Rodrigo Pederneiras

Veröffentlicht am 28. Dezember 2009

rodrigo-pederneiras-kleinNoch einmal beim Tanzfestival MovimentosAutostadt Wolfsburg
Rodrigo Pederneiras würde uns ca. fünf Minuten Interview geben, falls Grupo Corpo rechtzeitig in Deutschland landen würde. Während der Live-Sendung von Revista Viva, versuchten wir den Kontakt, in der Hoffnung einfach Rodrigo unsere Bewunderung der Grupo Corpo gegenüber auszudrücken. Einer Gruppe, die nicht nur der Kunst soviel Körper gibt.

Zu unserem Glück jedoch kam Grupo Corpo rechtzeitig an, und noch mehr: Rodrigo Pederneiras gab uns ein fast einstündiges Interview. Danke, Rodrigo!

Interview: Tânia Gabrielli-Pohlmann ©
Deutsche Version: Tânia Gabrielli-Pohlmann, Clemens Maria Pohlmann ©
Fotos Copyright by: Grupo Corpo
Link: Grupo Corpo und das Projekt Sambalelê

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Nun bekomme ich eine Überraschung und zwar telefonisch und die ist nichts Geringeres als der Choreograph von Grupo Corpo, Rodrigo Pederneiras. Das ist ein Geschenk, da wir nichts vorbereitet haben, weil Rodrigo nicht wusste, ob Grupo Corpo rechtzeitig in Deutschland landen würde.
Guten Abend, Rodrigo Pederneiras, und vielen vielen Dank, dass du uns deine Zeit widmest, obwohl ihr gerade beim Üben seid…

Rodrigo Pederneiras
Guten Abend, es ist eine Freude für mich.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Tja, ihr werdet noch einmal beim Tanz Festival Movimentos sein und es gibt keine Eintrittskarten mehr. Viele Menschen möchten schon wissen, wann Grupo Corpo wieder hier zu sehen sein wird. Ihr habt euch noch nicht präsentiert und sie wollen es schon wissen…

Rodrigo Pederneiras
Das hängt nicht vom Grupo Corpo so sehr ab, das heisst, es hängt teils von uns ab, weil wir eine sehr grosse internationale Agenda haben. Wir reisen im Ausland mehr als eine Hälfte des Jahres. Aber es wäre faszinierend. Das ist unser zweites Mal hier. Wir sind im Jahr 2003 das erste Mal hier und diesmal werden wir drei Auftritte beim Tanzfestival Movimentos haben…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Also, wenn ihr wieder kommt, sind wir für euch wieder da…

Rodrigo Pederneiras
Toll, vielen Dank!

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Rodrigo, wollen wir ein bisschen über die Geschichte von Grupo Corpo erzählen?

Rodrigo Pederneiras
Ja… Es ist eine sehr lange Geschichte, also 33 Jahre… (Lachen)… So, die Grupo Corpo ist eine Kompanie, die im Jahr 1975 gegründet wurde und zwar von einer Gruppe Menschen, die schon mit Tanz arbeiteten, und die Berufstänzer werden wollten. Damals waren wir alle sehr jung. Eigentlich von meinem Bruder Paulo Pederneiras geleitet, der bis heute noch der Künstlerische Direktor der Gruppe ist. Wir haben diese Kompanie im Jahr 1975 gegründet und ab dann, erlebte die Kompanie natürlich zahlreiche verschiedenen Phasen der Kreativität. Damals war ich nur Tänzer. Seit 1980 bin ich der feste Choreograph der Kompanie, also seit fünf Jahren nach der Entstehung der Gruppe. Seit dem sind praktisch alle Arbeiten von mir, bis auf eine, die von Susane Linke für uns konzipiert wurde.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Grupo Corpo hat einen immensen Widerhall auch in Brasilien und ich, als euer Publikum, möchte über die Wahrnehmung von einem eigenen Stil, den du durch deine Choreografien eingebracht hast, reden. Man merkte schon damals, dass seit dem du es übernommen hast, bekam Grupo Corpo (Gruppe Körper) mehr Körper…

