Nosly Marinho

Veröffentlicht am 28. Dezember 2009

nosly-marinho-kleinErzählt Geschichten über seine Partner und über seine CD “Nave dos Sonhos”
In der Sendung “Revista Viva”, die am 31. Oktober 2007 live gesendet wurde, gab Nosly Marinho Tânia Gabrielli-Pohlmann ein Interview in einer sehr entspannten Atmosphäre. Das Interview können Sie hier in Deutsch nachlesen.

Interview: Tãnia Gabrielli-Pohlmann ©
Deutsche Version: Tânia Gabrielli-Pohlmann, Clemens Maria Pohlmann ©
Foto Copyright by: Nosly Marinho

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Heute habe ich die Informationen über das Wetter in Brasilien mit denen aus dem Bundesstaat Maranhão beendet, weil ich heute einen sehr besonderen Gast habe: Einen brasilianischen Musiker, Komponist und Sänger, der aus dem Bundesstaat Maranhão kommt. Heute in “Revista Viva” Nosly Marinho. Guten Abend, Nosly, und vielen Dank, dass du deine Zeit unserer Sendung  widmest.

Nosly Marinho
Guten Abend, Tânia. Ich möchte sagen, es ist mir ein grosses Vergnügen für deine  Zuhörer  zu reden und an eurer Sendung teilzunehmen.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Noch in Maranhão, wo du geboren bist, hast du deine Karriere bei Festivals begonnen, oder?

Nosly Marinho
Ja, ich begann bei Schüler-Festivals. Danach habe ich an bundesweiten Festivals auch teilgenommen, obwohl ich nie ein grosser Fan von Festivals bin. An gut ausgewählten Festivals habe ich teilgenommen, aber meine Karriere auf der Bühne begann schon im Jahr 1984, nach ich mein Abitur abgeschlossen hatte. Erst dann habe ich angefangen, häufiger zu komponieren. Bis dann war ich nur ein Junge, der noch Vieles vor sich hatte…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Dann kam die musikalische Begegnung mit Zeca Baleiro?

Nosly Marinho
Also, im Gegenteil viele Menschen glauben, eigentlich sind Zeca und ich Freunde seit Kindheit an. Wir kennen uns seit unserem siebten Lebensjahr. Er kam aus Arari und ich aus Caxias, das sind zwei Städte im Bundesstaat Maranhão. Wir wohnten dann in der gleichen Strasse. Aber als ich mit dem Spielen angefangen habe, spielte Zeca noch nicht, also, er hatte noch nie auf der Bühne gestanden. Das erste Mal, als er auf der Bühne stand, war in meinem Konzert, im Theater Arthur Azevedo, im Jahr 1985. Eigentlich kommt er nach mir…   

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Ach so, dann hat er mit dir angefangen…

Nosly Marinho
Genau, er erzählt es auch, immer wenn er über seine Karriere redet, er erkennt es auch, dass ich der Kerl war, welcher ihm auf die Bühne gezogen hätte, weil er sehr scheu war… Später bin ich nach Belo Horizonte umgezogen und ich lud ihn dazu ein, das in Maranhão gegebene Konzert dort zu wiederholen. Da kam er nach Belo Horizonte im Jahr 1986. Und unsere Freundschaft besteht bis heute. Wir haben ca. 70 Lieder zusammengeschrieben.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Und ich musste nach Deutschland umziehen, um diese Geschichte zu hören (Lachen). Interessant wie sich die Menschen im Leben begegnen…

