiche mit Elis Regina legten sich, als ihr zweites Album „Senhas“ herauskam, 1992 – eine Scheibe, die den eigentlichen Ruhm der Sängerin begründete, besonders mit dem Song „Mentiras“ (Lügen) auch als Tonuntermalung der TV-Novelle „Renascer“ des Globo-Kanals. Mit dem Album „Senhas“ begann Adriana ihren zukünftigen persönlichen Stil zu skizzieren, begleitet fast ausschliesslich von Gitarren, die im Zusammenspiel mit ihrer weichen Stimme sehr delikate, subtile Lieder geschaffen haben.

Zwei Jahre später – Adriana brachte die experimentelle CD „A Fábrica do Poema“ (Die Poesie-Fabrik) heraus, die von der Kritik überaus gelobt wurde, bei ihren Fans aber weniger gut ankam. Obwohl man erwähnen muss, dass der darin enthaltene Song „Metade“ (Hälfte) sich einer gewissen Popularität erfreute. Der Song „Minha Música“ (Meine Musik) aus derselben CD, war ein Duett mit ihrem Vater, und ihm und seinem Einfluss zu Ehren.

Nun, da ihre Karriere nach einigen nationalen Hits bereits gefestigt und sie selbst sich zur „neuen Ernte der Sängerinnen der MPB“ rechnen durfte, nahm sie 1998 ihre nächste CD auf – erst nach vier langen Jahren seit dem Erscheinen von „A Fábrica do Poema“. „Maritimo“ folgte einer Linie der Pop-Musik, wurde aber nicht der grosse Publikumserfolg, den sie sich versprochen hatte. Trotzdem gelang ihr im Jahr 2000 erneut ein grosser Wurf mit der Titelmelodie zu einer weiteren TV-Novelle: der Song „Devolva-me“ – eine neue Version des alten Erfolgs von Leno & Lilian, wurde musikalisches Thema der Seifenoper „Lacos de Família“ (Familienbande) und Adriana Calcanhotto erreichte mit dieser Melodie den Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere – die Platte wurde zum Verkaufshit des Jahres 2000.

Diskographie Adriana Calcanhotto
  • MARE (2008)
  • ADRIANA PARTIMPIM – O SHOW (2005)
  • CANTADA (2002)
  • PÚBLICO (2000)
  • MARÍTIMO (1998)
  • A FÁBRICA DO POEMA (1994)
  • SENHAS (1992)
  • ENGUIÇO (1990)

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» Musik und Texte von Adriana Calcanhotto