Rodrigo Pederneiras
Eigentlich, wie schon erwähnt, erlebten wir verschiedene Phasen, und ich habe dann eine Recherche begonnen über die populären brasilianischen Tänze, ab Ende der 80er Jahre, und seit dem wurde die Idee, eine Sprache zu entwickeln, die mehr zu uns gehörte, weil wir bis denn entweder nur die klassische Sprache oder die sogenannte zeitgenössische Sprache, die zu den europäischen oder zu den nordamerikanischen Meistern zurückfuhren. Daher war die Idee genau diese, also eine Form zu konzipieren, die mehr zu uns gehörte, ohne viel Pretension, aber eine Form die mehr mit den Körpern der Brasilianer zu tun hätte. Und im Laufe der Zeit haben wir eine eigene Sprache entwickelt, dass heisst, darüber werden uns intensiver durch die Presse bewusst als durch irgendetwas anderes. Und was dazu auch sehr beigetragen hat, war der Fakt, dass wir begonnen, nur mit brasilianischen Komponisten, also populär brasilianischen Komponisten zu arbeiten, die nie zuvor für Tanz komponiert hatten. Das ist daher immer eine Arbeit, die von vier Händen gemacht wird. Ich arbeite auch direkt mit den Komponisten, mit der Musik, daher hat das alles dazu beigetragen.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Man hat auch eine sehr grosse Bewunderung zu euch, nicht nur der Perfektion eurer Arbeit auf der Bühne wegen, sondern auch der Schönheit davon wegen, der Arbeit, die ihr im sozialen Bereich entwickelt. Ich möchte sehr gerne, dass du über euer Projekt Sambalelê in der Region Belo Horizonte erzählst.

Rodrigo Pederneiras
rodrigo-pederneiras1Ja… Wir von Grupo Corpo haben dieses Projekt seit dem Jahr 1998, also, seit zehn Jahren… Wir arbeiten mit armen Kindern und Heranwachsenden, die mehr oder weniger aus dem brasilianischen gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Daher durch dieses Projekt arbeiten wir heute schon mit 850 Kindern und Heranwachsenden. Das Konzept ist immer eine Erziehung durch die Kunst. Alles geschieht durch Tanzstunden, Musikstunden, Musikinstrumente bauen, Capoeira -Stunden, auch mit ärztlicher, psychopädagogischer Betreuung in den Schulen, und das Ergebnis ist immer bewundernswert gewesen. Eigentlich weil die Idee nicht daraus besteht, Künstler auszubilden, sondern es geht um einen Versuch, eine soziale Inklusion zu erreichen, eine Inklusion dieser Menschen, deren Horizont sehr hier verwurzelt ist. Wir versuchen dadurch noch, den Horizont dieser Kinder und Heranwachsenden ein bisschen umfangreicher zu machen. Und das hat ein fantastisches Ergebnis bisher aufgewiesen. Wir haben schon eine Tanzkompanie und eine Orchester mit diesen Erwachsenen gebaut. Es ist erstaunlich, wie sich ihr Leben ändert.
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Tânia Gabrielli-Pohlmann
Ausser einer sogar körperlichen Haltung durch den Tanz bietet ihr ihnen auch eine Lebenshaltung, nicht wahr?

Rodrigo Pederneiras
Es ist genau das. Es ist aus ihnen Bürger zu machen, weil sie wirklich sozial ausgeschlossen sind. Es geht um Kinder und Heranwachsende, die praktisch keinen Zugang haben; keinen Zugang zur Ausbildung, zur Gesundheit, absolut nichts. Daher ist die Idee, ihnen das anzubieten und ihnen eine Lebensmöglichkeit anzubieten, eine andere Art und Weise anzubieten, das Leben zu sehen, wenigstens eine angenehmere Möglichkeit, ein bisschen mehr Zukunft zu ermöglichen.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Tja… Ich überlege hier… Ihr seid weltweit anerkannte Stars… Woher kommt das, dass ihr euch noch um diesen sozialen Bereich kümmert? Das ist eine Frage, um die Menschen ein bisschen zur Reflektion anzuregen…

Rodrigo Pederneiras
Na. Jeder muss ein bisschen machen, oder? Da alles so schwierig ist, und da diese Armut so gross ist, wie sie hier herrscht, das ist gerade die Lage in welcher sich die Kinder zu aller Art Gewalt ausgeliefert sehen. Und viele geraten in die Welt der Drogen, was häufig dazu führt, dass das Leben noch kürzer wird…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Eben… Wir haben gerade ein Lied von Lenine gehört und die Arbeit von Lenine wird auch bei eure Auftritt im Festival Movimentos zu hören sein, richtig?