Nosly Marinho
Eben. Und besonders in meinem Fall in Bezug zu Zeca… Dann bin ich in Belo Horizonte geblieben, und habe dort Musik am Palácio das Artes studiert, und er zog nach São Paulo um. Ich habe ihn sehr häufig in São Paulo besucht. Chico César habe ich auch bei Zeca zu Hause kennen gelernt und wir wurden auch zu Partnern. Ein Lied mit Chico César habe ich in der Wohnung von Zeca komponiert. Tja… Unsere Freundschaft hatte immer eine sehr liebevolle Basis, auch unsere Familie besuchen sich beiderseitig. Immer wenn ich in Brasilien bin und Konzerte in Maranhão gebe, gehe ich nach São Luís, wo Zeca zur Zeit wohnt, ihn zu besuchen. Obwohl wir in extremen Gegenseiten des Planeten wohnen, sind wir immer in Sinfonie auf dem Astral, was eigentlich wertvoll ist. Unsere Freundschaft ist etwas sehr Schönes.
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Tânia Gabrielli-Pohlmann
Ich habe deine CD “Nave dos Sonhos” erhalten und ich kann nur sagen, sie eine sehr schöne Arbeit. Die CD habe ich heute hier bei mir und wir werden im Laufe dieses Interviews teilweise hören. Wie wäre es, wenn wir über das Stück gleichen namens zuerst reden?

Nosly Marinho
Zuerst möchte ich meinen Partner erwähnen, und zwar Nonato Buzar, der 74 Jahre alt ist und der einer der besten Komponisten ist, den Brasilien noch hat. Wer es nicht weiss, Nonato hat Lieder komponiert, die von Carlos Santana, Jimmy Cliff, Paul Anka, Elis Regina und von allen grossen Interpreten Brasiliens aufgenommen wurden. Wir sind Freunde und Partner. Unsere Partnerschaft ist sehr schön, weil auch wenn wir nur 10 oder 15 gemeinsame Lieder haben, haben sie alle eine extreme Qualität. Ich bin sehr stolz darauf, diese Lieder mit ihm geschrieben zu haben.

nosly-marinho2Und das Stück “Nave dos Sonhos” war für mich eine Herausforderung, weil er mir den Text per Post geschickt hat. Damals habe ich den Text gelesen, aber innerlich fühlte ich mich nicht verpflichtet, sofort die Musik dazu zu komponieren. Andererseits wusste ich, dass es von einer Zeit zur anderen käme. Parallel dazu, überlegte ich das Repertoire für die CD. Da ich ca 400 Lieder komponiert habe, es ist immer schwer, ein Repertoire für eine CD zu bestimmen, besonders weil ich nicht so viel aufnehme. Das ist erst meine zweite CD. Und Nonato… also, ich dachte, es wäre dann die Zeit, zu seinem Text zu komponieren. Dann habe ich mich dafür entschieden, ein Lied im zusammengesetzten Takt, was für mich auch eine Herausforderung war, da ich nicht ein Lied zuerst im Takt 5 und dann im Takt 6  komponiert hatte, also Beides mischen, was etwas sehr Interessantes ergab… Es passte ganz gut zu meinem Wünschen für diese CD.
(Vorstellung des Stücks “Nave dos Sonhos”)

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Während das Stück in der Sendung zu hören war, habe ich im Off mit Nosly ein bisschen geredet und wir mussten sehr viel lachen, weil er eine sehr kuriose Geschichte über dieses Lied und andere auch erzählt hat. Nosly, du hast dieses Lied im Badzimmer komponiert? Und warum gerade im Badzimmer?

Nosly Marinho
Stimmt… Ich habe ich viel Glück mit Badezimmern gehabt, an jedem Ort, wo ich gewohnt habe, weil es immer das Zimmer mit der besten Akustik sind. Ausserdem habe ich immer sehr gute Ideen im Badezimmer, und ich weiss nicht warum, aber das passiert häufig… Immer wenn ich eine gute Idee habe, dann komm mir das Gedanke: “Ab ins Badezimmer, da geht’s los, da wird etwas passieren”… (Lachen). Es ist erstaunlich, aber das geschieht häufig. Ich bin die Art Komponist, der immer auf die sogennannte “gute Stunde” wartet, die Zeit der Inspiration. Ich bin nicht der Künstler, der unter Druck und Selbst-Quälerei lebt. Manchmal vergehen zwei bis drei Monate und ich komponiere gar nicht, aber ich bin nicht besorgt, weil ich glaube, die Inspiration ist etwas “Göttliches” – daher geschieht sie zu der richtigen Zeit und du machst eine grosse Musik. In dem Moment der Inspiration ist es wirklich wichtig, dass du das Licht einstellst, also dass du deinen Geist, deine Seele bereit hast, etwas sehr Schönes anzunehmen. Und ich habe viel Glück – und das Badzimmer ist Teil dieser Geschichte (Lachen)…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Diese CD “Nave dos Sonhos” wird jetzt in Deutschland ausgeliefert und sie wurde auch in Deutschland produziert. Wie war das Konzipieren dieser CD und welches war das Kriterium für die Auswahl für diese CD?