Rodrigo Pederneiras
Richtig… Eigentlich der Auftritt, den wir hier präsentieren werden, besteht aus zwei verschiedenen Stücken. Es sind zwei Arbeiten jeweils 40 Minuten lang mit einem Intervall von zwanzig Minuten. Wir öffnen mit “Breu”, einer Musik von Lenine, die speziell für dieses Spektakel komponiert wurde. “Breu” ist unsere neueste Kreation und wurde im August 2007 in São Paulo präsentiert. Danach, im zweiten Teil kommt “Parabelo”. Für diese Präsentation wurde die Musik auch speziell, aber von Tom Zé und von José Miguel Wisnick komponiert, und das ist auch ein anderer Stil Arbeit, ein bisschen älter, aus dem Jahr 1998, und welches ein “Geruch”, mehr aus Brasilien hat, weil sie viel mit dem brasilianischen Nordosten zu tun hat, also mit der nordöstlichen Kunst…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Nicht zu verpassen, aber ausverkauft… So, das Bild, welches wir in Bezug zum Bundesstaat Minas Gerais haben, ist das Bild eines konservativen Bundesstaates, aber wenn man die Geschichte fokussiert… Da haben wir Juscelino Kubitschek mit seiner futuristischen Vision von dem Bau Brasílias. Da haben wir die Zeitschrift “Revista Verde”, der Vorläuferin des Modernismus in der Literatur, und wir haben da auch noch Grupo Corpo, deren Mitglieder alle aus Minas Gerais sind, und mit einer futuristischen, modernisten, avangardisten Arbeit und die mehrfach Brasilien überraschten, dass sie die Münder nicht mehr schliessen konnten, trotz des berühmten Konservativseins… Wie ist es, mit diesem Paradox zu leben?

Rodrigo Pederneiras
(Lachen)… Also, für uns ist das sehr ruhig… Das heisst, das ist eine Sicht von dem der es von draussen betrachtet. Eigentlich, es ist wahr, es gibt eine gewisse Konservativität in Minas Gerais, aber gleichzeitig, da wir in Belo Horizonte angefangen haben und dort immer noch leben, das bringt einen Endeffekt, der uns das Leben einfacher macht, weil viele Künstler verlassen Belo Horizonte nach Rio de Janeiro oder nach São Paulo. Aber Grupo Corpo hat sich in einer solchen Art und Weise organisiert, er hat seine Verwaltungsstruktur so gebaut, die eine sehr persönliche und familiäre Seite hat. Wir sagen sogar dazu manchmal “Familie Grupo Corpo”. Eine solche Struktur zu bauen, glaube ich wäre nicht zu halten, falls wir in einer Stadt wie Rio de Janeiro oder São Paulo leben würden. Schon in Belo Horizonte, obwohl sie eine 2,5 Millionen Einwohner Stadt ist, hat sie immer noch die Inlandsathmosphäre, wo es noch eine gewisse Ruhe gibt. Und diese Ruhe ist für die Kreation und für uns wesentlich.
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Tânia Gabrielli-Pohlmann
Interessant… Du sprichst über Ruhe gegenüber dem Konservativsein, den wir als Zärtlichkeit interpretieren, so zu sagen: “Sie haben Traditionen, sie pflegen immer noch diese traditionelle Zärtlichkeit der Bevölkerung”.

Rodrigo Pederneiras
Ich glaube, der Mineiro (Mensch im Bundesstaat Minas Gerais geboren) hat eine grosse Zärtlichkeit seiner eigenen Geschichte gegenüber. Daher glaube ich, das stimmt wirklich…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Sehr interessant. Und ihr strahlt es aus. Es ist unglaublich… Wenn man in Minas kommt, man fühlt sich wie umarmt.

Rodrigo Pederneiras
(Lachen) Das ist auch etwas, was man sagt, dass der Mineiro Menschen sehr gut empfangen können. Ich glaube, es stimmt. Es gibt eine liebvolle, ruhige und gemütliche Seite in Minas Gerais.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Nun, noch im Bezug dazu, aber Richtung Modernität… Immer wenn ich deine Arbeit sehe, fällt mir immer etwas ein, das ich dich fragen möchte: Hast du diesen Durst auf das Neue oder kommt das alles spontan?

Rodrigo Pederneiras
rodrigo-pederneiras2Ich glaube, dieser Durst existiert und er ist immer da gewesen. Seit dem ich sehr jung war, habe ich immer gewünscht, mit Kunst zu arbeiten. Musik habe ich studiert, und da war sie auch dabei. Die ständige Suche nach Etwas ist fast wie eine Lebensart. Und das sage ich von mir und im Namen der Menschen von Grupo Corpo. Es geschehen immer Kontakte, unsere Freunde sind immer Architekten, Maler… Daher ist diese Suche nach Etwas, was wir noch nicht gemacht haben, oder nach Neuigkeiten, die ist eine Konstante und in gewisser Art und Weise natürlich. Und diese Seite ist diejenige, die uns mehr Spass macht. Es gibt von uns keine Sorgen oder Druck, wie: “Ach, wir müssen was Neues tun”, nein… Und genau das ist, was uns Spass macht: neue Sachen suchen, neue Versuche, neue Herausforderungen.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Bedeutet es dann, dass es mit der tiefsten Liebe zur Arbeit zusammenfliesst?

Rodrigo Pederneiras
Ich glaube ja… Ich halte mich für einen Menschen, der viel Glück hat.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Wir auch, die euer Publikum sein dürfen… Das ist ein Geschenk!!!

Rodrigo Pederneiras
(Lachen) Danke!

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Das Gefühl, das man hat, wenn man eine Arbeit von Grupo Corpo sieht, nicht nur im Bezug zum Raum, Lichter, aber die Arbeit, die man hinterher ahnt, wie Bewältigung, Disziplin mit dem Körper, mit der Haltung, mit der Atmung , die ihr auch mit alles im Bezug zur Auftritt wahrscheinlich haben müsstet, das fliesst zum Publikum mit einem riesigen Impakt. Nimmt ihr das wahr, wenn ihr mit der Reaktion des Publikum interagiert, oder auf der Bühne geht das nicht?

Rodrigo Pederneiras
Nein… Eigentlich denken wir nicht so intensiv daran. Aber was sehr wichtig dabei ist, für Grupo Corpo, und ich halte es für erwähnungswert: Es gibt bei Grupo Corpo ein Kreativteam, und das sind ich, Paulo Pederneiras (der Kunstdirektor), Freuza Zegmeister und Fernando Veloso. Freuza ist für die Kleidung verantwortlich und Fernando Veloso ist für die Szenerien zustandig. Nur dieses letzte Stück gehört ihm nicht, aber dieses Team, also wir arbeiten schon seit dreissig Jahren zusammen, daher sind wir sehr miteinander befreundet, es gibt ein vollkommenes, brutales, immenses Vertrauen unter uns. Wir arbeiten wirklich zusammen und der eine mischt sich immer in den Bereich des anderen ein, aber auch in einer sehr ruhigen Art und Weise und ich glaube, das trägt zum Ergebnis der Arbeit immer sehr bei. Bei uns denkt nicht nur ein Kopf, es sind viele denkende Köpfe, die immer auf das Endergebnis gezielt sind. Das Wichtigste bei uns ist das finale Ergebnis. Dadurch lernt man auf manche Sachen zu verzichten, zum Beispiel… Das definiert ein bisschen was ich oben über “Familie Pederneiras”-Arbeitsweise erwähnte. Ich glaube sogar, unsere Arbeit ist so anerkannt genau wegen unserer Art und Weise von Arbeiten.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Und dadurch geht ihr weiter als die Ebene “Die Kunst nur für die Kunst”, oder?