Nosly Marinho
Anfang 2006 fühlte ich mich wirklich bereit die CD aufzunehmen, also die Kampf anzunehmen, eine CD aufzunehmen, was nicht einfach ist… Aber da ich an mein Potential glaube, habe ich auch Brasilien verlassen, um anerkannt zu werden, für alles was ich schon geschaffen habe, und für alles, was ich noch schaffen kann. Die einzige Möglichkeit die Menschen meiner Musik näher zu bringen, wäre es denn durch eine CD. Hier habe ich auch einen Partner, den ich schon seit zwölf Jahren kenne, also, seit dem ersten Mal, als ich nach Europa kam, der Bassist André de Cayres, der mich auch sehr motiviert hat, diese Arbeit zu machen und mit wem ich das Konzept nach und nach entwickelt habe. Ich habe ihm die Musik und die ungefähren Richtungen dafür, die ich möchte, gezeigt. Dann fehlte es noch ein Stück zu komponieren, und das Stück war genau das “Nave dos Sonhos”. Ja, ich hatte schon so viele Stücke fertig aufgenommen zu werden, aber ich möchte eine CD mit dem “Gesicht der Welt” machen, mit dem Gesicht von allem, was ich in Europa erlebe. Und das habe ich erreicht, denn das Repertoire hat die Einigung in den Liedern, die ich erreichen möchte. Also, dann war es Zeit für die Aufnahme. Dann kam das Planen… Die Musiker hatte ich schon, wie den Bassisten Christophe de Oliveira, den ich auch seit zwölf Jahren kenne, daher hatte ich die Basis schon.

An die Arrangements musste ich noch denken. Es wäre viel zu teuer gewesen, einen Musiker für die Arrangements zu engagieren. Ausserdem würde ich verpflichtet sein, die Ideen mit ihm zu teilen und vielleicht die Essenz zu verlieren. Also, da ich das auch schon studiert hatte, habe ich mich dafür entschieden, das auch selbst zu machen. Letztes Endes was für ein gutes Arrangement wirklich zählt, ist eine gute Idee. Manchmal hast du die technische Beherrschung, um ein Lied zu komponieren, aber das reicht nicht, wenn du die guten Ideen dafür nicht hast. Und ich bin immer ein mit guten Ideen gesegneter Mensch gewesen, daher die schönen Arrangements auf der CD. Ich glaube, ich habe ein sehr homogenes Ergebnis erreicht und bin sehr zufrieden damit, was wir aufgenommen haben, besonders weil es um eine live Aufnahme geht, also im Studio, aber live: alle spielten zusammen, der einer konnte den anderen sehen, sich gegenseitig anschauen und die Musik fühlen, genau wie es früher gemacht wurde. Es war dann eine Gelegenheit, nicht nur die Komposition zu zeigen, sondern auch noch die Performance per si, also wir alle spielend, als die Musik statt fand, ganz dynamisch, mit alles was sie austragen kann, da genau in dem Moment wenn sie gemacht wird. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Eigentlich das Klima, die Vorbereitung und das besondere Vorsicht und Achtung dabei, die Musiker alle zusammen in Studio zu haben, kann man auf der CD spüren. Diese liebvolle Athmosphere, die Harmonie kann man auf der CD erleben.

Nosly Marinho
Das geschah auch deswegen, weil wir wie eine Familie sind. Also, wir sind fast wie ein Quartett: ich, Christophe, André und der deutsche Klavierspieler Sebastian (Motz). Wir mögen uns sehr und wir gehen sehr liebvoll miteinander um. Wir sind fast täglich in Kontakt, sei es per Internet oder telefonisch und auch wenn jeder seine Gigs hat, immer wenn wir die Chance haben, zusammen zu sein und zu spielen, es ist immer schön. Und sie wollen mit mir auch nach Brasilien, um mit mir auf meiner Tournée in Brasilien zu spielen. Es war eigentlich deren Initiative, weil sie wissen, wie es teuer ist. Also, ich habe einen Label hinter mir, der meine CD ausgeliefert hat, und sie sind dort sehr begeistert, aber …ich habe keinen Vertrag mit einem big company. Ich glaube, alles im Leben Schritt-per-Schritt passiert… Ich bin ein geduldiger Mensch, der glaubt: “Die richtigen Kerle, in der richtigen Zeit”… Daher, wenn wir zusammen sind, es ist immer alles liebvoll, eine sehr gute Energie und das erreichen wir auch beim Spielen – da eine Sache ist die Erfahrung, aber die andere Sache ist das “Spiel”, verstehst du? In der Musik passiert auch sehr häufig. Manchmal übt man sehr viel, aber wenn man dann “los” sagt, passiert gar nichts. Deswegen habe ich immer darauf geachtet, mit jedem Musiker, der mit mir gespielt hat, was für einen Mensch da steht. Wie sie als Menschen sind, danach als Musiker. Bisher hatte ich immer Glück gehabt, Menschen zu begegnen, die zu meiner Art und Weise passen, die vor allem den Menschen schätzen, weil ohne diese Energie des menschlich Seins, gibt es keine Musik, gibt es gar nichts.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Tja… Das ist die Essenz, das Fundament von Allem, Nosly… Und das nächste Stück, welches wir hören werden ist eine Partnerschaft mit Chico Anysio?

Nosly Marinho
Ja, richtig. Eine Partnerschaft mit Chico Anysio…
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Tânia Gabrielli-Pohlmann
Weisst du, immer wenn ich dieses Lied hören, muss ich verhungern? (Lachen). viel “saudade” nach unserem Essen…  (mehr Lachen)
(Anmerkung: “saudade” wäre mit Sehnsucht oder mit Verlangen völlig unzureichend übersetzt CMP)

Nosly Marinho
Eben, das stimmt… Auch interessant ist daran zu achten, dass ich auch viel Glück bei den Komponisten auch meiner Generation hatte… Ich bin vierzig Jahre alt… Es sind Sachen des Astrals… Zum Beispiel: ich habe schon mit Nonato (Buzar), Chico Anysio, Tibério Gaspar und João Nogueira komponiert. Sie gehören alle zur Generation der Grossen der 70er Jahre… Danach kamen Sérgio Natureza, Fausto Nilo, Luís Carlos Borges; und dann noch dazu Chico César und  Zeca Baleiro u.a.. Das heisst, wenn ich meine Hände öffne, habe ich zehn Gewichtspartner. Von daher frage ich mich immer, wie könnte ich mich nicht glücklich fühlen, mit solchen Menschen zu sein. Letztes Endes, wie ich schon gesagt habe, wenn ich für das Spielen schon den Menschen vor der Musik stelle, stellt dir mal vor, beim Komponieren, wenn du mit dem Menschem sitzt und Ideen austauschst, damit etwas kommt, etwas wie geboren wird, und Partner zu werden ausser mehr als Freund. Mit Chico Anysio zu komponieren ist etwas Unglaubliches. Wir haben 25 gemeinsame Kompositionen. Immer wenn ich in Rio de Janeiro bin, besuche ich ihn. Er hat mir übrigens auch schon geschrieben und für die CD gratuliert. Ihm ist es immer erstaunlich zu hören, dass unser Stück (“Se me der eu como”) eines der Lieblings-Stücke der Deutschen sei, obwohl sie den Text nicht verstehen. Stellt mal dir vor, wenn sie ihn verstehen könnten… Es ist ein sehr lustiges Lied…
não entendam o texto. Imagine se entendessem… É uma letra muito engraçada…

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Ja, und hast es geschafft, diesen Humor durch den Rhythmus zu übertragen. Und die Deutschen mögen es…