Rodrigo Pederneiras
Eben. In unserer Arbeitsweise gibt es etwas was sehr gut ist: keiner schmeichelt den anderen. Ganz im Gegenteil… Der eine spielt ein bisschen die Rolle des Teufeladvokates des Anderen, wie: “Na, das hast du schon gemacht, das sollte nie wieder passieren”, und so weiter, aber immer unter viel Respekt und Zärtlichkeit.
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Tânia Gabrielli-Pohlmann
Ihr seid jetzt in Deutschland, aber gleich geht’s weiter – wie, wohin?

Rodrigo Pederneiras
Wir kommen praktisch direkt aus den USA. Wir haben dort eine Tournee hinter uns, die in New York beendet wurde, aus New York waren wir für drei Tage in Brasilien, dann ab nach Deutschland. Dann geht’s weiter nach Japan, dann zurück nach Brasilien, wo wir Auftritte haben und eine Woche später sind wir in Israel, und dann wieder Brasilien. Kurz danach haben wir eine Tournee in Frankreich, schon Anfang des zweiten Halbjahres. Also nur in Lyon werden wir drei Wochen ununterbrochen machen. So, wir sind die ganze Zeit unterwegs (Lachen)…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Und kommt die Saudade?

Rodrigo Pederneiras
Also für mich weniger, da mein Sohn mit mir arbeitet und meine Frau ist Ballerina. Daher, keine Zeit zu Saudade (Lachen)… Aber für die anderen ist es schon schwieriger… Zur Zeit habe ich Saudade auf mein Enkelchen, das gerade geboren ist und er ist in Brasilien…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Mein Publikum kennt schon die Bedeutung von Saudade, deswegen habe ich es nicht übersetzt…

Rodrigo Pederneiras
Ach so, dann hast du ein neues Wort in die deutsche Sprache gebracht… (Lachen)

Tânia Gabrielli-Pohlmann
OK, Rodrigo. Ich weiss, ihr seid gerade gelandet, ihr seid super müde, du hast ganz viel Hunger und musst etwas essen… Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass du dich nicht gut fühlst… So, wie immer in meinen Interviews, die Frage, die du sogar schon beantwortet hast: Für dich und für Grupo Corpo, welche ist die soziale Rolle des Künstlers, besonders des brasilianischen Künstlers?

Rodrigo Pederneiras
Ich denke, weiss ich nicht… Der Künstler, wie alle anderen Menschen, muss an dem Leben seines Landes, an allen was geschieht, teilnehmen. Bei uns heisst es, die Lücke, die so viele Jahre entlang offen gelassen wurden, wo die Menschen, die zur Seite geschoben wurden, zu schliessen, wenigstens versuchen, einen Teil davon. Auch wenn es nicht viel ist. Ich glaube es ist das. Aber ich denke, der Künstler, wie alle anderen Menschen, der hat diese Rolle der Teilnahme im Leben, und wenn er helfen kann, sollte er es immer wenn möglich tun.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Rodrigo, trotz deiner Müdigkeit, Mangel an Zeit, hast du an der ganzen Sendung teilgenommen (und wir hatten uns schon so gefreut, auch wenn du mit uns nur fünf Minuten reden würdest)! Auch wenn es improvisiert war, danke ich dir sehr für dieses Interview. Unser Publikum kennt eure Grösse. In den Sendungen habe ich die Geschichte jedes Bereichs unserer Kunst erzählt, und ihr seid sehr häufig präsent. Ich bin sicher, das Publikum ist auch sehr dankbar. Eine dicke Umarmung sende ich dir und jedem Mitglied von Grupo Corpo. Ich wünsche euch, dass ihr den Glanz, der euch umringt, immer ausstrahlt!

Rodrigo Pederneiras
Ach, vielen Dank! Ich bedanke mich. Ich habe mich sehr gefreut, mit dir zu reden, und ich hoffe, dass wir noch die Chance haben, mehrmals das zu machen und länger zu reden. Ein grosser Kuss und Danke!