Nosly Marinho
Stimmt. Und der Trompeter ist Deutscher und, komisch, aber wir haben ihm einfach erzählt, wie der Klang der Trompete bei der Gafieira wäre und “den Kniff” der Trompete. Es war wirklich nur ein kurzes Gespräch und natürlich zusammen mit der Sache des Astrals, worüber ich schon geredet habe, hat er den Sinn kapiert, den wir wollten und schon bei seinem ersten Solo hat es geklappt. Es war gar nicht nötig zu sagen: “Also, jetzt spiel mal die Gute!”. Das erste war schon “die Gute”.
(Vorstellung von “Se me der eu como”)

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Nosly, langsam komm unser Interview zu Ende, aber vorher möchte ich gerne wissen, wo man deine Termine für Konzerte finden kann…

Nosly Marinho
Ich habe viele Konzerte in Deutschland noch vor, wie in Köln, München, und das alles kann man >>> hier nachlesen.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Leider vergeht die Zeit viel zu schnell. Aber trotzdem beende ich dieses Interview mit der Frage, welche ich allen meinen Interviewen stelle, sowohl hier im Radio, als im Boletim “A Casa dos Taurinos”. Deiner Meinung nach, welche ist die soziale Rolle des Künstlers, besonders des brasilianischen Künstlers?

Nosly Marinho
Also, ich denke so: der Künstler, der an das Helfen nicht denkt, der sich mit seiner Rolle gegenüber der Gesellschaft als Künstler nicht konfrontieren lässt, der sollte einen anderen Beruf suchen. Persönlich gesagt, habe ich immer mein Leben als einzelne Möglichkeit zu helfen betrachtet. Wenn ich es erreiche, was ich mir wünsche und erziele, dann sehe ich es noch intensiver, weil das ist in mir schon seit Langem also, eine tiefe Lust auf zu helfen, besonders den Menschen dort in dem Ort wo ich her komme, also aus Caxias, im Bundesstaat Maranhão, wo die schwierigsten Dinge geschehen… Es ist schwer sich vorzustellen, dass noch in einem Land wie Brasilien 35 Millionen Menschen nicht lesen können, dass Kinder noch verhungern und unternährt sind… Ich habe eine klare Idee, also ich habe im Kopf schon zwei Projekte: das eine ist ein Altenheim, wo die älteren Menschen ein besseres Leben haben können, wenigstens am Ende… Es sind dort noch viele alten Menschen, die gar nichts haben, die sterben ohne Würde. Und das Land vergisst jene Menschen, die den Baum – der Brasilien heute ist – bepflanzt haben, also den Baum, der eines Tages nur ein Samen war. Das andere Projekt ist eine Musikschule in meiner Stadt. Sogar ihren Name habe ich schon: “Schule der freien Musik”. Natürlich ist das alles nur ein Traum, den ich habe. Schön wäre es, wenn ich ihn verwirklichen könnte… Aber ich kann mein Leben mit keinen anderen Sinn verstehen, als mit diesem des Teilens, nicht nur die ganzen Kenntnisse, die ich im Laufe meiner 40 Lebensjahre gesammelt habe, sondern auch etwas zu hinterlassen, was anderen Generationen dienen würde. Anders könnte mein Leben keinen Sinn haben.

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Wir werden dir die Daumen drücken, dass du diese Träumen verwirklichst. Vielen Dank für dein liebvolles Interview! Ich hoffe, wir machen noch ein zweites…

Nosly  Marinho
Ich habe noch etwas zu sagen. Eine weitere Sorge von mir hat mit der Umwelt zu tun, also mit dem Naturschutz. Ich habe viele Texte darüber geschrieben, also über alle Menschen die sich Gedanken über die Zukunft unseres Planets machen. Ich bin auch einer der Stimmen für die Erde. Lass uns unsere Natur, unsere Erde retten!

Tânia Gabrielli-Pohlmann
Nochmals vielen Dank!

Nosly Marinho
Vielen vielen Dank. Ich hinterlasse allen einen grossen Kuss mit viel Liebe und Frieden.